Der 30. N Klub Hamburg – „wollen uns da weiter einmischen“

Der 30. N Klub Hamburg – „wollen uns da weiter einmischen“

Hamburg, 14. September 2016: Nachhaltigkeit. Schon beim Lesen hört man eigentlich auf, sich für das Wort oder seine Bedeutung weiter zu interessieren. Dasselbe gilt für Netzwerk, einen ebenso langweiligen Begriff, der irgendwann einmal hip war, aber längst in die Altwörter-Tonne gehört. Beim 30. N Klub Hamburg trafen sich Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit zukunftsweisender Denk- und Lebensweise. Es ging um neue Ansätze und Ideen für eine ökologische Zukunft in Bezug auf Natur, Tierschutz und Menschlichkeit. Nachhaltigkeit und Netzwerk – das funktioniert.

Gastgeber der 30. Ausgabe war BIOBOB – „Hamburgs Obstlieferservice für Menschen bei der Arbeit“. Gegründet vor 8 Jahren und seit der ersten Stunde im N Klub aktiv, beliefert BIOBOB die Hamburger Wirtschaft mit frischem Bio Obst. Tief in die lokale Bioszene verwurzelt, schlägt man mit seinem Konzept im Rahmen betrieblichen Gesundheitsmanagements eine Brücke zwischen Bio und dem B2B Sektor. Beliefert werden heute über 500 kleine, mittlere und große Unternehmen im Großraum Hamburg. Schon von Beginn an, wann und wo es geht mit dem Fahrrad.

Nach ein paar kurzen Begrüßungsworten durch N Klub-Initiator Lars Meier und Jonas Puschke-Rui von BIOBOB eröffnete Mathis Neuberger von der Hamburger Morgenpost den Abend mit seiner Impulsrede. „Wir wussten damals auch nicht, was uns erwartet“, gab Neuburger zu und ergänzte „Über Nachhaltigkeit schreibst Du nicht für Klicks oder Auflage – es gibt kein Glammer, kein Blut,  keiner streitet sich und trotzdem wollen wir uns da weiter einmischen“. Die Mopo ist als N Klub-Partner von Beginn an dabei.

Die folgenden, immer wechselnden „100 Sekunden“-Beiträge beim N Klub zeigen in deutlicher Weise auf, wie vielfältig und bunt die Hamburger Nachhaltigkeitszene ist.

„80 Prozent der Ressourcen müssen unter der Erde bleiben, ansonsten werden wir es nicht schaffen, die globale Erwärmung auf 2 Grad zu begrenzen“, verdeutlichte Julia Pösl von Fossil Free Hamburg. Fossil Free setzt sich weltweit gegen Investitionen mittels Kapitalanlagen in fossile Brennstoffe ein. Auch wird gefordert, dass bestehende Anlagen innerhalb der nächsten 5 Jahre abgestoßen werden müssen.

Ethnotek entwickelt hochwertige Rucksäcke und Taschen für lange Reisen und den Alltag. Jede Tasche wird mit einem handgefertigten Stoff von innen und außen verziert. „Wir unterstützen die Kunsthandwerker vor Ort, indem wir ihnen eine Mindestmenge an Stoffen langfristig abkaufen und erhalten dadurch die textile Webkultur in den Ländern, in denen tatsächlich noch gewoben oder geknüpft wird“, berichtete Gründer Jim Tichatschek

Viele Schiffe aus aller Herren Länder kommen in den Hamburger Hafen und bringen vielerlei spannende Ladung. Doch um diese Ladung zu löschen, braucht es die Hilfe und das Know-How in Hamburg! Mit dieser Metapher stellte Roland Becker  das Projekt Move:ON vor. Geflüchteten soll dabei geholfen werden ein eigenes Unternehmen zu gründen, sich selbstständig zu machen. Frei nach dem Motto der Teilnehmer: „We didn’t come to Germany to end up as refugees. We came to start up.“

Arnd Niemeyer von Die Tomatenretter lud spontan alle Gäste für das Wochenende zu sich auf den Hof ein: „Wir sind dabei, das komplette Saatgut als Kulturleistung der Menschheit zu verlieren, wenn wir jetzt nicht gemeinsam aktiv werden.“ Einen für alle frei zugänglichen Saatgutschatz aufbauen. Gutes Gemüse für alle, von den Höfen der Umgebung – das ist die Intention. Die Sortenvielfalt anderer Kulturpflanzen dabei zu erhalten und Land für nachhaltigen, unabhängigen Anbau freizukaufen, sind ebenfalls Ziele dieser Initiative.

In der zweiten Ausgabe des Formates „N Klub fragt nach?!“ stellte sich Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Dr. Andreas Dressel einigen Fragen des N Klubs. Auf die Frage, wie die Flüchtlings-Situation Hamburg im vergangenen Jahr entwickelt habe, schilderte der 41-Jährige, wie ihn die damalige spontane Anteilnahme und Bildung vieler ehrenamtlicher Initiativen wie Kleiderkammer und vieler Sportvereine beeindruckt hat. Aber auch, wie vorsichtig man in dieser Frage sein muss, damit das Thema in Hamburg, einer Stadt, in der verhältnismäßig viele Geflüchtete angekommen sind, sein muss. „Man darf auch nicht vergessen, dass wir nach wie vor ca. 8000 Menschen in Erstunterkünften haben, die nach unseren Gesetzten einen Anspruch auf die Unterbringung in Folgeunterkünften haben. Das Problem ist nicht weg.“, gab Dressel zu bedenken.

Der nächste N Klub Hamburg findet im Dezember, der nächste N Klub Frankfurt im November statt.

Zu den Gästen des 30. N Klub zählten unter anderem: Dr. Andreas Dressel (SPD Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft), Ralf Behrens (Behörde für Umwelt und Energie) Nina Hedricks & Christian Kuper (Vincent Vegan), Britta Rolle (CASA VERDE Immobilien), Dr. Onno Groß (DEEPWAVE e.V.), Petra Simoneit (GOODplaye), Marie Rienecker (Kinderhospiz Familienhafen e.V.), Wolfgang Schröder (netzweber GmbH), Susanne Günsch (Remida – das kreative Recycling Centro), Gottfried Eich (Stadtteilschule Wilhelmsburg), Frederik Vath (Umweltaktivist), Sabine Siehl (wellYunit), Kim Christopher (Surf Club Altona)

 

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