26. N Klub Hamburg – Positive Wege aufzeigen statt mahnend den Zeigefinder zu heben

26. N Klub Hamburg - Positive Wege aufzeigen statt mahnend den Zeigefinder zu heben

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  • September 10, 2015

 

Hamburg, 10. September 2015 – „Wie können wir die Flüchtlingssituation nachhaltig gestalten?“, fragte Michael Fritz die rund 110 Gäste beim N Klub, der gestern Abend in der Hochschule Fresenius stattfand. Als Veranstaltungsgastgeber und Gründungmitglied von Viva con Agua de Sankt Pauli e. V. denke er sozial und nachhaltig, doch bei dieser Frage hätte auch er keine Antwort, gestand er – und lud damit die anwesenden Aktivisten, Interessierten und Unternehmensvertreter zu einem offenen Dialog über Zukunftsfähigkeit ein.

 

Vor dem Hintergrund der aktuellen sozialen Herausforderungen erklärte Initiator Lars Meier, dass nicht auf die Untätigen geschimpft, sondern Möglichkeiten aufgezeigt werden sollten. Es gäbe viele nachhaltige und soziale Projekte in der Hansestadt, die mit ihrer Strahlkraft Wege aufzeigten. Einblicke gaben auch die vier „100 Sekunden“-Beiträge beim N Klub:

Regisseur und Videojournalist Nikolas Migut (NDR) möchte zusammen mit seinem Team von „strassenblues.de“ Obdachlosen eine Stimme geben und ihre Talente fördern, so beispielweise Singen und Gedichteschreiben. Indem die Obdachlosen für ihre Arbeit mit Spenden entlohnt werden, wird ihnen eine Wertschätzung zuteil, die sie in der Gesellschaft verloren haben.

„Freude ist nachhaltig“, erklärte Micaela Sauber und fasste damit das Ziel des Projektes „Erzähler ohne Grenzen“ zusammen. Das weltweite Netzwerk aus professionellen Erzählern spendet sterbenden, trauernden und Not leidenden Menschen in Krisen- und Kriegsgebieten Trost mit Märchen und Geschichten.

Die Chancen der Nachhaltigkeit zu erkennen, dabei unterstützt die Klimapatenschaft GmbH Unternehmen und entwickelt wirkungsvolle Konzepte für aktives ökologisches Engagement. Mit der beispielhaften Aktion „Hamburg pflanzt Trinkwasser“ will Gründer Jan Sadowsky am 7. November 2015 „Nachhaltigkeit erlebbar machen“ und aufzeigen, wie Unternehmen ihr verbrauchtes Wasser kompensieren können. Das erklärte Ziel ist die Pflanzung von 20.000 Bäumen, die rund vier Millionen Liter Trinkwasser produzieren.

Eindrucksvolle Zahlen bot auch Sonja Meyer in ihrem „100 Sekunden“-Vortrag über die „Vegane Bewegung“: 15.000 Liter Wasser und 16 Kilo Weizen würden für die Herstellung von einem Kilo Rindfleisch benötigt; rund ein Drittel aller landwirtschaftlich genutzten Flächen weltweit dienten dem Futtermittelanbau. „Wir sind erstaunt, dass die vegane Ernährung nicht selbstverständlich ist für alle, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigen“, sagte sie.

 

All diese „100 Sekunden“-Redner eint das gesellschaftliche und soziale Engagement für eine nachhaltige Lebens- und Denkweise. Die Hochschule Fresenius steht mit ihrem Studiengang „Sustainable Marketing & Leadership“ dahingehend für die fachliche Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit. „Wir produzieren nachhaltigen Nachwuchs“, erklärte Hausherr Marco Klübenspies, Programmleiter des Studiengangs. Auch auf dokumentarische Weise möchte der N Klub zum Nachdenken anregen: Der Fotojournalist Miguel Ferraz präsentierte seine Bilder-Reihe „Abend-Land“, die sieben Hamburger Flüchtlingsunterkünfte in der brutalen Ehrlichkeit des nächtlichen Flutscheinwerferlichts zeigt – und die N Klub-Gäste darauf hinwies, wo soziales Engagement benötigt wird.

 

Ein kleines Jubiläum feierte die Aktion „N Klub macht mobil!“. Bereits zum zehnten Mal förderte der N Klub in Kooperation mit dem Autohaus Schlegel CO2-neutrale Mobilität und vergab einen Citroën C-Zero für einen Monat zur kostenfreien Nutzung an ein soziales Projekt. In den nächsten Wochen kann Marco Scheffler das E-Auto für sein Tauschhaus in Hamburg-Lurup, dem größten in Deutschland, nutzen. Getreu dem Motto „Gib was du hast und nimm was du brauchst“ können dort ohne Aufsicht und auf Basis guter Nachbarschaft Gegenstände des täglichen Bedarfs abgegeben und andere mitgenommen werden.

 

Zu den Gästen des 26. N Klub zählten unter anderem (in alphabetischer Reihenfolge): Deschna Afram (JYOTI – Fair Works), Kerstin Albers-Joram (Referentin des KDA, Evangelische Lutherische Kirche in Norddeutschland), Dr. Marina Beermann (Systain Consulting GmbH), Dagmar Engels (Mehrgenerationenhaus Nachbarschatz e.V.), Miguel Ferraz (Fotograf und Journalist), Martina Glauche (Ökomarkt – Verbraucher und Agrarberatung e.V.), Konrad Griep (Geschäftsführer, Konrad Fiets GmbH), Mareike Imbt (Inhaberin, BIOBOB), Christoph Laudon (Geschäftsführer, HYDROPHIL), Rainer Lenthe (Coordinator Web & Social Media, Sea Shepherd Deutschland e.V.), Astrid Lorenzen (Fablab – Fabulous St. Pauli e.V.), Anja Meyfarth (Standortleiterin/Prokuristin, JOBLINGE gAG Hanse), Klaudia Morkramer (Project Coordinator, EURIST – European Institut for Sustainable Transport), Andrea Nagel (Geschäftsführerin, Tofumanufaktur Christian Nagel GmbH), Tim Petermann (Vorstand, MenscHHamburg e.V.), Ingo Pohlmann (Musiker), Jonas Puschke-Rui (Inhaber, BIOBOB), Hanna Maria-Schlage (Wohngemeinschaft Trio21), Dr. Claudia T. Schmitt (Geschäftsführerin, Kompetenzzentrum Nachhaltige Universität), Frank Schweikert (Geschäftsführender Gesellschafter, ALDEBARAN Marine Research & Broadcast), Katja Tauchnitz (Projektkoordinatorin, Fair Trade Stadt Hamburg) und Doris Volk (Geschäftsführerin, Viva con Agua de Sankt Pauli e.V.).


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