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„Wir haben eine vielleicht historische Situation…“ – Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank zu Gast beim 41. N Klub

Vorweihnachtlich ging es am Montag, dem 02. Dezember, bei der 41. Ausgabe des N Klub zu. Den passenden Rahmen für die Weihnachtsausgabe des Nachhaltigkeitsnetzwerks bildete die ehrwürdige St. Pauli Kirche. Das Highlight des Abends: Das Format „Der N Klub fragt nach?!“, zu dem Initiator Lars Meier Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank als Gesprächspartnerin begrüßen durfte.

Gleich zu Beginn stellte Fegebank fest, dass sie sehr überrascht über das Wahlergebnis zur SPD-Bundesvorsitzendenwahl sei: „Ich habe gesagt, ich tippe auf 65 Prozent für Scholz/Geywitz. Ich habe richtig fett danebengelegen. Ich kann das auch bis heute noch nicht richtig nachvollziehen.“ Für die Bürgerschaftswahl in Hamburg sagte sie ebenfalls Spannung voraus: „Wir haben in Hamburg eine seit Jahren, seit Jahrzehnten, vielleicht eine historische Situation, dass die Stadt eine echte Wahl hat. Das hatten wir lange nicht. Die Wahlauseinandersetzung wird hoffentlich sehr spannend. Ich finde, gerade in Zeiten, in denen wir davon sprechen, wie es um unsere Demokratie bestellt ist, ist das eine total gute Botschaft.“

Katharina Fegebank im Gespräch mit Lars Meier

Den Unterschied der Grünen zur SPD sieht sie vor allem darin, dass bei ihrer Partei keine Idee verloren gehe und ein politisches Klima geschaffen werde, bei dem man keine Angst haben müsse, auch mal zu scheitern. Auf die Frage, welche Charaktereigenschaften ihrer Meinung nach ein Bürgermeister haben müsse, antwortete die Zweite Bürgermeisterin: „Man braucht eine kraftvolle Idee, eine Vision, wo es für die Stadt hingehen soll und die Fähigkeit, die Menschen dafür zu begeistern, diesen Weg mitzugehen.“ Zudem sieht sie Durchsetzungsstärke als wichtige Voraussetzung für das Amt. Für den Wahlkampf wünscht sich die 42-jährige vor allem einen fairen Umgang miteinander: „Die Hamburgerinnen und Hamburger haben einen Anspruch auf eine Regierung, die sie fünf Jahre regiert und nicht vier Jahre und ein Jahr Wahlkampf.“ In Berlin beispielsweise habe man gesehen, was passiert, wenn man die Segel raushole: „Ich finde, so macht man keine Politik miteinander. Hart in der Sache, fair im Umgang.“ Außerdem sei Respekt voreinander und füreinander von enormer Bedeutung: „Man muss sich doch auch immer wieder an einen Tisch setzen. Deshalb hoffe ich einfach, dass die Auseinandersetzung fair wird und wir uns nicht unter der Gürtellinie beharken werden.“

Eröffnet wurde der Abend mit 120 Gästen durch ein gemeinsames Singen mit Pastor und Gastgeber Sieghard Wilm, gefolgt von der Impulsrede von Friederike Krüger. Die Hannoveranerin hat als Lehrerin an der „Mosaic“-Expedition des Forschungsschiffs „Polarstern“ teilgenommen und berichtete unter anderem von ihrer Reise, den Folgen des Klimawandels sowie der Bedeutung von Schulunterricht in diesen Bereichen. Sie zeigte außerdem auf, dass Lehrer Multiplikatoren sind und täglich bis zu 120 verschiedene Kinder erreichen: „Der Lehrerjob ist ein wenig in Verruf geraten, dabei haben wir eine unglaubliche Chance, wenn wir es gut machen.“ Sie forderte, dass bei Veranstaltungen und Diskussionen auch an Lehrer gedacht werden solle, die die gewonnenen Erkenntnisse wiederum an ihre Schüler weitergeben.

Impulsrednerin Friederike Krüger

Einen weiteren Höhepunkt des Abends bildeten die traditionellen „100 Sekunden“-Kurzvorträge, bei denen fünf Hamburger Initiativen ihre Projekte für mehr Nachhaltigkeit vorstellten. Zu Beginn präsentierte der Verein Youth against AIDS das Buch „FAQ YOU“, das passend zum Welt-Aids-Tag am 01.12. erschien, und Michaela Barthel die Initiative Bee and You, die Bienen eine Stimme geben möchte. Des Weiteren stellte Nussin Armbrust ihre Veranstaltung „Fest der Liebe – Heiligabend nicht allein“ vor, bei der Alleinstehende ein gemeinsames Weihnachtsfest feiern können, und die Behörde für Umwelt und Energie erläuterte das Netzwerk Green Events für nachhaltige Veranstaltungen. Den Abschluss bildete die Initiative Hamburg muss handeln. Dieses Projekt setzt sich dafür ein, dass unter anderem die von Fridays for Future geforderten Maßnahmen von der Bürgerschaft umgesetzt werden.

Die Protagonisten der 100 Sekunden

Ebenfalls eine feste Größe beim N Klub ist der PSD Bank Nord-Förderpreis: Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wurde bereits zum zehnten Mal vergeben und ging an diesem Abend an Hamburg Leuchtfeuer. Die Initiative baut momentan ein gemeinnütziges Wohnprojekt für chronisch kranke Menschen und möchte ein Lastenfahrrad bauen, um den Bewohnern Fahrradtouren durch Hamburg zu ermöglichen.

Josef Reppenhorst (l.) mit Frank Neitzel von der PSD Bank Nord

„Der N Klub fragt nach?!“ mit Katharina Fegebank könnt ihr ab sofort in unserem Podcast noch einmal nachhören:

Als Gäste des Abends waren u.a. dabei:
Tobias Albert (Hamburg Tourismus GmbH), Ingo Fehr (Flughafen Hamburg GmbH), Kübra Gümüşay (Journalistin), Florian Hardegen (KlimaINVEST Green Concepts GmbH), Janina Heel (Hamburger HOCHBAHN), Nike Hornborstel (On Purpose), Lena Knoop (Team Green OCF Consulting), Dirk Lehmann (Lehmanns Bio Service), Kurt Maier (Behörde für Umwelt und Energie), Nikolas Migut (Strassenblues), Lisa Pinkowski (BDO AG), Tobias Schlegl (Moderator), Christine Stecker (Universität Hamburg)

„Wir kämpfen um die Zukunft unserer Gesellschaft“ – Hamburgs Sport- und Innensenator Andy Grote zu Gast beim 40. N Klub

Am Dienstagabend lud der N Klub zur mittlerweile 40. Ausgabe des Nachhaltigkeitsnetzwerkes ein. Den Rahmen für dieses Jubiläum bildete das neue kinder- und familienfreundliche JUFA Hotel in der HafenCity. Mit großer Spannung wurde von den 120 Gästen das Format „Der N Klub fragt nach?!“ erwartet, zu dem Gastgeber und Initiator Lars Meier Hamburgs Sport- und Innensenator Andy Grote als Gesprächspartner begrüßen durfte. Aus aktuellem Anlass waren auch die Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen Thema. Der Innensenator stellte in der Diskussion um die zukünftige Deutungshoheit in politischen Debatten fest: „Wir befinden uns in einer Kampfsituation. Wir kämpfen um die Zukunft unserer Gesellschaft.“ Trotz des schlechten Abschneidens der Volksparteien, sieht Grote eine Chance, diesen Kampf zu gewinnen: „Am Ende hatten immerhin in beiden Bundesländern die regierende Volkspartei es noch ein Stück weit abgefangen. Das zeigt, dass noch eine Chance besteht, etwas entgegenzusetzen.“ Sehr gefährlich sei allerdings, dass Menschen aus den neuen Bundesländern das Gefühl haben, nicht in dem gesamtdeutschen politischen Diskurs vorzukommen: „Damit müssen wir schon ernsthaft umgehen.“

Lars Meier im Gespräch mit Innensenator Andy Grote bei „Der N Klub fragt nach?!“

Ebenso stehe im Bereich der Nachhaltigkeit ein harter Kampf bevor: „Wir hatten das Gefühl, in Deutschland passiert doch schon ganz viel und wir sind Vorreiter.“ Initiativen wie Fridays for Future haben laut Grote allerdings an diesem Selbstverständnis gerüttelt: „Dadurch hat es auch bei mir eingesetzt, mich wieder mehr damit zu beschäftigen.“ Seine Behörde sieht Grote schon, obwohl noch sehr viel zu tun sei, auf dem richtigen Weg: „Wir nehmen europaweit den ersten mit Wasserstoff betriebenen Streifenwagen in Betrieb.“ Außerdem habe die Innenbehörde die Idee, gemeinsam mit einem traditionellen Segelclub die Alster CO2-frei zu machen.

Natürlich waren auch Themen wie G20 und Ausschreitungen im Rahmen entsprechender Großveranstaltungen ein Thema, was gerade für den mit seiner Agentur in der Schanze ansässigen Lars Meier ein Herzensthema war: „Wir haben zu den ganz harten Eskalationen und zu den Einzelstraftaten keinen direkten Bezug zur Roten Flora festgestellt“, stellte Andy Grote fest. Daher sei es nicht gerechtfertigt, eine Diskussion zur Räumung der Flora anzufangen. Denjenigen, die das zur Diskussion gebracht hätten, ginge es nicht darum, ein gutes Miteinander zu finden und sich ernsthaft damit zu beschäftigen: „Das war reine politische Brandstifterei.“

Bereits vor dem Gespräch mit Innensenator Andy Grote, gab Markus Sauerhammer in seiner Impulsrede Anregung für mehr nachhaltiges Denken und Handeln. Der 1. Vorsitzende des Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland sprach über die Gestaltung der Zukunft von Gesellschaft in Verbindung mit digitalem Wandel. Besonders inspiriert wurden die Gäste durch seine Thesen: „Obwohl wir so viel zu bieten haben, sitzen wir da, verwalten den Status Quo und glauben, damit Zukunft gestalten zu können.“ In Deutschland gehe es nur um die Maximierung der Investorenrendite. Selbst bei sozialen Start-ups gäbe es keine Förderung und keine Möglichkeit, das Start-up auszubauen.

Impulsredner Markus Sauerhammer

Mit großer Vorfreude wurden die traditionellen „100 Sekunden“-Kurzvorträge erwartet. Hierbei stellten vier Hamburger Initiativen ihre Projekte für mehr Nachhaltigkeit vor. Zu Beginn präsentierte Ralf Portugall die Initiative PFIFF. Der Fachdienst für Familien setzt sich seit 1991 dafür ein, dass Kinder sich gesund, kind- und altersgerecht entwickeln können. Verwurzelt in der Pflegekinderhilfe werden hier Herkunftsfamilien wie auch Pflegefamilien und Paten beraten und begleitet. Ebenfalls mit dabei: Chrisdian Wittenburg vom Verein UTE, der für den engagierten Umgang mit Behinderten wirbt und Alexandra Herget von TUTAKA. Diese Initiative hat das Ziel, Gastgeben nachhaltiger zu machen. Zum Abschluss stellte sich der Verein Freunde alter Menschen e.V. vor. Simone Sukstorf und ihr Team haben es sich zur Aufgabe gemacht, alte Menschen vor Einsamkeit und Isolation zu bewahren. Ein Thema, dass gerade in Zeiten von sozialen Medien und Digitalisierung immer aktueller wird.

Die Vortragenden der 100 Sekunden

Große Freude bei der Verleihung des neunten PSD Bank Nord-Förderpreis: Der mit 2.500 Euro dotierte Preis ging an diesem Abend an das Büro für Kultur- und Medienprojekte für das Projekt „creACTIv für Klimagerechtigkeit“. Bei creACTIv befassen sich Hamburger Schülerinnen und Schüler im Austausch mit Jugendlichen des globalen Südens mit den weltweiten Auswirkungen des Klimawandels. Gemeinsam werden künstlerische Präsentationen und kreative Aktionen zur Klimagerechtigkeit entwickelt.

Frank Neitzel von der PSD Bank Nord überreicht den Förderpreis an Frederike Seithel und Jan Laackmann

Als Gäste des Abends waren u.a. dabei:

Mathias Adler (Hamburger Tagesjournal), Christoph Behrens (Alchemist Hub), Prof. Dr. Michael Braungart (Gründer epea gmbH), Olaf Dechow (CSR Otto GmbH & Co. KG), Christian Freitag (Pressesprecher Hamburg Messe), Andy Grote (Innensenator), Joachim Hartz (HKS Handelskammer Hamburg Service GmbH), Varena Junge (Geschäftsführerin enyway GmbH), Frank Neitzel (Pressesprecher PSD Bank Nord), Mathis Neuburger (Hamburger Morgenpost), Christian Priemer (Hamburger Hochbahn), Britta Rolle (Geschäftsführerin CASA VERDE Immobilien), Kristina Sassenscheidt (Denkmalverein Hamburg), Mariann von Redecker (Ratherrn Brauerei GmbH)

„In den nächsten vier Jahren liegt die Barrierefreiheit im öffentlichen Personennahverkehr bei 100 Prozent“ – Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher zu Gast beim 39. N Klub

Eine außergewöhnliche Location mit einem besonderen Gast: Am Mittwochabend lud der N Klub zur 39. Ausgabe ein, dieses Mal in die U-Bahn-Haltestelle der U4 der HafenCity-Universität. Den Mittelpunkt des Abends bildeten die 15 Forderungen des Nachhaltigkeitsnetzwerkes für ein zukunftsfähiges Hamburg, die N Klub-Initiator Lars Meier seinem Gesprächspartner im Rahmen des Formates „Der N Klub fragt nach?!“ präsentierte. Vor fünf Jahren überreichte Lars Meier bereits ähnliche Forderungen an den damaligen Bürgermeister Olaf Scholz, jetzt stellte sich Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher der Liste des N Klubs. Die 130 anwesenden Gäste verfolgten das offene Bühnengespräch und die Ausführungen von Tschentscher mit großem Interesse. Besonders die Forderungen nach emissionsfreiem Gewerbeverkehr, einer besseren Infrastruktur für ältere Menschen und einer Nachhaltigkeitsstabsstelle in der Senatskanzlei wurden unter die Lupe genommen.

Lars Meier befragt Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher bei „Der N Klub fragt nach?!“

Auf den Punkt nach emissionsfreiem Gewerbeverkehr innerhalb des Ring 2, entgegnete der Bürgermeister: „Was den offiziellen Last-Mile-Transport von Paketdiensten angeht, sind wir 2025 wahrscheinlich schon sehr weit. Wir haben mit ihnen auf Neudeutsch einige ‚Letter of Intence‘ beschlossen und vereinbart, dass sie Elektrofahrzeuge im innerstädtischen Bereichen einsetzen und wir ihnen dafür die Voraussetzungen zur Umsetzung schaffen.“ Auf den Wunsch nach besserer Infrastruktur für ältere Menschen, blickt er positiv in die Zukunft: „Wir sind in den nächsten vier Jahren bei 100 Prozent behindertengerechten U- und S-Bahn-Stationen in Hamburg. Das macht uns in Europa auch keine andere Stadt vor.“ Die Nachfrage von Lars Meier, wie der aktuelle Status hier aussähe, entgegnete Tschentscher, dass man sich aktuell zwischen 80 und 85 Prozent bewegen würde, was ein sehr großer Fortschritt sei im Vergleich zu seinem Senatsantritt im Jahr 2011. Eine barrierefreie Stadt sei schließlich eine menschengerechte Stadt für alle und daher von enormer Bedeutung. Hier wies Tschentscher auch darauf hin, dass nicht nur ältere Menschen, sondern auch Menschen mit Behinderungen, Einschränkungen oder Familien mit Kinderwagen einen entsprechenden Zugang bräuchten. Er selbst habe aufgrund einer gesundheitlichen Einschränkung schon erlebt, wie schwierig eine Treppe in gewissen Situationen sei. Eine Nachhaltigskeitsstabstelle in der Senatskanzlei hält Tschentscher jedoch für ausgeschlossen: „Nicht jede wichtige Aufgabe kann man bei der Senatskanzlei anbinden, sonst bräuchten wir keine Fachbehörden mehr“.

Henrik Falk (links) und Lars Meier (rechts) übergeben die 15 Forderungen an den Bürgermeister

Den Auftakt des Abends bildete eine Begrüßungsrede des Vorstandsvorsitzenden der HOCHBAHN und Gastgebers Henrik Falk, gefolgt von der Impulsrede von Christian Hochfeld. Der Direktor der Denkfabrik Agora Verkehrswende ist Experte in den Bereichen Verkehr sowie Elektromobilität und präsentierte unter anderem Thesen für die Verkehrswende, sein zentraler Punkt: „Wir hatten in letzten Jahrzehnten zu wenig Bemühungen, das Verkehrssystem auszubauen. Allein der Antrieb bringt uns die Verkehrswende nicht.“ Wir bräuchten die Verkehrswende, sonst können die Klimaschutzziele nicht erreicht werden, so Hochfeld.

Christian Hochfeld hielt am Abend die Impulsrede

Bereits zum achten Mal wurde der PSD Bank Nord-Förderpreis verliehen. Aus über zehn eingereichten Bewerbungen wurde der mit 2.500 Euro dotierte Preis der Loki-Schmidt-Stiftung überreicht, die sich mit dem neuen Projekt „Kinder werden NaturForscher“ für mehr Naturnähe von Stadtkinder engagiert.

Frank Neitzel von der PSD Bank Nord übergibt den Förderpreis an die Loki-Schmidt-Stiftung

Einen weiteren Höhepunkt des Abends bildeten die „100 Sekunden“-Kurzvorträge. Das Start-up Cirplus baut eine Digitalplattform für den Handel mit recycelten Kunststoffen vor, die Initiative Hamburg liest weiter leitet ausgelesene Zeitungen an gemeinnützige Einrichtungen weiter und Team Green setzt sich für nachhaltige Mobilitätsmöglichkeiten ein. Außerdem dabei: die Initiative Go Banyo, die einen Duschbus für Obdachlose auf die Straße bringen will.

Die Vortragenden der 100 Sekunden-Reihe

„Der N Klub fragt nach?!“ mit Dr. Peter Tschentscher könnt ihr ab sofort in unserem Podcast noch einmal nachhören:

Als Gäste des Abends waren u.a. dabei:

Ralf Behrens (Behörde für Umwelt und Energie), Anja Berestetska (Mobilitätslabor), Prof. Dr. Michael Braungart (Epea GmbH), Prof. Dr. rer. Pol. Roland Deckert (HFH – Hamburger Fern-Hochschule), Henrik Düker (Greenpeace Energy eG), Björn Fischer (tricargo), Pascal Fromme (Pfand gehört daneben), Dorita Hermes (Hamburg Port Authority), Laura Hoyer (KlimaNVEST Green Concepts GmbH), Anja Lennartz (Loki-Schmidt-Stiftung), Alexander Liedke (WWF Deutschland), Dominika Mazurkiewicz (Klimapatenschaft GmbH), Frank Neitzel (PSD Bank Nord), Mathis Neuburger (Hamburger Morgenpost), Christian Priemer (Hamburger HOCHBAHN), Mimi Sewalski (Avocado Store GmbH) Norman Wiegand (Hamburger HOCHBAHN), Frank Wieding (Hamburger Tierschutzverein)

12. N Klub in Frankfurt: „Wir müssen über Geschichte lernen, aber vor allem müssen wir aus Geschichte lernen.“

Am Mittwoch, dem 17.04.2019, kamen rund 100 Vertreter von Vereinen, Initiativen und aus der Wirtschaft in der Bildungsstätte Anne Frank zum N Klub in Frankfurt zusammen und diskutierten aktuelle Herausforderungen und Aufgaben in der Nachhaltigkeitsszene der Mainmetropole.

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Vergangenen Mittwoch stellten Nicole und Claudia in 100 Sekunden die Arbeit vom Stitch by Stitch e.V. in Frankfurt vor. Sie haben gemeinsam mit professionellen Schneiderinnen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind, eine B2B Schneider-Werkstatt gegründet, um kleine Serienproduktionen für lokale Start-Up Labels anzufertigen. Ganz besonders wichtig ist ihnen die Ausbildung und Integration im Werkstattalltag. Die Vielfalt der Menschen und ihre unterschiedlichen Kompetenzen, stärken ihr Unternehmen und gleichzeitig werden Sprachdefizite und -barrieren abgebaut. Weitere Informationen über das Projekt erhaltet ihr hier: www.stitchbystitch.de . . #nklub #nklubhh #nachhaltigkeitsklub #zukunftsfähigkeit #klub #nachhaltigkeit #nachhaltigesleben #netzwerk #sustainability #gemeinschaft #netzwerken #thereisnoplanetb #einfachmachen #fairfashion #newfashion

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Zum Auftakt des Nachhaltigkeitsnetzwerkes stellte Deborah Krieg von der Bildungsstätte Anne Frank e.V. in der Eröffnungsrede die Frage „Wie setzen wir uns eigentlich miteinander auseinander, um eine bessere Welt zu schaffen?“. Darüber hinaus plädierte sie für einen bewussten Umgang mit Geschichte: Es gehe nicht nur darum, über Geschichte etwas zu lernen, sondern vor allem auch aus der Geschichte zu lernen. Anschließend hielt Daniel Anthes (33) eine Impulsrede. Der Food- und Nachhaltigkeitsexperte war bereits vor einigen Jahren beim N Klub zu Gast und forderte nun in seinem Vortrag „mehr Mut und Zukunftsoptimismus, denn damit können wir etwas erreichen.“ Nachhaltig zu leben sei nicht nur für die Gesellschaft insgesamt besser, sondern auch für jeden Einzelnen ein Mehrwert: „Achtsamer Konsum bringt uns mentalen Reichtum“. Dirk Friedrichs stellte anschließend attac vor und hat u.a. über den Status Quo der Organisation und die rechtlichen Herausforderun-gen bzgl. Gemeinnützigkeit gesprochen.

Im Rahmen der beliebten „100 Sekunden“-Reihe präsentierten drei Frankfurter Initiativen ihre Projekte. Anna Meister von ZuBaKa will jugendlichen Migranten und Geflüchteten einen erfolgreichen Start in Schule und Beruf ermöglichen, BIEGL e.V. setzt sich für den Erhalt der Grünfläche am Günthersburgpark ein und Nicole von Alvensleben führt gemeinsam mit geflüchteten Schneiderinnen das Label Stitch by Stitch.

Wir blicken auf eine erfolgreiche N Klub-Reihe in Frankfurt zurück und bedanken uns bei allen Partnern und Gästen.

Als Gäste des Abends waren u.a. dabei:

Georg Schürmann (Triodos Bank), Helge Beck (Umweltforum Rhein Main), Youssef Bouniete (Stadt Frankfurt), Siraad Wiedenroth (Bildungsstätte Anne Frank), Cordula Delp (ball group – SCM2), Dr. Christiane Jünemann (Jünemanns junges Gemüse), Edith Kleber (Frankfurter Tafel), Matthias Lehnert (Oikocredit Geschäftsstelle Deutschland), Susanne Petry (Architektur im Dialog), Simone Steinberg (DB Mobility Logistics), Felix Große-Lohmann (Material für alle e.V.)

„Als Sozialsenatorin ist mir das Thema Energie total wichtig“ – Melanie Leonhard bekundet beim 38. N Klub Interesse an der Leitung der Umweltbehörde

„Wenn wir als Stadt in Zukunft eine Rolle spielen wollen, dann wird man weiter daran arbeiten müssen, dass sich auch die Hamburger Industrie als Teil der nachhaltigen Metropole versteht“: Mit dieser Aussage beschrieb Sozialsenatorin Melanie Leonhard (41, SPD) den Status Quo um die Nachhaltigkeit in der Hansestadt beim ersten N Klub 2019. Im Zuge dessen erklärte die Politikerin auch, dass sie sich die Leitung der Umweltbehörde durchaus zutraue. Leonhard war der Einladung von N Klub-Initiator Lars Meier in die MOTTE Altona gefolgt, um bei „Der N Klub fragt nach?!“ mit rund 140 Vertretern von Vereinen, Initiativen und aus der Wirtschaft aktuelle Aufgaben und Herausforderungen der Sozialbehörde zu diskutieren.

Auf die Frage, wie der Stand der Dinge bei der Integration der Geflüchteten sei, antwortete die Senatorin: „Anfang des Jahres waren 13.000 von 27.000 der arbeitsfähigen Geflüchteten in sozialversicherungspflichtigen Berufen. Und das ist eine richtig gute Zahl. Wir haben eine ganz tolle Unternehmerschaft in Hamburg, die sich sehr engagiert hat bei dem Thema“. Weiteren Handlungsbedarf sieht sie zudem vor allem im Bereich Elternzeit für Männer: „Ich muss immer anregen: Schöpft den gesetzlichen Rahmen aus. Und das ist für einige noch sehr schwierig. Wir müssen was im Kopf umstellen, sonst wird das ewig so bleiben.“

Lars Meier im Gespräch mit Sozialsenatorin Melanie Leonhard

Den Auftakt der mittlerweile 38. Ausgabe des Nachhaltigkeitsnetzwerkes bildete eine Impulsrede von Kübra Gümüşay (30). Die Autorin und Netz-Aktivistin gehört zu den prägenden Köpfen des Islam in Deutschland und ist eine Vorreiterin im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Sie stellte fest: „Wenn Empörung zu einem Dauerwerkzeug wird und wir gar nicht mehr dazu kommen, die Vision, die wir haben, umzusetzen […], dann haben wir ein Problem.” Außerdem solle Hass nicht vermenschlicht werden: „Wer Hass streut, befindet sich außerhalb dessen, was sich innerhalb unserer Gesellschaft befinden sollte.“

Kübra Gümüşay hielt am Abend die Impulsrede

Einen weiteren Programmpunkt bildete die nunmehr siebte Verleihung des PSD Bank Nord-Förderpreises. Den mit 2.500 Euro dotierten Preis erhielt die Gesellschaft zur Erhaltung untergehender Kulturgüter Zeitlupe für das aktuelle Projekt „Mein Obstbaum“. Initiator Michael Heißenberg möchte damit Kindern und Jugendlichen näher bringen, wie Lebensgrundlagen erhalten werden können.

Michael Heißenberg (links) erhält den PSD Bank Nord-Förderpreis von Frank Neitzel

Im Rahmen der beliebten „100 Sekunden“-Reihe präsentierten schließlich vier gemeinnützige Hamburger Initiativen ihre Projekte: Martina Irmisch von „Radentscheid Hamburg“ setzt sich für ein sicheres Fahrradnetz in Hamburg ein, Heide Peuckert hat mit ihrem Unternehmen „MyLily“ nachhaltige Hygieneartikel für Frauen, wie Bio-Tampons, entwickelt und Konstanze Burger plant die Gründung der Schauspielschule „Andersrum“ für Menschen mit körperlicher und geistiger Einschränkung. David Hummel von „Zelt17“ wiederum möchte Menschen in ihrer Freizeit spielerisch an das Thema Nachhaltigkeit heranführen.

Kübra Gümüşay mit den Vortragenden der „100 Sekunden“-Reihe

Als Gäste des Abends waren u.a. dabei:

Janina Alff (Hanseatic Help), Kim Christophersen (Surf Club Altona), Ulf Bodenhagen (Hamburg Leuchtfeuer), Arnd Boeckhoff (Viva con Agua Foundation), Nicole Borgeest (Brot für die Welt), Max Brandt (Klimapatenschaften), Olaf Dechow (Otto GmbH & Co. KG), Insa Dehne (Stückgut Hamburg), Cornelia Deppe-Burghardt (Greenpeace e.V.), Kai-Oliver Farr (Engagement Global gGmbH), Manuela Haddadzade (NDR), Janina Jäger (startsocial e.V.), Lars Jessen (Bird & Bird Film GmbH), Varena Junge (enyway GmbH), Mitra Kassai (Oll Inklusiv), Fanny Märcz (ZEIT WISSEN), Christian Priemer (Hamburger HOCHBAHN AG), Linda Rau (JOBLINGE gAG Hanse), Mike Schlink (Hamburger Morgenpost), Jan Siegert (12min.me), Lars Straeter (Conplan Betriebs- und Projektberatungs GmbH), Patrick Alpoim (Vistro), Paul Pauksch (altonale GmbH), Chris Poelmann (GoBanyo), Rainer Ali Wichmann (Scharlatantheater), Mathias Adler (Tagesjournal), Uli Ott (MARLOWE NATURE – fair fashion)

Für mehr Nachhaltigkeit: Umweltsenator Jens Kerstan schreibt keine Weihnachtskarten (37. N Klub Hamburg, St. Pauli Kirche)

Hamburg, 07.12.2018
Für mehr Nachhaltigkeit: Umweltsenator Jens Kerstan schreibt keine Weihnachtskarten
Beim N Klub in der St. Pauli Kirche stellte Umweltsenator Jens Kerstan (52, Bündnis 90/Die Grünen) die Ziele der Behörde für Umwelt und Energie für das kommende Jahr vor. Zur 37. Ausgabe des Nachhaltigkeitsnetzwerkes trafen sich 120 Vertreter von Initiativen, Vereinen und aus der Wirtschaft, um mit dem Senator die Herausforderungen 2019 zu diskutieren.

„Die Wärmewende ist unser großes Ziel, denn damit legen wir den Grundstein, um 2022 das erste Kohlekraftwerk abschalten zu können“, so Umweltsenator Jens Kerstan im Gespräch mit N Klub-Initiator Lars Meier (Gute Leude Fabrik). Handlungsbedarf sieht der Politiker noch an anderer Stelle. „Die Lärm- und Luftqualität in Hamburg muss besser werden. Das ist eine Herkules-Aufgabe, aber der stellen wir uns.“
Außerdem verriet der 52-jährige, welchen Beitrag er für ein nachhaltigeres Weihnachten leistet. „Ich verschicke keine Weihnachtskarten mehr. Das ist ein Brauch, bei dem viele Ressourcen verschwendet werden, ohne dass man jemandem eine große Freude macht.“ Seinen persönlichen Anteil für mehr Umweltschutz im nächsten Jahr steuerte der Senator noch vor Ort bei. Er wurde Fördermitglied des Vereins Pacific Garbage Screening.

Dieser wurde zuvor von Gründerin Marcella Hansch (32) vorgestellt. Die Architektin entwarf ein Konzept, wie man die Ozeane von Plastikmüll befreien kann. Ihre Bilanz nach fünf Jahren Kampf für eine nachhaltigere Welt: „Es ist frustrierend, wie träge die Politik ist und wie viele Steine einem in den Weg gelegt werden. Umso schöner, wenn man sieht, was die große Masse gemeinsam schafft und was jeder Einzelne von uns leisten kann.“

Zum sechsten Mal vergab der N Klub den PSD Bank Nord-Förderpreis. Die mit 2.500 Euro dotierte Auszeichnung wurde an den Verein Westwind Hamburg vergeben. Dieser stellt bedürftigen Menschen in der Hansestadt Fahrräder schnell und unbürokratisch zur Verfügung.

Im Rahmen der „100 Sekunden“-Reihe präsentierten drei gemeinnützige Initiativen Hamburgs ihre Projekte. Die größte Aufmerksamkeit erntete das StrassenBUCH. Um Menschen, die auf der Straße leben, eine Möglichkeit zu geben ihre Kreativität auszuleben, erarbeiteten die Vereine MenscHHamburg und StrassenBLUES gemeinsam mit Rosi und Alex, zwei ehemaligen Obdachlosen, einen Foto- und Gedichtband. Die Texte und Bilder im Buch stammen aus der Zeit als Rosi und Alex wohnungslos waren. Diese Zeit gehört inzwischen der Vergangenheit an. Dennoch weiß Rosi noch wie bitter es sich anfühlt, in der Vorweihnachtszeit kein Dach über dem Kopf zu haben. So richtete sie zum Ende der Veranstaltung einen eindringlichen Appell an die anwesenden Gäste: „Lasst die Menschen draußen nicht im Stich! Helft dabei, Unterkünfte zu schaffen – besonders jetzt im Winter.“

Vom Hambacher Forst in die Kleiderkammer – der N Klub bei Hanseatic Help e.V.

Unterhaltsame Bühnengespräche und ernste Anliegen beim N Klub zwischen Kleiderkisten: Im Lager des Vereins Hanseatic Help informierten sich gestern Abend rund 140 Interessierte und Engagierte über Hanna Poddig Erlebnisse im Hambacher Forst und Falko Droßmanns Pläne für den Bezirk Hamburg-Mitte.

18. September 2018 – Informieren, Impulse geben und ein Forum für den Austausch bieten – das ist das Anliegen des Netzwerktreffens N Klub, das regelmäßig Hamburger mit Interesse am Thema Nachhaltigkeit zusammenbringt. Dieses Mal dürfte aber auch der ungewöhnliche Veranstaltungsort zum großen Ansturm auf das kleine Event beigetragen haben: Zwischen Kleiderstangen und Kartons empfingen Veranstalter Lars Meier von der Gute Leude Fabrik und die Gastgeber des 36. N Klub, der Verein Hanseatic Help, rund 140 Gäste. Unter dem Motto „Einfach machen“ unterstützt Hanseatic Help Geflüchtete, Obdachlose, Kinderheime und Krankenhäuser mit gespendeter Kleidung und bot den N-Klub-Gästen Einblick in ihr Arbeitsumfeld.

Auf einer Bühne aus Paletten leitete Dr. Katharina Reuter das Bühnenprogramm ein. Die Geschäftsführerin von UnternehmensGrün e.V. stellte den Bundesverband der grünen Wirtschaft vor und mahnte politische Veränderungen an, um nachhaltiges Wirtschaften zu ermöglichen: „Die politischen Rahmenbedingungen sind nicht so gesetzt, dass man in diesem Ansinnen unterstützt wird.“

Ein weiteres Ausrufezeichen setzte Umweltaktivistin und Autorin Hanna Poddig, die gerade erst aus dem Hambacher Forst in die Hansestadt zurückgekehrt ist. „Dieser Wald ist in vielen Aspekten ein sehr trauriger Ort – die Leute verlieren ein Zuhause und einen sozialen Ort, und alle verlieren einen wirklich wertvollen Wald.“ Aufgrund von Konzerninteressen sei der Wald bereits von 4000 auf 200 Hektar geschrumpft. Sie fasst ihren Einsatz für den Forst mit dem Zitat eines Aktivisten vor Ort zusammen: „Wir kämpfen nicht nur um den Wald, sondern auch um die Herzen.“

Anschließend stand der Talk „Der N Klub fragt nach?!“ mit Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte Falko Droßmann auf dem Programm. „Für mich und meine Mitarbeiter ist Mitte Rock‘n Roll“, fasst Falko Droßmann seine Arbeit in dem Bezirk, der sich von der Veddel bis St. Pauli erstreckt, zusammen. Im unterhaltsamen Gespräch mit N-Klub-Initiator Lars Meier ging es um Sozialpolitik, Senatorenambitionen und die Hamburgische Zivilgesellschaft.
So sprach Droßmann der lebendigen Helfer-Szene in Hamburg ein großes Lob aus. Diese habe die Stadt im Jahr 2015 angesichts des immensen Flüchtlingsstroms vor einem Verwaltungs-Kollaps wie in Berlin bewahrt. „Das war partnerschaftlich ein ziemlich geiler Erfolg“, so der SPD-Politiker. Erfolgreich würden auch die vielen Großveranstaltungen in Mitte gestemmt – von Ironman bis Schlagermove, immer mische der Bezirk Mitte mit. Mit einem Augenzwinkern schlug Droßmann eine Verlagerung einiger Veranstaltungen vor: „Der Schlagermove könnte auch mal die Elbchaussee entlang gehen.“
Ernstere Töne schlug er jedoch auch an, denn der Bezirk stehe vor großen Herausforderungen: Über 70 Prozent der unter 18-Jährigen hätten einen Migrationshintergrund, 60 Prozent aller Kinder lebten in einer Bedarfsgemeinschaft und seien vom Staat abhängig, außerdem bestünde die Hälfte der Familien in seinem Zuständigkeitsbereich aus Alleinerziehenden. Gleichzeitig sei „(…) die Struktur der Bezirksverwaltung in Hamburg eine Katastrophe“, die Prozesse dauerten sehr lange. Dies soll zukünftig verbessert werden. Als Meier den Politiker auf mögliche Aspirationen auf den Posten des Wirtschaftssenators anspricht, betont Droßmann, er sei noch dreieinhalb Jahre Bezirksamtsleiter, fände die Themen Innovation und Verkehr aber „spannend“. „Bis jetzt ist aber noch niemand auf die bescheuerte Idee gekommen, mich zu fragen“, fügte er schmunzelnd hinzu.

Im Rahmen der „100 Sekunden“-Vorträge, für die der N Klub bekannt ist, zeigten sich Hamburgs Initiativen gewohnt vielseitig. Den Anfang machte eine Gruppe um Sylvia Klöpfel vom Verein De Fleetenkieker: „Wir fischen Styropor, Plastikmüll und alles, was nicht in die Alster gehört, mit der Hilfe von Kindern, Schülergruppen und weiteren Freiwilligen heraus“. So kombiniert der Verein Umweltschutz und Jugendarbeit und setzt sich so „für die Tiere, für die Natur und für ein schönes Hamburg“ ein.
Lara Maria Wichels und Jamie Watson von Pinkstinks Germany e.V. stellten ihre Empowerment-Geschichte „David und sein rosa Pony“ vor. Damit sollen Klischees aus dem Weg geräumt werden. „Es ist wichtig, dass wir Menschen auf Homophobie und Sexismus aufmerksam machen“. Die Aktivistinnen wollen aufklären, indem sie die fiktive Geschichte von David und seinem rosa Pony deutschlandweit an Schulen erzählen.

Eine Verbesserung der Gesundheitsvorsorge für obdachlose oder geflüchtete Frauen schaffen, dieses Ziel hat sich das Projekt Women’s Health Team gesetzt. „Wir sind eine Gruppe von Hebammen und Gynäkologinnen, die sich seit August 2015 für eine bessere gynäkologische Versorgung von geflüchteten Frauen einsetzen“, erklärt Ärztin Mirjam Wagner. „Wir haben jetzt sogar eine mobile Praxis, die zwei Mal monatlich eine Sprechstunde für alle bedürftigen Frauen auf dem Hansa-Platz anbietet“, fügt sie hinzu.
Leckeren Kaffee und Kuchen auf Spendenbasis gepaart mit interkulturellen Begegnungen gibt es im frisch eröffneten Treppencafé auf St. Pauli. „St. Pauli hat uns eine neue Heimat gegeben. Jetzt möchten wir uns mit dem Treppencafé um St. Pauli kümmern“, erzählen Amir Reza und Amad Beram über ihr Projekt.

Zum fünften Mal vergab der N Klub den PSD Bank Nord-Förderpreis. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wurde an das Zimmerwetter-Projekt des Regionalverband Umweltberatung Nord e.V. verliehen. Frank Neitzel, Vorstandssprecher der PSD Bank Nord, erklärte zur Auswahl des Gewinners: „Es ist ein tolles Projekt, das zu unserer Kernkompetenz Baufinanzierung passt und Kinder miteinbezieht“. Zimmerwetter setzt sich für das gesunde Aufwachsen in schadstoff- und schimmelpilzfreien Räumen sowie Klimaschutz durch energiesparende Raumnutzung ein. Im Vorfeld der Veranstaltung wählte eine Jury den Gewinner unter 15 Bewerbern aus.

N Klub Frankfurt: Stadtrat Stefan Majer wünscht sich eine bessere Gesundheitsprävention beim 11. N Klub Frankfurt

Stefan Majer, Frankfurts Stadtrat für Personal und Gesundheit, sprach am Donnerstagabend im Mehrgenerationenhaus des KIZ Gallus über die Herausforderungen im Gesundheitssektor.
Über 90 Gäste tauschten sich im Mehrgenerationenhaus des KIZ Gallus über die Zukunftsfähigkeit der Mainmetropole aus.

06. September 2018 ● „Unser Projekt schafft interkulturelle Begegnungsorte für Jung und Alt, mit und ohne Migrationshintergrund“, sagte Gastgeberin Jessica Wiegand vom Verein KIZ Gallus in ihren Begrüßungsworten. Am Hessischen Tag der Nachhaltigkeit wurde das Familiencafé des Hauses zum Begegnungsort für die Nachhaltigkeitsszene Frankfurts. Den ersten Impuls zum Diskutieren lieferte Dr. Christian Hey vom HMUKLV. Mit einem Donut in der Hand verdeutlichte er Kate Raworth Theorie einer sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Wirtschaft. Demnach stelle der äußere Ring des Donut die planetarischen Belastungsgrenzen und der innere Kreis die soziale Fundierung dar, in welcher sich die Menschheit bewegen sollte. „Um das zu erreichen, müssen wir weg aus unseren Filterblasen und hin zu einem vernetzten Denken“, forderte der Leiter der Abteilung Klimaschutz, nachhaltige Stadtentwicklung, biologische Vielfalt.

Im Bühnengespräch „Der N Klub fragt nach?“ sprachen Lars Meier, Initiator des Nachhaltigkeitsnetzwerks und Frankfurts Stadtrat für Personal und Gesundheit Stefan Majer unter anderem über Drogenprobleme in städtischen Brennpunkten. „Der Umgang mit den Schwächsten in der Gesellschaft ist für mich eine grundlegende humane Frage“, erklärte der Politiker. „Nachhaltige Gesundheitspolitik fängt mit der Prävention an“, so der Stadtrat. „Man wartet nicht erst bis die Leute im Krankenhaus sind.“ Für ihn seien die Menschen, die jedes Jahr überleben, Kern des Erfolgs eines Drogenreferats. Anschließend ging er auf die Politikverdrossenheit ein: „Anstatt dass sich die Leute politisch engagieren, sprechen sie von Politikversagen“ machte Majer seinem Ärger Luft und erntete Applaus.
In den beliebten „100 Sekunden“-Kurzvorträgen stellten innovative Initiativen ihre Ideen vor, Frankfurt zu einer nachhaltigeren Stadt zu machen.
Den Anfang machten die Fleckenbühler, ein Arbeits- und Wohnverein aus Cölbe. „Wir helfen Menschen mit Suchtproblemen, selbstbestimmt zu leben. Dabei wollen wir verloren gegangene Grundlagen für eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise auf lokaler Ebene wiederherstellen“, erklärte Johannes Heckmann den Ansatz der nüchternen Arbeits- und Wohngemeinschaft.
Auch in der Kulturlandschaft ist viel Potenzial für Nachhaltigkeit vorhanden. Das Projekt Material für Alle sammelt überflüssig gewordene Materialien aus der Kreativwirtschaft: „Das Konzept schließt eine Lücke im kulturellen Angebot in Frankfurt und fördert neue Möglichkeiten kreative Akteure untereinander zu vernetzen“, so Initiator Felix Große-Lohmann. Ressourcen schonen, den CO2-Ausstoß minimieren und sein Geld gleichzeitig klimafreundlich und rentabel anlegen – dieses Ziel hat sich die Crowdinvesting-Plattform bettervest gesetzt. „Wir finanzieren Energieeffizienz-Projekte in Deutschland sowie in Schwellen- und Entwicklungsländern, in die man schon mit kleinem Geld investieren kann“, informierte Geschäftsführer Patrick Mijnals.

Passend zum Motto „Vielfältig-Nachhaltig-Hessisch“ des Hessischen Tags der Nachhaltigkeit zeigte der 11. N Klub Frankfurt, dass diese Devise von vielen Frankfurtern bereits gelebt wird.