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Für mehr Nachhaltigkeit: Umweltsenator Jens Kerstan schreibt keine Weihnachtskarten (37. N Klub Hamburg, St. Pauli Kirche)

Hamburg, 07.12.2018
Für mehr Nachhaltigkeit: Umweltsenator Jens Kerstan schreibt keine Weihnachtskarten
Beim N Klub in der St. Pauli Kirche stellte Umweltsenator Jens Kerstan (52, Bündnis 90/Die Grünen) die Ziele der Behörde für Umwelt und Energie für das kommende Jahr vor. Zur 37. Ausgabe des Nachhaltigkeitsnetzwerkes trafen sich 120 Vertreter von Initiativen, Vereinen und aus der Wirtschaft, um mit dem Senator die Herausforderungen 2019 zu diskutieren.

„Die Wärmewende ist unser großes Ziel, denn damit legen wir den Grundstein, um 2022 das erste Kohlekraftwerk abschalten zu können“, so Umweltsenator Jens Kerstan im Gespräch mit N Klub-Initiator Lars Meier (Gute Leude Fabrik). Handlungsbedarf sieht der Politiker noch an anderer Stelle. „Die Lärm- und Luftqualität in Hamburg muss besser werden. Das ist eine Herkules-Aufgabe, aber der stellen wir uns.“
Außerdem verriet der 52-jährige, welchen Beitrag er für ein nachhaltigeres Weihnachten leistet. „Ich verschicke keine Weihnachtskarten mehr. Das ist ein Brauch, bei dem viele Ressourcen verschwendet werden, ohne dass man jemandem eine große Freude macht.“ Seinen persönlichen Anteil für mehr Umweltschutz im nächsten Jahr steuerte der Senator noch vor Ort bei. Er wurde Fördermitglied des Vereins Pacific Garbage Screening.

Dieser wurde zuvor von Gründerin Marcella Hansch (32) vorgestellt. Die Architektin entwarf ein Konzept, wie man die Ozeane von Plastikmüll befreien kann. Ihre Bilanz nach fünf Jahren Kampf für eine nachhaltigere Welt: „Es ist frustrierend, wie träge die Politik ist und wie viele Steine einem in den Weg gelegt werden. Umso schöner, wenn man sieht, was die große Masse gemeinsam schafft und was jeder Einzelne von uns leisten kann.“

Zum sechsten Mal vergab der N Klub den PSD Bank Nord-Förderpreis. Die mit 2.500 Euro dotierte Auszeichnung wurde an den Verein Westwind Hamburg vergeben. Dieser stellt bedürftigen Menschen in der Hansestadt Fahrräder schnell und unbürokratisch zur Verfügung.

Im Rahmen der „100 Sekunden“-Reihe präsentierten drei gemeinnützige Initiativen Hamburgs ihre Projekte. Die größte Aufmerksamkeit erntete das StrassenBUCH. Um Menschen, die auf der Straße leben, eine Möglichkeit zu geben ihre Kreativität auszuleben, erarbeiteten die Vereine MenscHHamburg und StrassenBLUES gemeinsam mit Rosi und Alex, zwei ehemaligen Obdachlosen, einen Foto- und Gedichtband. Die Texte und Bilder im Buch stammen aus der Zeit als Rosi und Alex wohnungslos waren. Diese Zeit gehört inzwischen der Vergangenheit an. Dennoch weiß Rosi noch wie bitter es sich anfühlt, in der Vorweihnachtszeit kein Dach über dem Kopf zu haben. So richtete sie zum Ende der Veranstaltung einen eindringlichen Appell an die anwesenden Gäste: „Lasst die Menschen draußen nicht im Stich! Helft dabei, Unterkünfte zu schaffen – besonders jetzt im Winter.“

Vom Hambacher Forst in die Kleiderkammer – der N Klub bei Hanseatic Help e.V.

Unterhaltsame Bühnengespräche und ernste Anliegen beim N Klub zwischen Kleiderkisten: Im Lager des Vereins Hanseatic Help informierten sich gestern Abend rund 140 Interessierte und Engagierte über Hanna Poddig Erlebnisse im Hambacher Forst und Falko Droßmanns Pläne für den Bezirk Hamburg-Mitte.

18. September 2018 – Informieren, Impulse geben und ein Forum für den Austausch bieten – das ist das Anliegen des Netzwerktreffens N Klub, das regelmäßig Hamburger mit Interesse am Thema Nachhaltigkeit zusammenbringt. Dieses Mal dürfte aber auch der ungewöhnliche Veranstaltungsort zum großen Ansturm auf das kleine Event beigetragen haben: Zwischen Kleiderstangen und Kartons empfingen Veranstalter Lars Meier von der Gute Leude Fabrik und die Gastgeber des 36. N Klub, der Verein Hanseatic Help, rund 140 Gäste. Unter dem Motto „Einfach machen“ unterstützt Hanseatic Help Geflüchtete, Obdachlose, Kinderheime und Krankenhäuser mit gespendeter Kleidung und bot den N-Klub-Gästen Einblick in ihr Arbeitsumfeld.

Auf einer Bühne aus Paletten leitete Dr. Katharina Reuter das Bühnenprogramm ein. Die Geschäftsführerin von UnternehmensGrün e.V. stellte den Bundesverband der grünen Wirtschaft vor und mahnte politische Veränderungen an, um nachhaltiges Wirtschaften zu ermöglichen: „Die politischen Rahmenbedingungen sind nicht so gesetzt, dass man in diesem Ansinnen unterstützt wird.“

Ein weiteres Ausrufezeichen setzte Umweltaktivistin und Autorin Hanna Poddig, die gerade erst aus dem Hambacher Forst in die Hansestadt zurückgekehrt ist. „Dieser Wald ist in vielen Aspekten ein sehr trauriger Ort – die Leute verlieren ein Zuhause und einen sozialen Ort, und alle verlieren einen wirklich wertvollen Wald.“ Aufgrund von Konzerninteressen sei der Wald bereits von 4000 auf 200 Hektar geschrumpft. Sie fasst ihren Einsatz für den Forst mit dem Zitat eines Aktivisten vor Ort zusammen: „Wir kämpfen nicht nur um den Wald, sondern auch um die Herzen.“

Anschließend stand der Talk „Der N Klub fragt nach?!“ mit Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte Falko Droßmann auf dem Programm. „Für mich und meine Mitarbeiter ist Mitte Rock‘n Roll“, fasst Falko Droßmann seine Arbeit in dem Bezirk, der sich von der Veddel bis St. Pauli erstreckt, zusammen. Im unterhaltsamen Gespräch mit N-Klub-Initiator Lars Meier ging es um Sozialpolitik, Senatorenambitionen und die Hamburgische Zivilgesellschaft.
So sprach Droßmann der lebendigen Helfer-Szene in Hamburg ein großes Lob aus. Diese habe die Stadt im Jahr 2015 angesichts des immensen Flüchtlingsstroms vor einem Verwaltungs-Kollaps wie in Berlin bewahrt. „Das war partnerschaftlich ein ziemlich geiler Erfolg“, so der SPD-Politiker. Erfolgreich würden auch die vielen Großveranstaltungen in Mitte gestemmt – von Ironman bis Schlagermove, immer mische der Bezirk Mitte mit. Mit einem Augenzwinkern schlug Droßmann eine Verlagerung einiger Veranstaltungen vor: „Der Schlagermove könnte auch mal die Elbchaussee entlang gehen.“
Ernstere Töne schlug er jedoch auch an, denn der Bezirk stehe vor großen Herausforderungen: Über 70 Prozent der unter 18-Jährigen hätten einen Migrationshintergrund, 60 Prozent aller Kinder lebten in einer Bedarfsgemeinschaft und seien vom Staat abhängig, außerdem bestünde die Hälfte der Familien in seinem Zuständigkeitsbereich aus Alleinerziehenden. Gleichzeitig sei „(…) die Struktur der Bezirksverwaltung in Hamburg eine Katastrophe“, die Prozesse dauerten sehr lange. Dies soll zukünftig verbessert werden. Als Meier den Politiker auf mögliche Aspirationen auf den Posten des Wirtschaftssenators anspricht, betont Droßmann, er sei noch dreieinhalb Jahre Bezirksamtsleiter, fände die Themen Innovation und Verkehr aber „spannend“. „Bis jetzt ist aber noch niemand auf die bescheuerte Idee gekommen, mich zu fragen“, fügte er schmunzelnd hinzu.

Im Rahmen der „100 Sekunden“-Vorträge, für die der N Klub bekannt ist, zeigten sich Hamburgs Initiativen gewohnt vielseitig. Den Anfang machte eine Gruppe um Sylvia Klöpfel vom Verein De Fleetenkieker: „Wir fischen Styropor, Plastikmüll und alles, was nicht in die Alster gehört, mit der Hilfe von Kindern, Schülergruppen und weiteren Freiwilligen heraus“. So kombiniert der Verein Umweltschutz und Jugendarbeit und setzt sich so „für die Tiere, für die Natur und für ein schönes Hamburg“ ein.
Lara Maria Wichels und Jamie Watson von Pinkstinks Germany e.V. stellten ihre Empowerment-Geschichte „David und sein rosa Pony“ vor. Damit sollen Klischees aus dem Weg geräumt werden. „Es ist wichtig, dass wir Menschen auf Homophobie und Sexismus aufmerksam machen“. Die Aktivistinnen wollen aufklären, indem sie die fiktive Geschichte von David und seinem rosa Pony deutschlandweit an Schulen erzählen.

Eine Verbesserung der Gesundheitsvorsorge für obdachlose oder geflüchtete Frauen schaffen, dieses Ziel hat sich das Projekt Women’s Health Team gesetzt. „Wir sind eine Gruppe von Hebammen und Gynäkologinnen, die sich seit August 2015 für eine bessere gynäkologische Versorgung von geflüchteten Frauen einsetzen“, erklärt Ärztin Mirjam Wagner. „Wir haben jetzt sogar eine mobile Praxis, die zwei Mal monatlich eine Sprechstunde für alle bedürftigen Frauen auf dem Hansa-Platz anbietet“, fügt sie hinzu.
Leckeren Kaffee und Kuchen auf Spendenbasis gepaart mit interkulturellen Begegnungen gibt es im frisch eröffneten Treppencafé auf St. Pauli. „St. Pauli hat uns eine neue Heimat gegeben. Jetzt möchten wir uns mit dem Treppencafé um St. Pauli kümmern“, erzählen Amir Reza und Amad Beram über ihr Projekt.

Zum fünften Mal vergab der N Klub den PSD Bank Nord-Förderpreis. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wurde an das Zimmerwetter-Projekt des Regionalverband Umweltberatung Nord e.V. verliehen. Frank Neitzel, Vorstandssprecher der PSD Bank Nord, erklärte zur Auswahl des Gewinners: „Es ist ein tolles Projekt, das zu unserer Kernkompetenz Baufinanzierung passt und Kinder miteinbezieht“. Zimmerwetter setzt sich für das gesunde Aufwachsen in schadstoff- und schimmelpilzfreien Räumen sowie Klimaschutz durch energiesparende Raumnutzung ein. Im Vorfeld der Veranstaltung wählte eine Jury den Gewinner unter 15 Bewerbern aus.

N Klub Frankfurt: Stadtrat Stefan Majer wünscht sich eine bessere Gesundheitsprävention beim 11. N Klub Frankfurt

Stefan Majer, Frankfurts Stadtrat für Personal und Gesundheit, sprach am Donnerstagabend im Mehrgenerationenhaus des KIZ Gallus über die Herausforderungen im Gesundheitssektor.
Über 90 Gäste tauschten sich im Mehrgenerationenhaus des KIZ Gallus über die Zukunftsfähigkeit der Mainmetropole aus.

06. September 2018 ● „Unser Projekt schafft interkulturelle Begegnungsorte für Jung und Alt, mit und ohne Migrationshintergrund“, sagte Gastgeberin Jessica Wiegand vom Verein KIZ Gallus in ihren Begrüßungsworten. Am Hessischen Tag der Nachhaltigkeit wurde das Familiencafé des Hauses zum Begegnungsort für die Nachhaltigkeitsszene Frankfurts. Den ersten Impuls zum Diskutieren lieferte Dr. Christian Hey vom HMUKLV. Mit einem Donut in der Hand verdeutlichte er Kate Raworth Theorie einer sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Wirtschaft. Demnach stelle der äußere Ring des Donut die planetarischen Belastungsgrenzen und der innere Kreis die soziale Fundierung dar, in welcher sich die Menschheit bewegen sollte. „Um das zu erreichen, müssen wir weg aus unseren Filterblasen und hin zu einem vernetzten Denken“, forderte der Leiter der Abteilung Klimaschutz, nachhaltige Stadtentwicklung, biologische Vielfalt.

Im Bühnengespräch „Der N Klub fragt nach?“ sprachen Lars Meier, Initiator des Nachhaltigkeitsnetzwerks und Frankfurts Stadtrat für Personal und Gesundheit Stefan Majer unter anderem über Drogenprobleme in städtischen Brennpunkten. „Der Umgang mit den Schwächsten in der Gesellschaft ist für mich eine grundlegende humane Frage“, erklärte der Politiker. „Nachhaltige Gesundheitspolitik fängt mit der Prävention an“, so der Stadtrat. „Man wartet nicht erst bis die Leute im Krankenhaus sind.“ Für ihn seien die Menschen, die jedes Jahr überleben, Kern des Erfolgs eines Drogenreferats. Anschließend ging er auf die Politikverdrossenheit ein: „Anstatt dass sich die Leute politisch engagieren, sprechen sie von Politikversagen“ machte Majer seinem Ärger Luft und erntete Applaus.
In den beliebten „100 Sekunden“-Kurzvorträgen stellten innovative Initiativen ihre Ideen vor, Frankfurt zu einer nachhaltigeren Stadt zu machen.
Den Anfang machten die Fleckenbühler, ein Arbeits- und Wohnverein aus Cölbe. „Wir helfen Menschen mit Suchtproblemen, selbstbestimmt zu leben. Dabei wollen wir verloren gegangene Grundlagen für eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise auf lokaler Ebene wiederherstellen“, erklärte Johannes Heckmann den Ansatz der nüchternen Arbeits- und Wohngemeinschaft.
Auch in der Kulturlandschaft ist viel Potenzial für Nachhaltigkeit vorhanden. Das Projekt Material für Alle sammelt überflüssig gewordene Materialien aus der Kreativwirtschaft: „Das Konzept schließt eine Lücke im kulturellen Angebot in Frankfurt und fördert neue Möglichkeiten kreative Akteure untereinander zu vernetzen“, so Initiator Felix Große-Lohmann. Ressourcen schonen, den CO2-Ausstoß minimieren und sein Geld gleichzeitig klimafreundlich und rentabel anlegen – dieses Ziel hat sich die Crowdinvesting-Plattform bettervest gesetzt. „Wir finanzieren Energieeffizienz-Projekte in Deutschland sowie in Schwellen- und Entwicklungsländern, in die man schon mit kleinem Geld investieren kann“, informierte Geschäftsführer Patrick Mijnals.

Passend zum Motto „Vielfältig-Nachhaltig-Hessisch“ des Hessischen Tags der Nachhaltigkeit zeigte der 11. N Klub Frankfurt, dass diese Devise von vielen Frankfurtern bereits gelebt wird.

„Wir wollen nicht über Probleme, sondern über Problemlösungen reden“ – 35. N Klub in Hamburg

130 Gäste diskutierten gestern Abend beim 35. N Klub im Goldbekhaus mit Ties Rabe, Hamburgs Senator für Schule und Berufsbildung, über die Zukunftsfähigkeit der Hamburger Schulen und ließen sich von Impulsvorträgen rund um das Thema Nachhaltigkeit inspirieren.

Nachhaltigkeit ist seit Jahren in aller Munde – doch welche Ansätze sind wirklich zukunftsfähig und können konkret umgesetzt werden? „Wir wollen nicht über Probleme, sondern über Problemlösungen reden“, ruft N Klub-Initiator Lars Meier den Gästen zum Auftakt des 35. N Klub in Hamburg zu. Der N Klub lädt die Nachhaltigkeitsszene seit zehn Jahren regelmäßig zum Netzwerken ein und liefert neue Denkanstöße.

Einen konkreten Lösungsansatz stellte Viva-con-Agua-Mitbegründer Michael Fritz in seinem Impulsvortrag zu Beginn der Veranstaltung vor: Mit Projekten wie der Millerntor Gallery – ein gemeinnütziges Kunst- und Kulturfestival im Stadion des FC St. Pauli – oder dem Fußballformat „Viva con Agua Allstars“ sammelt der Hamburger Verein seit Jahren Spenden mit dem Ziel, allen Menschen einen Zugang zu sauberem Trinkwasser und eine menschenwürdige sanitäre Versorgung zu ermöglichen.

Wie steht es um die Bildung an Hamburgs Schulen? Steht Nachhaltigkeit dort auf dem Lehrplan? Darüber sprach N Klub-Initiator Lars Meier im Anschluss mit Hamburgs Schulsenator Ties Rabe im Format „Der N Klub fragt nach?!“.

Ties Rabe zufolge wurde mit dem überparteilichen Schulfrieden bereits vor Jahren eine wichtige Basis geschaffen, die nachhaltiges Arbeiten ermöglicht. Als ehemaliger Lehrer kennt Rabe die Bedingungen und den Alltag an Hamburger Schulen und fühlt sich dem Lehrerberuf nach wie vor stark verbunden – ebenso wie einer nachhaltigen Haltung. Zu einem Fach „Nachhaltigkeit“ hat er dennoch eine klare Meinung:  „Nachhaltigkeit als Schulfach? Da sage ich immer kategorisch nein“. Vielmehr müsse man das Thema Nachhaltigkeit in mehreren Fächern aufgreifen.
 

Als zentrale Aufgabe der Stadt sieht er andere Herausforderungen: „40 Prozent der Hamburger Schüler haben Zuhause keinen Rückenwind in Bezug auf Bildung“. Gründe dafür seien etwa, dass die Eltern schlecht Deutsch sprechen oder selbst Schwierigkeiten in der Schule hatten. Diesen Kindern müsse man einen guten Bildungserfolg ermöglichen. Zudem haben 50 Prozent der Kinder in Hamburg Rabe zufolge einen Migrationshintergrund, im Bundesvergleich ein sehr großer Anteil. Die Schule müsse also immer auch einen Beitrag zur Integration leisten und so zum Zusammenhalt der Gesellschaft beitragen.

Auch der erste „100 Sekunden“-Kurzvortrag nahm das Thema Bildung auf. Donya Golafshan und ihr Team berichteten von ihrem Projekt MUT Academy, das abschlussgefährdeten Schülern den namensgebenden Mut vermitteln und ihnen so zu einem erfolgreichen Schulabschluss sowie einem anschließenden Berufseinstieg verhelfen soll. 48.000 Jugendliche und 250.000 Arbeitslose zwischen 18 und 25 Jahren brauchen den Referenten zufolge jedes Jahr in Deutschland „Mut“ im Hinblick auf ihren Abschluss und Berufseinstieg. Die Erfolgsquote der bisherigen Projektteilnehmer ist hoch: „96 Prozent von unseren 52 Teilnehmern haben ihren Schulabschluss geschafft“, so Donya Golafshan.
 

Auch Linda Brack nutzt die Gelegenheit, über ein Anliegen zu sprechen, das ihr am Herzen liegt: Female Empowerment. Mit der Initiative #Frauenmacht möchte sie Frauen dazu anregen, ihre Ziele und ihre Wünsche im Hinblick auf ihr Leben und ihre Karriere ohne Scheu zu verfolgen. „Ziel ist es, am Ende des Tages nur noch zu gucken: Wer ist der Mensch eigentlich, und nicht, ob Frau oder Mann“.

In weiteren „100 Sekunden“-Kurzvorträgen zeigte sich die Vielfalt des Themas Nachhaltigkeit in Hamburg. Manuel Dingemann etwa stellte seine Firma Erster Sinn vor, die ausschließlich Videos für nachhaltige Unternehmen produziert. Der Auslöser für die Gründungsidee liegt acht Jahre zurück – „Da habe ich vom Klimawandel und dessen Konsequenzen erfahren“, so Dingemann. Jetzt vereinigt er Beruf und Berufung. Sein Konzept Videohero befähigt Workshopteilnehmer nachhaltiger Organisationen, ihre Videos selbst zu gestalten, und unterstützt auch noch vier Monate über den Workshop hinaus mit wöchentlichen Telefoncoachings.

Bedo Kayaturan hielt ebenfalls einen Kurzvortrag. „Die Bio-Brotbox versorgt Schulkinder mit Frühstück“, so der Botschafter der Initiative. Denn viel zu oft kämen Schulkinder ohne Frühstück in den Unterricht. Das Projekt Bio-Brotbox wird vom Förderverein für ökologische Entwicklung Gut Wulksfelde e.V. getragen und sorgt mit zahlreichen Unterstützern seit 2006 für Aufklärung und ein gesundes Frühstück an Hamburger Schulen.

 

Bereits zum vierten Mal wurde gestern der PSD Bank Nord-Förderpreis verliehen, dessen Preisträger aus über 15 Bewerbungen ausgewählt wurde. Der Deutsche Waldjugend Landesverband Hamburg e.V. konnte sich über 2.500 Euro Unterstützung von der Genossenschaftsbank freuen.

 
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Als Gäste des Abends waren u.a. dabei:

Nicole Borgeest (Brot für die Welt), Dr. Thomas Brakensiek (Hamburger Volksbank), Thore Debor (Clubkombinat Hamburg e.V.), Kim Christopher Birtel (Surf Club Altona), Nicole Diekmann (Kooperation Nord), Simon Eckhardt (Alfred Töpfer Stiftung), Uwe Emmenthal (Nutzmüll e.V.), Arzu Erdogan (Rechtsanwaltskanzlei Erdogan), Robin Himmelmann (FC St. Pauli von 1910 e.V.), Bärbel Hoppe (Wohngemeinschaft Trio21), Laura Hoyer (KlimaINVEST Green Concepts GmbH), Rainer Lenthe  (Sea Shepherd Deutschland e.V.), Dr. WolfgangLührsen (BUND Hamburg), Ines Möller (Deutsche Waldjugend Landesverband Hamburg e.V.), Sonja Norgall (Der Mitternachtsbus), Marco Pietsch (PSD Bank Nord eG), Ties Rabe (Senator für Schule und Berufsbildung), Peter Rautenberg (Goldbekhaus Winterhude), Sieglinde Ritz (Johann Daniel Lawaetz-Stiftung), Dr. Axel Röpke (Bundesverband Windenergie), Hauke Rüsbüldt (Gut Wulksfelde), Helen Schepers (FahrradGarderobe), Imke Schumacher (Universal Pictures Germany GmbH), Cornelia Springer (Uni Hamburg), André Thaller (PSD Bank Nord eG), Jim Ulrici (Conplan Betriebs- und Projektberatungs GmbH), Robert Werner (HIC HAMBURG INSTITUT Consulting GmbH), Lars Wilcken (Institut für Umwelt, Coaching & Training),  Jens Witt (Wackelpeter – Ökologisches Essen für Kinder) und viele weitere…

Nachhaltige Ideen von Katharina Fegebank, Frank Otto und Sina Trinkwalder – der 34. N Klub Hamburg

Wie steht es um die Nachhaltigkeit in der Hansestadt? 120 Gäste diskutierten beim 34. N Klub in der St. Pauli Kirche mit Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin Katharina Fegebank, Medienunternehmer Frank Otto sowie der Autorin Sina Trinkwalder.

Das Schlagwort Nachhaltigkeit scheint omnipräsent. Ihm verschreiben sich Produkte, politische Strategien, Initiativen und Vereine. Doch wo integrieren wir Nachhaltigkeit konkret in unseren Alltag? Am 05. Dezember brachte der N Klub in der St. Pauli Kirche zum 34. Mal in Hamburg 120 Akteure der Nachhaltigkeitsbewegung zusammen. Gemeinsam gingen sie der Frage nach „Was bedeutet Nachhaltigkeit und weshalb lohnt es sich, aktiv zu werden?“

Seine Motivation, sich gesellschaftlich zu engagieren, teilte Frank Otto, Medienunternehmer, in seinem Impulsvortrag: „Durch das Tauchen fühle mich dem Meer schon lange verbunden. Das Meer ist der tatsächliche Lebensraum dieses Planeten und auch dieser wird durch zu viel CO2 bedroht. Dieses versauert das Meer und greift so in die Nahrungskette ein. Das ist ein wichtiger Grund sich für eine CO2-Reduktion einzusetzen.“

Wie nachhaltig ist Hamburg wirklich? Darüber diskutierte N Klub-Initiator Lars Meier mit Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin Katharina Fegebank. Diese betonte Erfolge der grünen Regierungsarbeit im Senat: „Wir konnten starke Akzente setzen.“ Beispielhaft nannte Fegebank das Stichwort Fahrradstadt: „Sicher reicht das noch nicht, aber die Mobilitätswende braucht einen Bewusstseinswandel und die Bereitschaft aller den Weg mitzugehen. Wir müssen Angebote machen, damit Menschen umsteigen.“ Damit hänge auch das Thema Luftreinheit und Lärm zusammen. „Wir haben den modernsten und substanziellsten Luftreinhalteplan um die Herausforderungen einer industriell geprägten Großstadt anzugehen“, so Fegebank. Arbeitsbedarf sieht sie zeitgleich bei der Energieversorgung: „Wir wollen die Wärmeversorgung umweltfreundlicher und klimafreundlicher gestalten, müssen aber die Versorgungssicherheit und Preissicherheit gewährleisten. Da müssen wir auch über Kohle reden.

Zum dritten Mal vergab der N Klub den PSD Bank Nord-Förderpreis. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wurde an die Evangelische Kita Veddel verliehen. Frank Neitzel, Vorstandssprecher der PSD Bank Nord, erklärte zur Auswahl des Gewinners: „Kinder sind die Zukunft, aber haben es in Hamburg nicht immer leicht, egal in welchem Stadtteil.“ Der Förderpreis wird die Neugestaltung des Außenbereichs der Kindertagesstätte mitfinanzieren. Dabei werden für Spielgeräte weitgehend Naturmaterialien genutzt, auch Obstbäume werden gepflanzt. Im Vorfeld der Veranstaltung wählte eine Jury den Gewinner unter 15 Bewerbern aus.

Die traditionellen 100 Sekunden-Kurzvorträge wurden bei diesem N Klub durch Sina Trinkwalder bereichert. Die Unternehmerin und Autorin („Im nächsten Leben ist zu spät“) stellte ihr neues Projekt BRICHBAG vor: „Wir machen Obdachlose mit unseren Rucksäcken in Neonfarben sichtbar. Jeder Rucksack enthält Hygieneartikel, denn  diese helfen Menschen ihr Selbstwertgefühl zu halten. Mittlerweile konnten wir knapp 1000 Obdachlose mit Rucksäcken versorgen. Jetzt sind 125 Brichbags in Hamburg angekommen und legen somit den Grundstein, Obdachlose hier sichtbarer zu machen.

In weiteren 100 Sekunden-Kurzvorträgen zeigte sich die Vielfalt des Themas Nachhaltigkeit in Hamburg.

In guter Gesellschaft, so der Name des ersten Zero Waste-Cafés der Stadt. „Wir verzichten auf Müll, in erster Linie aus Plastik. Wir kaufen unverpackt ein oder stellen es einfach selbst her“, sagten die Besitzerinnen Ina Choi-Nathan und Alana Zubritz.

Energiewende ist ein zentrales Schlagwort aktueller Politik. Eng damit verbunden ist die Forderung nach einem Kohleausstieg. Derzeit bildet sich eine breite Initiative, die ein kohlefreies Hamburg bis 2025 fordert. „Jedes Bundesland kann ein Klimaschutzgesetz für sich entwickeln und damit fangen wir jetzt in Hamburg an. Wir müssen anfangen damit Schicht im Schacht ist“, so Mirco Beisheim, Mitbegründer der Bewegung.

Aid for Artists in Exile hilft Künstlern aus aller Welt, die in Ihren Heimatländern verfolgt und an künstlerischem Schaffen gehindert werden“, sagten Schauspielerin Christiane Filla und Regisseurin Anna Schildt. Darum vergibt der in Paris gegründete und nun nach Hamburg gezogene Verein Aid A Stipendien für Künstler.

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Als Gäste des Abends waren u.a. dabei:

Kim Christopher Birtel (Surf Club Altona), Arnd Boeckhoff (Hanseatic Help), Jan Brandt (PSD Bank Nord eG, Olaf Dechow (Otto GmbH & Co. KG), Stefan Dierks (Tchibo GmbH), Laura Hoyer (KlimaINVEST Green Concepts), Martina Irmisch (Haus der Familie), Michel Kellenbenz (Fahrradgarderobe), Volker Lux (subvert Skateboarding), Prof. Dr. Peter Ostendorf (Praxis ohne Grenzen), Paul Pauksch (altonale GmbH), Umut Savac (Barclaycard), Karin Schmalriede (Johann Daniel Lawaetz-Stiftung), Tobias Schlegl, Ralf Ziegenhagen (Loki Schmidt Stiftung) und viele weitere…

„Wir müssen Solidarität ermöglichen“ – 10. N Klub in Frankfurt

Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker traf mit der Nachhaltigkeitsszene der Stadt. Der Frankfurter Salon, das neue Café des Frankfurter Verein, machte seinem Namen dabei alle Ehre. Gespräche und Austausch der rund 100 Gäste aus allen Branchen der Nachhaltigkeit erinnerten an das Ambiente vergangener Salonkultur Frankfurts.

„Die ersten Salons in Frankfurt waren ein Zentrum der Diskussionskultur. Hier wurde das demokratische Verständnis des damaligen Bürgertums geprägt. Im Frankfurter Salon wollen wir diese Tradition wiederbeleben“, sagte Peter Hovermann, Geschäftsführer des Frankfurter Verein und Gastgeber, in seinen Begrüßungsworten. Kreative, Initiativen, Hersteller „grüner Produkte“, Vertreter sozialer Vereine, Experten und interessierte Bürger diskutierten über unterschiedliche Zugänge der nachhaltigen Zukunft Frankfurts.

Unter dem Motto „Der N Klub fragt nach?!“ führten Lars Meier (Gute Leude Fabrik), Initiator des Nachhaltigkeitsnetzwerks und Frankfurts Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker ein Gespräch über Zukunftsfähigkeit und gesellschaftliche Vielfalt: „Wir müssen Menschen aktivieren sich zu engagieren und Solidarität ermöglichen. Frankfurt zeigt wie es möglich ist, sich zu begegnen und Ängste abzubauen. Die Vielfalt und Buntheit wird noch mehr werden. Irgendwann sollten wir aufhören über beispielsweise den Migrationshintergrund zu reden, da er keine Rolle mehr spielt. Wir sind hier alle Frankfurter“, so der Bürgermeister. Gesprächsbereitschaft um Vorurteile zu überwinden müsse auch für die internationale Politik gelten. „Die Welt kommt nicht ohne Dialog aus. Darum ist mir ein G8 oder G20-Gipfel auch in Frankfurt willkommen“, sagt Uwe Becker.

In den beliebten „100 Sekunden“-Kurzvorträgen stellten innovative Initiativen ihre Ideen vor, Frankfurt zu einer nachhaltigeren Stadt zu machen.
Junge Menschen in ihrem freiwilligen Engagement unterstützen.

Diesem Ziel hat sich die Initiative Stadtteilbotschafter Frankfurt verschrieben: „Mit dem Ehrenamtsstipendium Stadtteilbotschafter fördern wir junge Menschen ihre Ideen vor ihrer Haustür umzusetzen“, beschrieb Silja Flach die Idee dahinter.
Nachhaltigkeitsziele sind für alle Teile der Gesellschaft wichtig – auch für die Finanzwirtschaft. Darauf wies Georg Schürmann, Geschäftsleiter Triodos Bank N.V. Deutschland, hin: „Der Kohleausstieg ist ganz wichtig. Es tut sich was bei den Sustainable Development Goals, wir sind auf dem richtigen Weg.“
Frankfurt als Modelregion für Deutschland und Europa bei der Erforschung biobasierter Stoffströme. Dieses Ziel sieht Dr. Manfred Kircher zum Greifen nah. „Abwasser, biobasierter Müll und Abfall aus der Landwirtschaft können die Rohstoffe der Zukunft werden. Daran arbeiten wir in der Metropolregion Frankfurt“, so Kircher.
Über den hohen Stellenwert von Bioprodukte und nachhaltigem Arbeiten berichteten Auszubildende des Reformhaus FREYA. Gesunde Ernährung und Herkunft von Produkten identifizieren sie als Motivation in einem Reformhaus zu arbeiten: „In der Ausbildung lernt man viel für das Leben“, sagten die Auszubildenden.

Neben den Gastgebern und „100 Sekunden“-Rednern waren unter anderem folgende Gäste beim N Klub:
Daniel Anthes (Shout Out Loud), Birgit Becker (Paidosophos – Philosophieren mit Kindern e.V.), Christian Bourgeois (FINE Frankfurter Institut für nachhaltige Entwicklung), Roland Fiedler (Reformhaus FREYA), Klaus Grund (Sachenaufrädern), Michael Kaminski-Nissen (B.A.U.M), Patrick Mijnals (Bettervest GmbH), Jan Miller (Triodos Bank N.V. Deutschland), Ulli Nissen (Frankfurter SPD – Bundestagsabgeordnete), Jana Peters (Bündnis 90/Die Grünen), Max Weber (Stadt Frankfurt am Main, Energiereferat), Paul Wege (Machwerk) und viele weitere…

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Nachhaltige Ideen zwischen Tischtennisplatte und Barren – der 33. N Klub Hamburg in der Turnhalle

Kritische Fragen und nachhaltige Inspiration beim 33. N Klub: In der Turnhalle des Projekts Wohnschule stellte Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher sich gestern Abend Fragen zur Nachhaltigkeit der Hamburger Politik, während Benjamin Adrion den rund 120 Gästen vom jüngsten Projekt der Trinkwasserinitiative Viva von Agua berichtete.

An ungewöhnlichen Orten die Vielfalt der Nachhaltigkeit begreifbar machen – diesem Ziel hat sich der N Klub verschrieben. Und so empfing das nachhaltige Netzwerk Engagierte, Aktivisten, Wirtschaftsvertreter und Interessierte am 13. September zu seiner 33. Ausgabe in der Turnhalle des Projekts Wohnschule auf St. Pauli. Zwischen Tischtennisplatte, Reck und Barren fühlte sich mancher Gast an vergangene Sportstunden erinnert. Mit dem N Klub eingeladen hatte die Conplan GmbH. Sie realisiert seit über 25 Jahren ökologische und soziale Baugruppenprojekte wie die Wohnschule.

Als Impulsgeber des Abends trat Benjamin Adrion auf. Der Initiator der Trinkwasserinitiative Viva con Agua berichtete von dem Vorhaben, für sauberes Trinkwasser zu Fuß durch Uganda zu ziehen. „In diesem Jahr gründete sich Viva con Agua Kampala, der erste offizielle Ableger von Viva con Agua in Afrika. Gemeinsam möchten wir für sauberes Trinkwasser sensibilisieren und Spenden sammeln. Darum wandern wir durch Uganda bis in die Hauptstadt Kampala und veranstalten dort ein Festival“, so Adrion.

Wie rechnet sich Nachhaltigkeit für Hamburg? Darüber diskutierte Lars Meier nach dem Motto
„N Klub fragt nach!?“ mit Hamburgs Finanzsenator Dr. Peter Tschentscher. Dieser sagt dazu: „Ich gebe gerne Geld für die Kinder aus, denn das sind Investitionen, die wir nicht nachholen können.“ Auf das Konsumverhalten der Stadt angesprochen, erklärt der Senator: „In die Vergabeverordnung der Stadt haben wir Nachhaltigkeitsaspekte aufgenommen. Bei öffentlichen Ausschreibungen sollen diese berücksichtigt werden.“

Bereits zum zweiten Mal wurde der PSD Bank Nord-Förderpreis verliehen. Der durch den N Klub und die PSD Bank Nord ausgerufene und mit 2.500 Euro dotierte Förderpreis wurde an die Kindertagesstätte Spatzennest verliehen. Herr Dr. Stefan Kram, Vorstand der PSD Bank Nord, erklärte zur Auswahl des Gewinners: „Es ist wichtig Kinder zu unterstützen, vor allem wenn es um Ernährung und Bildung geht.“ Im Vorfeld der Veranstaltung wählte eine Jury den Gewinner unter rund 20 Bewerbungen aus.

Im Rahmen der traditionellen „100 Sekunden“-Beiträge präsentierte sich Hamburgs Nachhaltigkeitsszene in ihrer ganzen Vielfalt.

Versteckten Zucker entdecken und gesunde Alternativen erkennen, davon handelt das Theaterstück Schneewittchen in der Zuckerfalle. In 100 Sekunden erklärte Schneewittchen Kristin Baumgartl den Gästen: „Gesunde Ernährung ist wichtig für Kinder. Durch Präventionstheater lernen Kinder schneller, können Fragen stellen und setzen sich mit dem auseinander, was sie im Supermarkt finden.“

Sein Wahlrecht wahrnehmen bedeutet, Teil der Gesellschaft zu sein und eine Stimme zu haben. Umso wichtiger ist es, dass auch Menschen ohne Obdach ihr Recht auf Mitbestimmung nutzen, davon ist die Initiative StrassenWAHL überzeugt. „Wir gehen mit Obdachlosen den Wahl O Mat durch und erklären, wie der Weg zur Wahlurne funktioniert. Die Wohnungslosen haben dabei eine Vorbildfunktion für notorische Nichtwähler und setzen ein Zeichen: geht wählen“, erklärt Vereinsmitglied Katharina Meßmann.

CONFIDANCE – Tanz dich stark lautet das Motto, mit dem Ajselj Bekir Tanzworkshops mit einem wichtigen Ziel gestaltet: „Wir vermitteln Kindern eine der wichtigsten Eigenschaften im Leben, Vertrauen in sich selbst. Wir erreichen alle Kinder, denn beim Tanzen ist es egal, woher du kommst oder welche Sprache du sprichst“, so Bekir.

Gute Geschäfte gibt es bei Hamburgs etwas anderem Markt, dem AKTIVOLI-Marktplatz. Heike Oelze und Maren Gutmann erklären die Idee dahinter: „Wir bringen Unternehmen und freiwillig engagierte zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Es geht darum, die jeweiligen Kompetenzen auszutauschen.“

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Als Gäste des Abends waren u.a. dabei:

Julia Atze (Pastorin Hauptkirche St. Michaelis), Robert Beddies (betahaus), Jan Brandt (PSD Bank Nord eG), Benjamin Brich (Humanilog – HLO), Helen Dähne (JOBLINGE gAG Hanse), Thore Debor (Clubkombinat Hamburg), Robert Diekmann (recolution GmbH & Co. KG), Silke Langhoff (Verbraucherzentrale Hambrug e.V.), Ludwig Gerhard (S-Bahn Hamburg), Jörn Menge (Laut gegen Nazis), Bastian Muschke (Caté), Dorothee Vogt (Demokratie in Bewegung), Elisabeth Wilhelm (Zukunftsvermögen) und viele weitere…

„Es gibt keinen Politiker der nachhaltig lebt“ – Olaf Scholz beim 32. N Klub Hamburg

G20 und das Protestcamp, Luftreinhalteplan, Wohnungsmarkt und Integration von Geflüchteten – Olaf Scholz diskutierte mit Hamburgs Nachhaltigkeitsszene über ein zukunftsfähiges Hamburg und Herausforderungen moderner Großstädte. Hierfür kamen bei der 32. Ausgabe des N Klub in Hamburg rund 140 Interessierte, Aktivisten, Engagierte, Wirtschafts- und Medienvertreter in der Johann Daniel Lawaetz-Stiftung zusammen.

Am 28. Juni lud der N Klub zu seiner 32. Ausgabe in Hamburg. Das Interesse war groß, denn angekündigt hatte sich Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz. Eröffnet wurde der Abend durch die Begrüßung des N Klub-Initiators Lars Meier und Grußworte von Karin Schmalriede, Vorstandsmitglied der Johann Daniel Lawaetz-Stiftung. Die Lawaetz-Stiftung eröffnet sozial- und wirtschaftlich benachteiligten Personengruppen Zugänge zum Wohn-, Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Ihr Leitsatz „Innovativ für das Gemeinwohl“ zeigt, wie lösungsorientiert, verlässlich und kreativ die Stiftung soziale Herausforderungen der Stadt angeht.

Der N Klub fragt nach?!“ hieß es im Anschluss und stellvertretend für diesen führte Lars Meier das Gespräch mit Olaf Scholz. „Es gibt keinen Politiker der nachhaltig lebt, allein aufgrund der Verkehrsleistungen“, räumte Hamburgs Erster Bürgermeister gleich zu Beginn ein. Für die Stadt zieht er eine positivere Bilanz: Wir sind, was Verkehrswende, Elektromobilität und den öffentlichen Nahverkehr betrifft, die Speerspitze in Deutschland. Es gibt bei uns keine Überschreitung der Feinstaubgrenzwerte. Wir haben ein Problem mit Stickoxyd, was mit den vielen Dieselfahrzeugen zusammenhängt.” Darin sieht Scholz die Möglichkeit eine Vorreiterrolle: Es ist unser Beitrag, Technologien zu entwickeln, die auf der ganzen Welt eingesetzt werden und reale Veränderungen ermöglichen.” Das kurz zuvor veröffentlichte Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu einem möglichen Protestcamp im Stadtpark zu G20 kommentierte Scholz: Das Bundesverfassungsgericht hat mir die Möglichkeit gegeben das Zelten zu erlauben, mir aber nicht vorgeschrieben, es zu tun.”

Gemeinsam mit der PSD Bank Nord feierte der N Klub eine Premiere: Für den erstmals verliehenen PSD Bank Nord-Förderpreis wählte eine Jury im Vorfeld der Veranstaltung unter rund 20 Bewerbungen eine förderungswürdige Initiative aus. Der mit 2.500 Euro dotierte Förderpreis wurde von Marco Pietsch, Bereichsleiter Vertrieb der PSD Bank, an die JOBLINGE gAG Hanse verliehen. „Es ist uns wichtig durch diesen Förderpreis die Nachhaltigkeit in Hamburg zu stärken“, so Pietsch in der Laudatio. Mithilfe des Förderpreises wird JOBLINGE Kreativworkshops für Jugendliche umsetzen. Die Idee dahinter: Eine positive Selbsterfahrung in kreativem Umfeld stärkt das Selbstbewusstsein der Teilnehmer und erhöht so Chanen und Auftreten auf dem Arbeitsmarkt.

Im Rahmen der traditionellen „100 Sekunden“-Beiträge präsentierte sich Hamburgs Nachhaltigkeitsszene in ihrer ganzen Vielfalt.

Migration auf lokaler Ebene ansprechen und sich europaweit darüber austauschen. Wie das geht erklärte das AMITIE CODE Youth Team in 100 Sekunden: „Wir möchten Jugendliche und alle Generationen für das Thema Migration sensibilisieren, weil es uns in Zukunft immer begegnen wird und es auch jetzt schon tut.“

Minitopia, so der Name einer Plattform für urbane Selbstversorgung in Wilhelmburg. Über das Projekt auf der Insel berichtete Stefanie Engelbrecht: „Wir nennen uns Plattform, Keimzelle, Spielplatz und wir laden ein: Experten, Pioniere, Querdenker, Freidenker. Wir wollen vordenken was wir erreichen können, wenn wir uns als Bürger- nicht als Politiker, nicht als Konzerne – zusammentun, Wissen und Ressourcen teilen.“

„In einer Nacht erstellen wir ehrenamtlich ein Kommunikationsprozess für nachhaltige Projekte. Wir helfen mit Kreativität“, so Daniel Hautmann, Initiator des Projekts Nachtschicht Hamburg.

Bio-Zutaten und vegane Gerichte sind auch aus vielen Restaurants in Hamburg nicht mehr wegzudenken. Einer der Vorreiter dabei ist schon immer Vistro. Susanne Nichell berichtet: „Wir nutzen nicht nur ökologische Zutaten, sondern verwerten diese vollständig, denn vor Allem in der Gastronomie wird zu viel weggeschmissen. Hier wollen wir Nachhaltigkeit möglich machen.“

 

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Als Gäste des Abends waren u.a. dabei:

Ralf Behrens (Behörde für Umwelt und Energie), Mirco Beisheim (KEBAP – KulturEnergieBunker), Sebastian Buschmann (Environmental Justice Foundation), Hannah Gronwald (Otto GmbH & Co. KG), Karen Elvers (Loki Schmidt Stiftung), Lena Hansen (altonale goes green), Sonja Hiemisch (WWF Deutschland), Prof. Bernd Kniess (Hafen City Universität), Michael Lezius (Yagmur-Stiftung), Linda Mohlmann (agentur fair fashion), Prof. Dr. Peter Ostendorf (Praxis ohne Grenzen), Ingo Pohlmann (Sänger), Natalie Richter (leev), Tobi Schlegl, Dr. Claudia Schmitt (Kompetenzzentrum Nachhaltige Universität), Bastian Senger (Caté), Katrin Stolle (Zentraler Koordinierungsstab Flüchtinge), Ralf Ziegenhagen (Loki Schmidt Stiftung) und viele weitere…