„Als Sozialsenatorin ist mir das Thema Energie total wichtig“ – Melanie Leonhard bekundet beim 38. N Klub Interesse an der Leitung der Umweltbehörde

„Wenn wir als Stadt in Zukunft eine Rolle spielen wollen, dann wird man weiter daran arbeiten müssen, dass sich auch die Hamburger Industrie als Teil der nachhaltigen Metropole versteht“: Mit dieser Aussage beschrieb Sozialsenatorin Melanie Leonhard (41, SPD) den Status Quo um die Nachhaltigkeit in der Hansestadt beim ersten N Klub 2019. Im Zuge dessen erklärte die Politikerin auch, dass sie sich die Leitung der Umweltbehörde durchaus zutraue. Leonhard war der Einladung von N Klub-Initiator Lars Meier in die MOTTE Altona gefolgt, um bei „Der N Klub fragt nach?!“ mit rund 140 Vertretern von Vereinen, Initiativen und aus der Wirtschaft aktuelle Aufgaben und Herausforderungen der Sozialbehörde zu diskutieren.

Auf die Frage, wie der Stand der Dinge bei der Integration der Geflüchteten sei, antwortete die Senatorin: „Anfang des Jahres waren 13.000 von 27.000 der arbeitsfähigen Geflüchteten in sozialversicherungspflichtigen Berufen. Und das ist eine richtig gute Zahl. Wir haben eine ganz tolle Unternehmerschaft in Hamburg, die sich sehr engagiert hat bei dem Thema“. Weiteren Handlungsbedarf sieht sie zudem vor allem im Bereich Elternzeit für Männer: „Ich muss immer anregen: Schöpft den gesetzlichen Rahmen aus. Und das ist für einige noch sehr schwierig. Wir müssen was im Kopf umstellen, sonst wird das ewig so bleiben.“

Lars Meier im Gespräch mit Sozialsenatorin Melanie Leonhard

Den Auftakt der mittlerweile 38. Ausgabe des Nachhaltigkeitsnetzwerkes bildete eine Impulsrede von Kübra Gümüşay (30). Die Autorin und Netz-Aktivistin gehört zu den prägenden Köpfen des Islam in Deutschland und ist eine Vorreiterin im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Sie stellte fest: „Wenn Empörung zu einem Dauerwerkzeug wird und wir gar nicht mehr dazu kommen, die Vision, die wir haben, umzusetzen […], dann haben wir ein Problem.” Außerdem solle Hass nicht vermenschlicht werden: „Wer Hass streut, befindet sich außerhalb dessen, was sich innerhalb unserer Gesellschaft befinden sollte.“

Kübra Gümüşay hielt am Abend die Impulsrede

Einen weiteren Programmpunkt bildete die nunmehr siebte Verleihung des PSD Bank Nord-Förderpreises. Den mit 2.500 Euro dotierten Preis erhielt die Gesellschaft zur Erhaltung untergehender Kulturgüter Zeitlupe für das aktuelle Projekt „Mein Obstbaum“. Initiator Michael Heißenberg möchte damit Kindern und Jugendlichen näher bringen, wie Lebensgrundlagen erhalten werden können.

Michael Heißenberg (links) erhält den PSD Bank Nord-Förderpreis von Frank Neitzel

Im Rahmen der beliebten „100 Sekunden“-Reihe präsentierten schließlich vier gemeinnützige Hamburger Initiativen ihre Projekte: Martina Irmisch von „Radentscheid Hamburg“ setzt sich für ein sicheres Fahrradnetz in Hamburg ein, Heide Peuckert hat mit ihrem Unternehmen „MyLily“ nachhaltige Hygieneartikel für Frauen, wie Bio-Tampons, entwickelt und Konstanze Burger plant die Gründung der Schauspielschule „Andersrum“ für Menschen mit körperlicher und geistiger Einschränkung. David Hummel von „Zelt17“ wiederum möchte Menschen in ihrer Freizeit spielerisch an das Thema Nachhaltigkeit heranführen.

Kübra Gümüşay mit den Vortragenden der „100 Sekunden“-Reihe

Als Gäste des Abends waren u.a. dabei:

Janina Alff (Hanseatic Help), Kim Christophersen (Surf Club Altona), Ulf Bodenhagen (Hamburg Leuchtfeuer), Arnd Boeckhoff (Viva con Agua Foundation), Nicole Borgeest (Brot für die Welt), Max Brandt (Klimapatenschaften), Olaf Dechow (Otto GmbH & Co. KG), Insa Dehne (Stückgut Hamburg), Cornelia Deppe-Burghardt (Greenpeace e.V.), Kai-Oliver Farr (Engagement Global gGmbH), Manuela Haddadzade (NDR), Janina Jäger (startsocial e.V.), Lars Jessen (Bird & Bird Film GmbH), Varena Junge (enyway GmbH), Mitra Kassai (Oll Inklusiv), Fanny Märcz (ZEIT WISSEN), Christian Priemer (Hamburger HOCHBAHN AG), Linda Rau (JOBLINGE gAG Hanse), Mike Schlink (Hamburger Morgenpost), Jan Siegert (12min.me), Lars Straeter (Conplan Betriebs- und Projektberatungs GmbH), Patrick Alpoim (Vistro), Paul Pauksch (altonale GmbH), Chris Poelmann (GoBanyo), Rainer Ali Wichmann (Scharlatantheater), Mathias Adler (Tagesjournal), Uli Ott (MARLOWE NATURE – fair fashion)

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