28. N Klub Hamburg – Das Thema Nachhaltigkeit ist kunterbunt

N Klub Hamburg – Das Thema Nachhaltigkeit ist kunterbunt

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  • März 3, 2016

Hamburg, 2. März 2016: Der N Klub, das ausgezeichnete Netzwerkformat zum Thema Nachhaltigkeit, verbindet Hamburger Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit zukunftsweisender Denk- und Lebensweise. Es fördert neue Ansätze und Ideen für eine ökologische Zukunft in Bezug auf Natur, Tierschutz und Menschlichkeit.

Der Satz von Gastgeber Benjamin Adrion (Geschäftsführer Viva con Agua Wasser GmbH) „Wenn ich einen Beamer hätte…“ brachte die etwa 120 Gäste des gestrigen N Klub in den Elbe Werkstätten am Friesenweg zum Schmunzeln. Seine leidenschaftlichen Ausführungen über das inspirierende Trainingslager auf Kuba vor mehr als zehn Jahren, das man als Initialzündung für sein Wasserprojekt werten darf, brauchten nämlich keine Bilder. Mit „Wasser für alle ist keine Utopie“, forderte der Träger des Bundesverdienstkreuzes seine Zuhörer zu persönlichem Engagement auf. Inzwischen entstehen unter seiner Regie ständig neue Projekte. Mit dem von Viva con Agua geförderten und bewusst nicht Toilettenpapier genannten „Klopapier Goldeimer“, das in der vergangenen Woche auf den Markt kam, fließt weitere Unterstützung in die Trinkwasserhilfe.

Durch die „100 Sekunden“-Beiträge beim N Klub wird deutlich, welche vielfältigen Möglichkeiten sich für eine nachhaltige Lebensweise bieten.

Jörn Hartje etwa benutzt Seegras als Naturdämmstoff. Das vermeintliche Abfallprodukt verfügt über sehr gute Schallschutzwerte und eine kaum zu übertreffende Ökobilanz. Jedes Jahr werden mehrere tausend Tonnen Seegras an die Strände der Ostseeküste angeschwemmt und verursachen hohe Entsorgungskosten für Gemeinden und Städte. Getrocknet kann das Seegras jedoch als ausgezeichneter Dämmstoff für Häuser und Dächer genutzt werden. Als natürlicher und klimaneutraler Rohstoff fallen wenig Kosten und Schadstoffe bei der Produktion an. Daher ist das Naturprodukt eine tolle Alternative zu konventioneller Dämmung aus Styropor und Glas- oder Steinwolle. Mit seegrashandel.de holt er eine jahrhundertealte Tradition aus der Vergessenheit hervor.

Haris Sefo vom Hamburger Startup Breeze entwickelt neben seiner Lösung zur Überwachung und Verbesserung der Luftqualität am Arbeitsplatz auch ein System zum Einsatz in der urbanen Landschaft. „Luftqualität wird oft ohne realistisches Bild gemessen und Auswertungen sind nicht zugänglich, obwohl die EU jedem Bürger das Recht auf saubere Luft einräumt“, bemerkt Sefo. Hinter Breeze steht ein komplexes Expertensystem, das mit einem eigens entwickelten Luftmessgerät Städten und Büros die Möglichkeit gibt, die Luftqualität langfristig zu verbessern.

Das Land der Tiere, ein veganer Lebenshof auf 133.000 Quadratmetern Fläche in Mecklenburg, bietet die Möglichkeit Tiere zu pflegen, die Bianca Ulken mit ihrem Team Tiere aus schlechter Haltung befreit hat. Auf dem Tierschutzhof gibt es neben Ställen und großen Grünflächen auch Seminarräume, um den Umgang von Menschen mit ihnen zu schulen. Das Land der Tiere will seinen Teil dazu beitragen, den Tierschutz zu überdenken, willkürliche Grenzen zwischen verschiedenen Spezies abzubauen, das Recht auf Unversehrtheit Aller anzuerkennen und den Tierrechtsgedanken zu verbreiten.

Das Projekt Hilldegarden widmet sich der Begrünung des Bunkers an der Feldstraße. Tobias Boeing sucht für das bislang einzigartige Pilotprojekt für eine Naturlandschaft über den Dächern der Stadt noch Kooperationspartner. Es soll auch Raum zum aktiven und offenen Experimentieren mit alternativen Formen von Stadtgrün, Energiegewinnung, urbaner Lebensmittelproduktion und vielem mehr sein. Mehr als 40 Aktive planen in verschiedenen Arbeitsgruppen gemeinschaftlich nutzbare Innen- und Außenflächen.

Alle „100 Sekunden“-Redner eint das gesellschaftliche und soziale Engagement für eine nachhaltige Lebens- und Denkweise ebenso wie die Elbe Werkstätten. An mehr als 50 Standorten im gesamten Hamburger Raum bietet die Elbe-Werkstätten GmbH Menschen mit Behinderung Leistungen zu beruflicher Bildung und Arbeit, individuelle Unterstützung und pflegerische Hilfe in eigenen Werkstätten und Betrieben, die Menschen mit Behinderung integrieren möchten. Mit derzeit rund 3.200 behinderten Beschäftigten sind die Elbe-Werkstätten die größte derartige Institution im gesamten Bundesgebiet.

Zu den Gästen des 28. N Klub zählten unter anderem:

Benjamin Adrion (Geschäftsführer; Viva con Agua Wasser GmbH), Jan Kristof Arndt (Geschäftsführer, trend innovation), Robert Beddies (Geschäftsführer, betahaus), Reena Eddiks (Hanns R. Neumann Stiftung), Uta Gardemann (Greenpeace Energy eG), Carolin Hoyer (Sustainable Business Manager, Unilever Deutschland), Mareike Imbt (Inhaber BIOBOB), Kay Ingwersen (Förderverein Pik As e.V.), Vanessa Mühle (Joh. Wilh. Von Eicken GmbH), Marie Rienecker (Kinderhospiz Familienhafen e.V.), Jan Sadowsky (Geschäftsführer, Klimapatenschaft),  Anton Senner (Elbe Werkstätten GmbH), Johannes Tomczak (Viva con Aqua de St. Pauli), Frank Wieding (stellv. Chefredakteur Hamburger Morgenpost), Jens Wrage (Vorstand, Hamburger Tafel)


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