„Es gibt keinen Politiker der nachhaltig lebt“ – Olaf Scholz beim 32. N Klub Hamburg

„Es gibt keinen Politiker der nachhaltig lebt“ - Olaf Scholz beim 32. N Klub Hamburg

G20 und das Protestcamp, Luftreinhalteplan, Wohnungsmarkt und Integration von Geflüchteten – Olaf Scholz diskutierte mit Hamburgs Nachhaltigkeitsszene über ein zukunftsfähiges Hamburg und Herausforderungen moderner Großstädte. Hierfür kamen bei der 32. Ausgabe des N Klub in Hamburg rund 140 Interessierte, Aktivisten, Engagierte, Wirtschafts- und Medienvertreter in der Johann Daniel Lawaetz-Stiftung zusammen.

Am 28. Juni lud der N Klub zu seiner 32. Ausgabe in Hamburg. Das Interesse war groß, denn angekündigt hatte sich Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz. Eröffnet wurde der Abend durch die Begrüßung des N Klub-Initiators Lars Meier und Grußworte von Karin Schmalriede, Vorstandsmitglied der Johann Daniel Lawaetz-Stiftung. Die Lawaetz-Stiftung eröffnet sozial- und wirtschaftlich benachteiligten Personengruppen Zugänge zum Wohn-, Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Ihr Leitsatz „Innovativ für das Gemeinwohl“ zeigt, wie lösungsorientiert, verlässlich und kreativ die Stiftung soziale Herausforderungen der Stadt angeht.

Der N Klub fragt nach?!“ hieß es im Anschluss und stellvertretend für diesen führte Lars Meier das Gespräch mit Olaf Scholz. „Es gibt keinen Politiker der nachhaltig lebt, allein aufgrund der Verkehrsleistungen“, räumte Hamburgs Erster Bürgermeister gleich zu Beginn ein. Für die Stadt zieht er eine positivere Bilanz: Wir sind, was Verkehrswende, Elektromobilität und den öffentlichen Nahverkehr betrifft, die Speerspitze in Deutschland. Es gibt bei uns keine Überschreitung der Feinstaubgrenzwerte. Wir haben ein Problem mit Stickoxyd, was mit den vielen Dieselfahrzeugen zusammenhängt.” Darin sieht Scholz die Möglichkeit eine Vorreiterrolle: Es ist unser Beitrag, Technologien zu entwickeln, die auf der ganzen Welt eingesetzt werden und reale Veränderungen ermöglichen.” Das kurz zuvor veröffentlichte Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu einem möglichen Protestcamp im Stadtpark zu G20 kommentierte Scholz: Das Bundesverfassungsgericht hat mir die Möglichkeit gegeben das Zelten zu erlauben, mir aber nicht vorgeschrieben, es zu tun.”

Gemeinsam mit der PSD Bank Nord feierte der N Klub eine Premiere: Für den erstmals verliehenen PSD Bank Nord-Förderpreis wählte eine Jury im Vorfeld der Veranstaltung unter rund 20 Bewerbungen eine förderungswürdige Initiative aus. Der mit 2.500 Euro dotierte Förderpreis wurde von Marco Pietsch, Bereichsleiter Vertrieb der PSD Bank, an die JOBLINGE gAG Hanse verliehen. „Es ist uns wichtig durch diesen Förderpreis die Nachhaltigkeit in Hamburg zu stärken“, so Pietsch in der Laudatio. Mithilfe des Förderpreises wird JOBLINGE Kreativworkshops für Jugendliche umsetzen. Die Idee dahinter: Eine positive Selbsterfahrung in kreativem Umfeld stärkt das Selbstbewusstsein der Teilnehmer und erhöht so Chanen und Auftreten auf dem Arbeitsmarkt.

Im Rahmen der traditionellen „100 Sekunden“-Beiträge präsentierte sich Hamburgs Nachhaltigkeitsszene in ihrer ganzen Vielfalt.

Migration auf lokaler Ebene ansprechen und sich europaweit darüber austauschen. Wie das geht erklärte das AMITIE CODE Youth Team in 100 Sekunden: „Wir möchten Jugendliche und alle Generationen für das Thema Migration sensibilisieren, weil es uns in Zukunft immer begegnen wird und es auch jetzt schon tut.“

Minitopia, so der Name einer Plattform für urbane Selbstversorgung in Wilhelmburg. Über das Projekt auf der Insel berichtete Stefanie Engelbrecht: „Wir nennen uns Plattform, Keimzelle, Spielplatz und wir laden ein: Experten, Pioniere, Querdenker, Freidenker. Wir wollen vordenken was wir erreichen können, wenn wir uns als Bürger- nicht als Politiker, nicht als Konzerne – zusammentun, Wissen und Ressourcen teilen.“

„In einer Nacht erstellen wir ehrenamtlich ein Kommunikationsprozess für nachhaltige Projekte. Wir helfen mit Kreativität“, so Daniel Hautmann, Initiator des Projekts Nachtschicht Hamburg.

Bio-Zutaten und vegane Gerichte sind auch aus vielen Restaurants in Hamburg nicht mehr wegzudenken. Einer der Vorreiter dabei ist schon immer Vistro. Susanne Nichell berichtet: „Wir nutzen nicht nur ökologische Zutaten, sondern verwerten diese vollständig, denn vor Allem in der Gastronomie wird zu viel weggeschmissen. Hier wollen wir Nachhaltigkeit möglich machen.“

 

SOCIAL: #nklubhh

 

Als Gäste des Abends waren u.a. dabei:

Ralf Behrens (Behörde für Umwelt und Energie), Mirco Beisheim (KEBAP – KulturEnergieBunker), Sebastian Buschmann (Environmental Justice Foundation), Hannah Gronwald (Otto GmbH & Co. KG), Karen Elvers (Loki Schmidt Stiftung), Lena Hansen (altonale goes green), Sonja Hiemisch (WWF Deutschland), Prof. Bernd Kniess (Hafen City Universität), Michael Lezius (Yagmur-Stiftung), Linda Mohlmann (agentur fair fashion), Prof. Dr. Peter Ostendorf (Praxis ohne Grenzen), Ingo Pohlmann (Sänger), Natalie Richter (leev), Tobi Schlegl, Dr. Claudia Schmitt (Kompetenzzentrum Nachhaltige Universität), Bastian Senger (Caté), Katrin Stolle (Zentraler Koordinierungsstab Flüchtinge), Ralf Ziegenhagen (Loki Schmidt Stiftung) und viele weitere…


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