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Für mehr Nachhaltigkeit: Umweltsenator Jens Kerstan schreibt keine Weihnachtskarten (37. N Klub Hamburg, St. Pauli Kirche)

Hamburg, 07.12.2018
Für mehr Nachhaltigkeit: Umweltsenator Jens Kerstan schreibt keine Weihnachtskarten
Beim N Klub in der St. Pauli Kirche stellte Umweltsenator Jens Kerstan (52, Bündnis 90/Die Grünen) die Ziele der Behörde für Umwelt und Energie für das kommende Jahr vor. Zur 37. Ausgabe des Nachhaltigkeitsnetzwerkes trafen sich 120 Vertreter von Initiativen, Vereinen und aus der Wirtschaft, um mit dem Senator die Herausforderungen 2019 zu diskutieren.

„Die Wärmewende ist unser großes Ziel, denn damit legen wir den Grundstein, um 2022 das erste Kohlekraftwerk abschalten zu können“, so Umweltsenator Jens Kerstan im Gespräch mit N Klub-Initiator Lars Meier (Gute Leude Fabrik). Handlungsbedarf sieht der Politiker noch an anderer Stelle. „Die Lärm- und Luftqualität in Hamburg muss besser werden. Das ist eine Herkules-Aufgabe, aber der stellen wir uns.“
Außerdem verriet der 52-jährige, welchen Beitrag er für ein nachhaltigeres Weihnachten leistet. „Ich verschicke keine Weihnachtskarten mehr. Das ist ein Brauch, bei dem viele Ressourcen verschwendet werden, ohne dass man jemandem eine große Freude macht.“ Seinen persönlichen Anteil für mehr Umweltschutz im nächsten Jahr steuerte der Senator noch vor Ort bei. Er wurde Fördermitglied des Vereins Pacific Garbage Screening.

Dieser wurde zuvor von Gründerin Marcella Hansch (32) vorgestellt. Die Architektin entwarf ein Konzept, wie man die Ozeane von Plastikmüll befreien kann. Ihre Bilanz nach fünf Jahren Kampf für eine nachhaltigere Welt: „Es ist frustrierend, wie träge die Politik ist und wie viele Steine einem in den Weg gelegt werden. Umso schöner, wenn man sieht, was die große Masse gemeinsam schafft und was jeder Einzelne von uns leisten kann.“

Zum sechsten Mal vergab der N Klub den PSD Bank Nord-Förderpreis. Die mit 2.500 Euro dotierte Auszeichnung wurde an den Verein Westwind Hamburg vergeben. Dieser stellt bedürftigen Menschen in der Hansestadt Fahrräder schnell und unbürokratisch zur Verfügung.

Im Rahmen der „100 Sekunden“-Reihe präsentierten drei gemeinnützige Initiativen Hamburgs ihre Projekte. Die größte Aufmerksamkeit erntete das StrassenBUCH. Um Menschen, die auf der Straße leben, eine Möglichkeit zu geben ihre Kreativität auszuleben, erarbeiteten die Vereine MenscHHamburg und StrassenBLUES gemeinsam mit Rosi und Alex, zwei ehemaligen Obdachlosen, einen Foto- und Gedichtband. Die Texte und Bilder im Buch stammen aus der Zeit als Rosi und Alex wohnungslos waren. Diese Zeit gehört inzwischen der Vergangenheit an. Dennoch weiß Rosi noch wie bitter es sich anfühlt, in der Vorweihnachtszeit kein Dach über dem Kopf zu haben. So richtete sie zum Ende der Veranstaltung einen eindringlichen Appell an die anwesenden Gäste: „Lasst die Menschen draußen nicht im Stich! Helft dabei, Unterkünfte zu schaffen – besonders jetzt im Winter.“

„Wir wollen nicht über Probleme, sondern über Problemlösungen reden“ – 35. N Klub in Hamburg

130 Gäste diskutierten gestern Abend beim 35. N Klub im Goldbekhaus mit Ties Rabe, Hamburgs Senator für Schule und Berufsbildung, über die Zukunftsfähigkeit der Hamburger Schulen und ließen sich von Impulsvorträgen rund um das Thema Nachhaltigkeit inspirieren.

Nachhaltigkeit ist seit Jahren in aller Munde – doch welche Ansätze sind wirklich zukunftsfähig und können konkret umgesetzt werden? „Wir wollen nicht über Probleme, sondern über Problemlösungen reden“, ruft N Klub-Initiator Lars Meier den Gästen zum Auftakt des 35. N Klub in Hamburg zu. Der N Klub lädt die Nachhaltigkeitsszene seit zehn Jahren regelmäßig zum Netzwerken ein und liefert neue Denkanstöße.

Einen konkreten Lösungsansatz stellte Viva-con-Agua-Mitbegründer Michael Fritz in seinem Impulsvortrag zu Beginn der Veranstaltung vor: Mit Projekten wie der Millerntor Gallery – ein gemeinnütziges Kunst- und Kulturfestival im Stadion des FC St. Pauli – oder dem Fußballformat „Viva con Agua Allstars“ sammelt der Hamburger Verein seit Jahren Spenden mit dem Ziel, allen Menschen einen Zugang zu sauberem Trinkwasser und eine menschenwürdige sanitäre Versorgung zu ermöglichen.

Wie steht es um die Bildung an Hamburgs Schulen? Steht Nachhaltigkeit dort auf dem Lehrplan? Darüber sprach N Klub-Initiator Lars Meier im Anschluss mit Hamburgs Schulsenator Ties Rabe im Format „Der N Klub fragt nach?!“.

Ties Rabe zufolge wurde mit dem überparteilichen Schulfrieden bereits vor Jahren eine wichtige Basis geschaffen, die nachhaltiges Arbeiten ermöglicht. Als ehemaliger Lehrer kennt Rabe die Bedingungen und den Alltag an Hamburger Schulen und fühlt sich dem Lehrerberuf nach wie vor stark verbunden – ebenso wie einer nachhaltigen Haltung. Zu einem Fach „Nachhaltigkeit“ hat er dennoch eine klare Meinung:  „Nachhaltigkeit als Schulfach? Da sage ich immer kategorisch nein“. Vielmehr müsse man das Thema Nachhaltigkeit in mehreren Fächern aufgreifen.
 

Als zentrale Aufgabe der Stadt sieht er andere Herausforderungen: „40 Prozent der Hamburger Schüler haben Zuhause keinen Rückenwind in Bezug auf Bildung“. Gründe dafür seien etwa, dass die Eltern schlecht Deutsch sprechen oder selbst Schwierigkeiten in der Schule hatten. Diesen Kindern müsse man einen guten Bildungserfolg ermöglichen. Zudem haben 50 Prozent der Kinder in Hamburg Rabe zufolge einen Migrationshintergrund, im Bundesvergleich ein sehr großer Anteil. Die Schule müsse also immer auch einen Beitrag zur Integration leisten und so zum Zusammenhalt der Gesellschaft beitragen.

Auch der erste „100 Sekunden“-Kurzvortrag nahm das Thema Bildung auf. Donya Golafshan und ihr Team berichteten von ihrem Projekt MUT Academy, das abschlussgefährdeten Schülern den namensgebenden Mut vermitteln und ihnen so zu einem erfolgreichen Schulabschluss sowie einem anschließenden Berufseinstieg verhelfen soll. 48.000 Jugendliche und 250.000 Arbeitslose zwischen 18 und 25 Jahren brauchen den Referenten zufolge jedes Jahr in Deutschland „Mut“ im Hinblick auf ihren Abschluss und Berufseinstieg. Die Erfolgsquote der bisherigen Projektteilnehmer ist hoch: „96 Prozent von unseren 52 Teilnehmern haben ihren Schulabschluss geschafft“, so Donya Golafshan.
 

Auch Linda Brack nutzt die Gelegenheit, über ein Anliegen zu sprechen, das ihr am Herzen liegt: Female Empowerment. Mit der Initiative #Frauenmacht möchte sie Frauen dazu anregen, ihre Ziele und ihre Wünsche im Hinblick auf ihr Leben und ihre Karriere ohne Scheu zu verfolgen. „Ziel ist es, am Ende des Tages nur noch zu gucken: Wer ist der Mensch eigentlich, und nicht, ob Frau oder Mann“.

In weiteren „100 Sekunden“-Kurzvorträgen zeigte sich die Vielfalt des Themas Nachhaltigkeit in Hamburg. Manuel Dingemann etwa stellte seine Firma Erster Sinn vor, die ausschließlich Videos für nachhaltige Unternehmen produziert. Der Auslöser für die Gründungsidee liegt acht Jahre zurück – „Da habe ich vom Klimawandel und dessen Konsequenzen erfahren“, so Dingemann. Jetzt vereinigt er Beruf und Berufung. Sein Konzept Videohero befähigt Workshopteilnehmer nachhaltiger Organisationen, ihre Videos selbst zu gestalten, und unterstützt auch noch vier Monate über den Workshop hinaus mit wöchentlichen Telefoncoachings.

Bedo Kayaturan hielt ebenfalls einen Kurzvortrag. „Die Bio-Brotbox versorgt Schulkinder mit Frühstück“, so der Botschafter der Initiative. Denn viel zu oft kämen Schulkinder ohne Frühstück in den Unterricht. Das Projekt Bio-Brotbox wird vom Förderverein für ökologische Entwicklung Gut Wulksfelde e.V. getragen und sorgt mit zahlreichen Unterstützern seit 2006 für Aufklärung und ein gesundes Frühstück an Hamburger Schulen.

 

Bereits zum vierten Mal wurde gestern der PSD Bank Nord-Förderpreis verliehen, dessen Preisträger aus über 15 Bewerbungen ausgewählt wurde. Der Deutsche Waldjugend Landesverband Hamburg e.V. konnte sich über 2.500 Euro Unterstützung von der Genossenschaftsbank freuen.

 
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Als Gäste des Abends waren u.a. dabei:

Nicole Borgeest (Brot für die Welt), Dr. Thomas Brakensiek (Hamburger Volksbank), Thore Debor (Clubkombinat Hamburg e.V.), Kim Christopher Birtel (Surf Club Altona), Nicole Diekmann (Kooperation Nord), Simon Eckhardt (Alfred Töpfer Stiftung), Uwe Emmenthal (Nutzmüll e.V.), Arzu Erdogan (Rechtsanwaltskanzlei Erdogan), Robin Himmelmann (FC St. Pauli von 1910 e.V.), Bärbel Hoppe (Wohngemeinschaft Trio21), Laura Hoyer (KlimaINVEST Green Concepts GmbH), Rainer Lenthe  (Sea Shepherd Deutschland e.V.), Dr. WolfgangLührsen (BUND Hamburg), Ines Möller (Deutsche Waldjugend Landesverband Hamburg e.V.), Sonja Norgall (Der Mitternachtsbus), Marco Pietsch (PSD Bank Nord eG), Ties Rabe (Senator für Schule und Berufsbildung), Peter Rautenberg (Goldbekhaus Winterhude), Sieglinde Ritz (Johann Daniel Lawaetz-Stiftung), Dr. Axel Röpke (Bundesverband Windenergie), Hauke Rüsbüldt (Gut Wulksfelde), Helen Schepers (FahrradGarderobe), Imke Schumacher (Universal Pictures Germany GmbH), Cornelia Springer (Uni Hamburg), André Thaller (PSD Bank Nord eG), Jim Ulrici (Conplan Betriebs- und Projektberatungs GmbH), Robert Werner (HIC HAMBURG INSTITUT Consulting GmbH), Lars Wilcken (Institut für Umwelt, Coaching & Training),  Jens Witt (Wackelpeter – Ökologisches Essen für Kinder) und viele weitere…

Nachhaltige Ideen von Katharina Fegebank, Frank Otto und Sina Trinkwalder – der 34. N Klub Hamburg

Wie steht es um die Nachhaltigkeit in der Hansestadt? 120 Gäste diskutierten beim 34. N Klub in der St. Pauli Kirche mit Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin Katharina Fegebank, Medienunternehmer Frank Otto sowie der Autorin Sina Trinkwalder.

Das Schlagwort Nachhaltigkeit scheint omnipräsent. Ihm verschreiben sich Produkte, politische Strategien, Initiativen und Vereine. Doch wo integrieren wir Nachhaltigkeit konkret in unseren Alltag? Am 05. Dezember brachte der N Klub in der St. Pauli Kirche zum 34. Mal in Hamburg 120 Akteure der Nachhaltigkeitsbewegung zusammen. Gemeinsam gingen sie der Frage nach „Was bedeutet Nachhaltigkeit und weshalb lohnt es sich, aktiv zu werden?“

Seine Motivation, sich gesellschaftlich zu engagieren, teilte Frank Otto, Medienunternehmer, in seinem Impulsvortrag: „Durch das Tauchen fühle mich dem Meer schon lange verbunden. Das Meer ist der tatsächliche Lebensraum dieses Planeten und auch dieser wird durch zu viel CO2 bedroht. Dieses versauert das Meer und greift so in die Nahrungskette ein. Das ist ein wichtiger Grund sich für eine CO2-Reduktion einzusetzen.“

Wie nachhaltig ist Hamburg wirklich? Darüber diskutierte N Klub-Initiator Lars Meier mit Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin Katharina Fegebank. Diese betonte Erfolge der grünen Regierungsarbeit im Senat: „Wir konnten starke Akzente setzen.“ Beispielhaft nannte Fegebank das Stichwort Fahrradstadt: „Sicher reicht das noch nicht, aber die Mobilitätswende braucht einen Bewusstseinswandel und die Bereitschaft aller den Weg mitzugehen. Wir müssen Angebote machen, damit Menschen umsteigen.“ Damit hänge auch das Thema Luftreinheit und Lärm zusammen. „Wir haben den modernsten und substanziellsten Luftreinhalteplan um die Herausforderungen einer industriell geprägten Großstadt anzugehen“, so Fegebank. Arbeitsbedarf sieht sie zeitgleich bei der Energieversorgung: „Wir wollen die Wärmeversorgung umweltfreundlicher und klimafreundlicher gestalten, müssen aber die Versorgungssicherheit und Preissicherheit gewährleisten. Da müssen wir auch über Kohle reden.

Zum dritten Mal vergab der N Klub den PSD Bank Nord-Förderpreis. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wurde an die Evangelische Kita Veddel verliehen. Frank Neitzel, Vorstandssprecher der PSD Bank Nord, erklärte zur Auswahl des Gewinners: „Kinder sind die Zukunft, aber haben es in Hamburg nicht immer leicht, egal in welchem Stadtteil.“ Der Förderpreis wird die Neugestaltung des Außenbereichs der Kindertagesstätte mitfinanzieren. Dabei werden für Spielgeräte weitgehend Naturmaterialien genutzt, auch Obstbäume werden gepflanzt. Im Vorfeld der Veranstaltung wählte eine Jury den Gewinner unter 15 Bewerbern aus.

Die traditionellen 100 Sekunden-Kurzvorträge wurden bei diesem N Klub durch Sina Trinkwalder bereichert. Die Unternehmerin und Autorin („Im nächsten Leben ist zu spät“) stellte ihr neues Projekt BRICHBAG vor: „Wir machen Obdachlose mit unseren Rucksäcken in Neonfarben sichtbar. Jeder Rucksack enthält Hygieneartikel, denn  diese helfen Menschen ihr Selbstwertgefühl zu halten. Mittlerweile konnten wir knapp 1000 Obdachlose mit Rucksäcken versorgen. Jetzt sind 125 Brichbags in Hamburg angekommen und legen somit den Grundstein, Obdachlose hier sichtbarer zu machen.

In weiteren 100 Sekunden-Kurzvorträgen zeigte sich die Vielfalt des Themas Nachhaltigkeit in Hamburg.

In guter Gesellschaft, so der Name des ersten Zero Waste-Cafés der Stadt. „Wir verzichten auf Müll, in erster Linie aus Plastik. Wir kaufen unverpackt ein oder stellen es einfach selbst her“, sagten die Besitzerinnen Ina Choi-Nathan und Alana Zubritz.

Energiewende ist ein zentrales Schlagwort aktueller Politik. Eng damit verbunden ist die Forderung nach einem Kohleausstieg. Derzeit bildet sich eine breite Initiative, die ein kohlefreies Hamburg bis 2025 fordert. „Jedes Bundesland kann ein Klimaschutzgesetz für sich entwickeln und damit fangen wir jetzt in Hamburg an. Wir müssen anfangen damit Schicht im Schacht ist“, so Mirco Beisheim, Mitbegründer der Bewegung.

Aid for Artists in Exile hilft Künstlern aus aller Welt, die in Ihren Heimatländern verfolgt und an künstlerischem Schaffen gehindert werden“, sagten Schauspielerin Christiane Filla und Regisseurin Anna Schildt. Darum vergibt der in Paris gegründete und nun nach Hamburg gezogene Verein Aid A Stipendien für Künstler.

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Als Gäste des Abends waren u.a. dabei:

Kim Christopher Birtel (Surf Club Altona), Arnd Boeckhoff (Hanseatic Help), Jan Brandt (PSD Bank Nord eG, Olaf Dechow (Otto GmbH & Co. KG), Stefan Dierks (Tchibo GmbH), Laura Hoyer (KlimaINVEST Green Concepts), Martina Irmisch (Haus der Familie), Michel Kellenbenz (Fahrradgarderobe), Volker Lux (subvert Skateboarding), Prof. Dr. Peter Ostendorf (Praxis ohne Grenzen), Paul Pauksch (altonale GmbH), Umut Savac (Barclaycard), Karin Schmalriede (Johann Daniel Lawaetz-Stiftung), Tobias Schlegl, Ralf Ziegenhagen (Loki Schmidt Stiftung) und viele weitere…

Nachhaltige Ideen zwischen Tischtennisplatte und Barren – der 33. N Klub Hamburg in der Turnhalle

Kritische Fragen und nachhaltige Inspiration beim 33. N Klub: In der Turnhalle des Projekts Wohnschule stellte Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher sich gestern Abend Fragen zur Nachhaltigkeit der Hamburger Politik, während Benjamin Adrion den rund 120 Gästen vom jüngsten Projekt der Trinkwasserinitiative Viva von Agua berichtete.

An ungewöhnlichen Orten die Vielfalt der Nachhaltigkeit begreifbar machen – diesem Ziel hat sich der N Klub verschrieben. Und so empfing das nachhaltige Netzwerk Engagierte, Aktivisten, Wirtschaftsvertreter und Interessierte am 13. September zu seiner 33. Ausgabe in der Turnhalle des Projekts Wohnschule auf St. Pauli. Zwischen Tischtennisplatte, Reck und Barren fühlte sich mancher Gast an vergangene Sportstunden erinnert. Mit dem N Klub eingeladen hatte die Conplan GmbH. Sie realisiert seit über 25 Jahren ökologische und soziale Baugruppenprojekte wie die Wohnschule.

Als Impulsgeber des Abends trat Benjamin Adrion auf. Der Initiator der Trinkwasserinitiative Viva con Agua berichtete von dem Vorhaben, für sauberes Trinkwasser zu Fuß durch Uganda zu ziehen. „In diesem Jahr gründete sich Viva con Agua Kampala, der erste offizielle Ableger von Viva con Agua in Afrika. Gemeinsam möchten wir für sauberes Trinkwasser sensibilisieren und Spenden sammeln. Darum wandern wir durch Uganda bis in die Hauptstadt Kampala und veranstalten dort ein Festival“, so Adrion.

Wie rechnet sich Nachhaltigkeit für Hamburg? Darüber diskutierte Lars Meier nach dem Motto
„N Klub fragt nach!?“ mit Hamburgs Finanzsenator Dr. Peter Tschentscher. Dieser sagt dazu: „Ich gebe gerne Geld für die Kinder aus, denn das sind Investitionen, die wir nicht nachholen können.“ Auf das Konsumverhalten der Stadt angesprochen, erklärt der Senator: „In die Vergabeverordnung der Stadt haben wir Nachhaltigkeitsaspekte aufgenommen. Bei öffentlichen Ausschreibungen sollen diese berücksichtigt werden.“

Bereits zum zweiten Mal wurde der PSD Bank Nord-Förderpreis verliehen. Der durch den N Klub und die PSD Bank Nord ausgerufene und mit 2.500 Euro dotierte Förderpreis wurde an die Kindertagesstätte Spatzennest verliehen. Herr Dr. Stefan Kram, Vorstand der PSD Bank Nord, erklärte zur Auswahl des Gewinners: „Es ist wichtig Kinder zu unterstützen, vor allem wenn es um Ernährung und Bildung geht.“ Im Vorfeld der Veranstaltung wählte eine Jury den Gewinner unter rund 20 Bewerbungen aus.

Im Rahmen der traditionellen „100 Sekunden“-Beiträge präsentierte sich Hamburgs Nachhaltigkeitsszene in ihrer ganzen Vielfalt.

Versteckten Zucker entdecken und gesunde Alternativen erkennen, davon handelt das Theaterstück Schneewittchen in der Zuckerfalle. In 100 Sekunden erklärte Schneewittchen Kristin Baumgartl den Gästen: „Gesunde Ernährung ist wichtig für Kinder. Durch Präventionstheater lernen Kinder schneller, können Fragen stellen und setzen sich mit dem auseinander, was sie im Supermarkt finden.“

Sein Wahlrecht wahrnehmen bedeutet, Teil der Gesellschaft zu sein und eine Stimme zu haben. Umso wichtiger ist es, dass auch Menschen ohne Obdach ihr Recht auf Mitbestimmung nutzen, davon ist die Initiative StrassenWAHL überzeugt. „Wir gehen mit Obdachlosen den Wahl O Mat durch und erklären, wie der Weg zur Wahlurne funktioniert. Die Wohnungslosen haben dabei eine Vorbildfunktion für notorische Nichtwähler und setzen ein Zeichen: geht wählen“, erklärt Vereinsmitglied Katharina Meßmann.

CONFIDANCE – Tanz dich stark lautet das Motto, mit dem Ajselj Bekir Tanzworkshops mit einem wichtigen Ziel gestaltet: „Wir vermitteln Kindern eine der wichtigsten Eigenschaften im Leben, Vertrauen in sich selbst. Wir erreichen alle Kinder, denn beim Tanzen ist es egal, woher du kommst oder welche Sprache du sprichst“, so Bekir.

Gute Geschäfte gibt es bei Hamburgs etwas anderem Markt, dem AKTIVOLI-Marktplatz. Heike Oelze und Maren Gutmann erklären die Idee dahinter: „Wir bringen Unternehmen und freiwillig engagierte zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Es geht darum, die jeweiligen Kompetenzen auszutauschen.“

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Als Gäste des Abends waren u.a. dabei:

Julia Atze (Pastorin Hauptkirche St. Michaelis), Robert Beddies (betahaus), Jan Brandt (PSD Bank Nord eG), Benjamin Brich (Humanilog – HLO), Helen Dähne (JOBLINGE gAG Hanse), Thore Debor (Clubkombinat Hamburg), Robert Diekmann (recolution GmbH & Co. KG), Silke Langhoff (Verbraucherzentrale Hambrug e.V.), Ludwig Gerhard (S-Bahn Hamburg), Jörn Menge (Laut gegen Nazis), Bastian Muschke (Caté), Dorothee Vogt (Demokratie in Bewegung), Elisabeth Wilhelm (Zukunftsvermögen) und viele weitere…

„Es gibt keinen Politiker der nachhaltig lebt“ – Olaf Scholz beim 32. N Klub Hamburg

G20 und das Protestcamp, Luftreinhalteplan, Wohnungsmarkt und Integration von Geflüchteten – Olaf Scholz diskutierte mit Hamburgs Nachhaltigkeitsszene über ein zukunftsfähiges Hamburg und Herausforderungen moderner Großstädte. Hierfür kamen bei der 32. Ausgabe des N Klub in Hamburg rund 140 Interessierte, Aktivisten, Engagierte, Wirtschafts- und Medienvertreter in der Johann Daniel Lawaetz-Stiftung zusammen.

Am 28. Juni lud der N Klub zu seiner 32. Ausgabe in Hamburg. Das Interesse war groß, denn angekündigt hatte sich Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz. Eröffnet wurde der Abend durch die Begrüßung des N Klub-Initiators Lars Meier und Grußworte von Karin Schmalriede, Vorstandsmitglied der Johann Daniel Lawaetz-Stiftung. Die Lawaetz-Stiftung eröffnet sozial- und wirtschaftlich benachteiligten Personengruppen Zugänge zum Wohn-, Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Ihr Leitsatz „Innovativ für das Gemeinwohl“ zeigt, wie lösungsorientiert, verlässlich und kreativ die Stiftung soziale Herausforderungen der Stadt angeht.

Der N Klub fragt nach?!“ hieß es im Anschluss und stellvertretend für diesen führte Lars Meier das Gespräch mit Olaf Scholz. „Es gibt keinen Politiker der nachhaltig lebt, allein aufgrund der Verkehrsleistungen“, räumte Hamburgs Erster Bürgermeister gleich zu Beginn ein. Für die Stadt zieht er eine positivere Bilanz: Wir sind, was Verkehrswende, Elektromobilität und den öffentlichen Nahverkehr betrifft, die Speerspitze in Deutschland. Es gibt bei uns keine Überschreitung der Feinstaubgrenzwerte. Wir haben ein Problem mit Stickoxyd, was mit den vielen Dieselfahrzeugen zusammenhängt.” Darin sieht Scholz die Möglichkeit eine Vorreiterrolle: Es ist unser Beitrag, Technologien zu entwickeln, die auf der ganzen Welt eingesetzt werden und reale Veränderungen ermöglichen.” Das kurz zuvor veröffentlichte Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu einem möglichen Protestcamp im Stadtpark zu G20 kommentierte Scholz: Das Bundesverfassungsgericht hat mir die Möglichkeit gegeben das Zelten zu erlauben, mir aber nicht vorgeschrieben, es zu tun.”

Gemeinsam mit der PSD Bank Nord feierte der N Klub eine Premiere: Für den erstmals verliehenen PSD Bank Nord-Förderpreis wählte eine Jury im Vorfeld der Veranstaltung unter rund 20 Bewerbungen eine förderungswürdige Initiative aus. Der mit 2.500 Euro dotierte Förderpreis wurde von Marco Pietsch, Bereichsleiter Vertrieb der PSD Bank, an die JOBLINGE gAG Hanse verliehen. „Es ist uns wichtig durch diesen Förderpreis die Nachhaltigkeit in Hamburg zu stärken“, so Pietsch in der Laudatio. Mithilfe des Förderpreises wird JOBLINGE Kreativworkshops für Jugendliche umsetzen. Die Idee dahinter: Eine positive Selbsterfahrung in kreativem Umfeld stärkt das Selbstbewusstsein der Teilnehmer und erhöht so Chanen und Auftreten auf dem Arbeitsmarkt.

Im Rahmen der traditionellen „100 Sekunden“-Beiträge präsentierte sich Hamburgs Nachhaltigkeitsszene in ihrer ganzen Vielfalt.

Migration auf lokaler Ebene ansprechen und sich europaweit darüber austauschen. Wie das geht erklärte das AMITIE CODE Youth Team in 100 Sekunden: „Wir möchten Jugendliche und alle Generationen für das Thema Migration sensibilisieren, weil es uns in Zukunft immer begegnen wird und es auch jetzt schon tut.“

Minitopia, so der Name einer Plattform für urbane Selbstversorgung in Wilhelmburg. Über das Projekt auf der Insel berichtete Stefanie Engelbrecht: „Wir nennen uns Plattform, Keimzelle, Spielplatz und wir laden ein: Experten, Pioniere, Querdenker, Freidenker. Wir wollen vordenken was wir erreichen können, wenn wir uns als Bürger- nicht als Politiker, nicht als Konzerne – zusammentun, Wissen und Ressourcen teilen.“

„In einer Nacht erstellen wir ehrenamtlich ein Kommunikationsprozess für nachhaltige Projekte. Wir helfen mit Kreativität“, so Daniel Hautmann, Initiator des Projekts Nachtschicht Hamburg.

Bio-Zutaten und vegane Gerichte sind auch aus vielen Restaurants in Hamburg nicht mehr wegzudenken. Einer der Vorreiter dabei ist schon immer Vistro. Susanne Nichell berichtet: „Wir nutzen nicht nur ökologische Zutaten, sondern verwerten diese vollständig, denn vor Allem in der Gastronomie wird zu viel weggeschmissen. Hier wollen wir Nachhaltigkeit möglich machen.“

 

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Als Gäste des Abends waren u.a. dabei:

Ralf Behrens (Behörde für Umwelt und Energie), Mirco Beisheim (KEBAP – KulturEnergieBunker), Sebastian Buschmann (Environmental Justice Foundation), Hannah Gronwald (Otto GmbH & Co. KG), Karen Elvers (Loki Schmidt Stiftung), Lena Hansen (altonale goes green), Sonja Hiemisch (WWF Deutschland), Prof. Bernd Kniess (Hafen City Universität), Michael Lezius (Yagmur-Stiftung), Linda Mohlmann (agentur fair fashion), Prof. Dr. Peter Ostendorf (Praxis ohne Grenzen), Ingo Pohlmann (Sänger), Natalie Richter (leev), Tobi Schlegl, Dr. Claudia Schmitt (Kompetenzzentrum Nachhaltige Universität), Bastian Senger (Caté), Katrin Stolle (Zentraler Koordinierungsstab Flüchtinge), Ralf Ziegenhagen (Loki Schmidt Stiftung) und viele weitere…

32. N Klub Hamburg – PSD Bank Nord-Förderpreis feiert Premiere

Der N Klub Hamburg ruft – und zwar am 28.06.2017. Der 32. N Klub findet für die gelandenen Gäste in der Lawaetz-Stiftung (Neumühlen 16, 22763 Hamburg) statt. Eine Hamburger Organisation, die sozial- und wirtschaftlich benachteiligten Personengruppen Zugänge zum Arbeits-, Ausbildungs- und Wohnungsmarkt ermöglicht. Getreu dem Leitsatz „Innovativ für das Gemeinwohl“ denkt und handelt die Lawaetz-Stiftung lösungsorientiert, unbürokratisch und verlässlich. Als Intermediär bringt sie Akteure zusammen und fungiert als Berater, um mit und unter den Beteiligten kreative Lösungen in herausfordernden sozialen Konstellationen zu finden und umzusetzen.

Drei Jahre nach seinem letzten Besuch wird Hamburgs Erste Bürgermeister Olaf Scholz beim kommenden N Klub Rede und Antwort stehen. Im Modul „Der N Klub fragt nach?!“ wird N Klub Initiator Lars Meier Fragen zu vielen Themen aus dem N Klub-Kosmos stellen. Wir freuen uns ein spannendes Gespräch beim 32. N Klub Hamburg.

Bitte beachten Sie: Der N Klub ist eine geschlossene Veranstaltung mit begrenzter Gästekapazität. Wenn Sie Interesse haben, an einer der zukünftigen N Klub Veranstaltungen teilzunehmen, schreibe Sie gerne eine Nachricht an:
Paul Spethmann | herrspethmann@guteleudefabrik.de

PSD Bank Nord-Förderpreis:

Beim 32. N Klub Hamburg wird erstmalig der PSD Bank Nord-Förderpreis an ein Projekt oder eine Initiative aus Hamburg verliehen. Bewerbungen mit Vorstellung des Projektes, Wirkungsbereich und aktuellen Hürden & Zielen bitte an:

Paul Spethmann | herrspethmann@guteleudefabrik.de
Die Bewerbungsfrist für den mit 2.500€ dotierten Preis endet am 21.6. um 16.00 Uhr.
Bewerben kann sich jedes Projekt/Initiative mit einem nachhaltigen & zukunftsfähigen Ansatz sowie einem Bezug zu Hamburg.

Spontaner Beschluss: N Klub Hamburg unterstützt das Winternothilfeprogramm

Nachhaltigkeit in Zeiten des Weihnachtsgeschäfts. Auch darüber diskutierte der N Klub in seiner letzten Ausgabe 2016. Dabei zeigten die Gäste Ansätze und Ideen auf, das Thema Nachhaltigkeit aus der „Altwörtertonne“ zu holen. Beim 31. N Klub kamen Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammen und machten deutlich, dass nachhaltiges Denken vielfältig und aktuell ist.  Nachhaltigkeit und Netzwerk – das funktioniert, wie der Beschluss zeigt, sich aktiv in die Winternothilfe einzubringen.

Am Nikolaustag lud Gastgeber Sieghard Wilm für die 31. Ausgabe des mehrfach ausgezeichneten Formates N Klub in die St. Pauli Kirche ein. Gemeinsam mit N Klub-Initiator Lars Meier begrüßte er rund 140 Interessierte. In seinen Begrüßungsworten erinnerte Wilm, Pastor der St. Pauli Kirche, daran, dass Nachhaltigkeit und Religion Hand in Hand gehen können. Er freute sich, bereits das zweite Mal einen Treffpunkt für den N Klub und viele sozial engagierte Menschen bereitzustellen.

Eröffnet wurde der Abend mit dem beliebten Format „N Klub fragt nach?!“. Dabei gab Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche der Sozialbehörde. Auf die momentanen Herausforderungen bei der Arbeit mit Geflüchteten angesprochen meinte Leonhard: „Ging es im letzten Jahr noch um Ankommensversorgung oder ein Dach über dem Kopf, dann geht es jetzt darum, Menschen dabei zu helfen, sich in der Gesellschaft zurecht zu finden. Es geht darum, mit den Menschen auf Augenhöhe zu kommunizieren. Nicht mehr darum, zu sagen, was sie wollen sollen, sondern zu machen. Das ist schon etwas anderes.“ Ein weiteres Thema war das Winternotprogramm Hamburg für Menschen ohne Obdach. „Die Nöte sind so verschieden wie die Menschen“, erklärte Leonhard. Das Ergebnis: Lars Meier forderte die Gäste auf mit ihm gemeinsam aktiv zu werden. Spontan erklärten sich Anwesende bereit, an einem gemeinsamen Termin das Winternotprogramm zu unterstützen. Der Verein MenscHHamburg e.V. erklärte, das Programm mit 8000 Euro zu unterstützen.

Von der Beziehung von Nachhaltigkeit und der Finanzbranche berichtete Georg Schürmann, Geschäftsleiter Triodos Bank N.V. Deutschland: „Wenn ich in die Zeitung oder das Internet gucke, dann habe ich das Gefühl, „Nachhaltigkeit“, das ist ja auch eine Phrase geworden. Jeder ist ja heute nachhaltig. Es gibt da offensichtlich mittlerweile verschiedene Definitionen. So bedeutet Nachhaltigkeit für mich etwas werteorientiertes, etwas das für Werte steht, so wie meine Bank für ein werteorientiertes Bankgeschäft steht.“ Das Ergebnis müsse sein, „Wirtschaft wieder in den Dienst der Menschen zu stellen“, so Schürmann.

 

Im Rahmen der traditionellen „100 Sekunden“-Beiträge präsentierte sich Hamburgs Nachhaltigkeitsszene in ihrer ganzen Vielfalt.

Wie einfach es ist auch mit wenig Zeit soziale Projekte in Hamburg zu unterstützen erklärte Theresa Senk vom Verein tatkräftig e.V. – Hände für Hamburg: „Den Garten eines Kinderhospizes auf Vordermann bringen, pflegebedürftigen einen Ausflug ermöglichen oder einen Workshop für sozial benachteiligte Kinder veranstalten – aber wie geht man das an? Da kommen wir ins Spiel – meldet euch bei uns, wir organisieren diese Engagements für Euch!“

Waldmenschen eG heißt Hamburgs erste Waldgenossenschaft. „Unsere Genossenschaft wird in Panama drei Generationen Bäume pflanzen. Wir entnehmen die älteste Generation zum Verkauf, pflanzen aber direkt die nächste Generation nach. So erzeugen wir Gewinne mit dauerhaften Wäldern“, erklärte Arne Knöchel.

Fair Lötet e.V. verbindet das Thema Nachhaltigkeit mit unserer Elektronik. In jedem elektronischen Gerät wird Zinn verbaut. Der größte Teil davon wird umweltschädlich in Minen abgebaut. Matthias Niess zeigte die Alternative auf: „Wir haben fairen Lötzinn aus Recycling gewonnen und dabei viel gelernt. Wir bringen den Ball ins Rollen und werden mit dem europäischen Mittelstand an vielen Orten ins Gespräch kommen.“

In einer feierwütigen Stadt wie Hamburg erreicht das Thema Nachhaltigkeit auch die Clubszene. Der Clubmob Hamburg fördert dabei die grüne Clubkultur der Stadt. „Unser Energieberater deckt Verbesserungspotenziale auf. Dann mobilisieren wir den Mob – gefeiert wird unter der Voraussetzung, dass alle Einnahmen in die verbesserungsmaßnahmen des Clubs fließen“, berichtete Dominika Mazurkiewicz.

Viele weitere Fotos vom Abend gibt es hier!

Zu den Gästen des 31. N Klub zählten unter anderem: Olaf Altmann (Greenpeace Energy eG), Ulf Bodenhagen (Hamburg Leuchtfeuer), Thore Debor (Clubkombinat), Uwe Emmenthal (Nutzmüll e.V.), Arzu Erdogan (RA Erdogan), Michael Hagedorn (Konfetti im Kopf), Claudia Heinrich (Verein für alternative Versorgungskonzepte e.V.), Mareike Imbt (BIOBOB), Susanne Iost (Callis EIP), Jochen Kunz-Michel (Johann Daniel Lawaetz-Stiftung), Dr. Wolfgang Lührsen (BUND Hamburg), Klaudia Morkramer (EURIST – European Institute for Sustainable Transport), Farid Müller (Grüne Bürgerschaftsfraktion), Anike Peters (Greenpeace), Steffen Schulz (fritz-kulturgüter GmbH), Jannes Vahl (Clubkinder e.V.) und viele weitere mehr…

Der 30. N Klub Hamburg – „wollen uns da weiter einmischen“

Hamburg, 14. September 2016: Nachhaltigkeit. Schon beim Lesen hört man eigentlich auf, sich für das Wort oder seine Bedeutung weiter zu interessieren. Dasselbe gilt für Netzwerk, einen ebenso langweiligen Begriff, der irgendwann einmal hip war, aber längst in die Altwörter-Tonne gehört. Beim 30. N Klub Hamburg trafen sich Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit zukunftsweisender Denk- und Lebensweise. Es ging um neue Ansätze und Ideen für eine ökologische Zukunft in Bezug auf Natur, Tierschutz und Menschlichkeit. Nachhaltigkeit und Netzwerk – das funktioniert.

Gastgeber der 30. Ausgabe war BIOBOB – „Hamburgs Obstlieferservice für Menschen bei der Arbeit“. Gegründet vor 8 Jahren und seit der ersten Stunde im N Klub aktiv, beliefert BIOBOB die Hamburger Wirtschaft mit frischem Bio Obst. Tief in die lokale Bioszene verwurzelt, schlägt man mit seinem Konzept im Rahmen betrieblichen Gesundheitsmanagements eine Brücke zwischen Bio und dem B2B Sektor. Beliefert werden heute über 500 kleine, mittlere und große Unternehmen im Großraum Hamburg. Schon von Beginn an, wann und wo es geht mit dem Fahrrad.

Nach ein paar kurzen Begrüßungsworten durch N Klub-Initiator Lars Meier und Jonas Puschke-Rui von BIOBOB eröffnete Mathis Neuberger von der Hamburger Morgenpost den Abend mit seiner Impulsrede. „Wir wussten damals auch nicht, was uns erwartet“, gab Neuburger zu und ergänzte „Über Nachhaltigkeit schreibst Du nicht für Klicks oder Auflage – es gibt kein Glammer, kein Blut,  keiner streitet sich und trotzdem wollen wir uns da weiter einmischen“. Die Mopo ist als N Klub-Partner von Beginn an dabei.

Die folgenden, immer wechselnden „100 Sekunden“-Beiträge beim N Klub zeigen in deutlicher Weise auf, wie vielfältig und bunt die Hamburger Nachhaltigkeitszene ist.

„80 Prozent der Ressourcen müssen unter der Erde bleiben, ansonsten werden wir es nicht schaffen, die globale Erwärmung auf 2 Grad zu begrenzen“, verdeutlichte Julia Pösl von Fossil Free Hamburg. Fossil Free setzt sich weltweit gegen Investitionen mittels Kapitalanlagen in fossile Brennstoffe ein. Auch wird gefordert, dass bestehende Anlagen innerhalb der nächsten 5 Jahre abgestoßen werden müssen.

Ethnotek entwickelt hochwertige Rucksäcke und Taschen für lange Reisen und den Alltag. Jede Tasche wird mit einem handgefertigten Stoff von innen und außen verziert. „Wir unterstützen die Kunsthandwerker vor Ort, indem wir ihnen eine Mindestmenge an Stoffen langfristig abkaufen und erhalten dadurch die textile Webkultur in den Ländern, in denen tatsächlich noch gewoben oder geknüpft wird“, berichtete Gründer Jim Tichatschek

Viele Schiffe aus aller Herren Länder kommen in den Hamburger Hafen und bringen vielerlei spannende Ladung. Doch um diese Ladung zu löschen, braucht es die Hilfe und das Know-How in Hamburg! Mit dieser Metapher stellte Roland Becker  das Projekt Move:ON vor. Geflüchteten soll dabei geholfen werden ein eigenes Unternehmen zu gründen, sich selbstständig zu machen. Frei nach dem Motto der Teilnehmer: „We didn’t come to Germany to end up as refugees. We came to start up.“

Arnd Niemeyer von Die Tomatenretter lud spontan alle Gäste für das Wochenende zu sich auf den Hof ein: „Wir sind dabei, das komplette Saatgut als Kulturleistung der Menschheit zu verlieren, wenn wir jetzt nicht gemeinsam aktiv werden.“ Einen für alle frei zugänglichen Saatgutschatz aufbauen. Gutes Gemüse für alle, von den Höfen der Umgebung – das ist die Intention. Die Sortenvielfalt anderer Kulturpflanzen dabei zu erhalten und Land für nachhaltigen, unabhängigen Anbau freizukaufen, sind ebenfalls Ziele dieser Initiative.

In der zweiten Ausgabe des Formates „N Klub fragt nach?!“ stellte sich Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Dr. Andreas Dressel einigen Fragen des N Klubs. Auf die Frage, wie die Flüchtlings-Situation Hamburg im vergangenen Jahr entwickelt habe, schilderte der 41-Jährige, wie ihn die damalige spontane Anteilnahme und Bildung vieler ehrenamtlicher Initiativen wie Kleiderkammer und vieler Sportvereine beeindruckt hat. Aber auch, wie vorsichtig man in dieser Frage sein muss, damit das Thema in Hamburg, einer Stadt, in der verhältnismäßig viele Geflüchtete angekommen sind, sein muss. „Man darf auch nicht vergessen, dass wir nach wie vor ca. 8000 Menschen in Erstunterkünften haben, die nach unseren Gesetzten einen Anspruch auf die Unterbringung in Folgeunterkünften haben. Das Problem ist nicht weg.“, gab Dressel zu bedenken.

Der nächste N Klub Hamburg findet im Dezember, der nächste N Klub Frankfurt im November statt.

Zu den Gästen des 30. N Klub zählten unter anderem: Dr. Andreas Dressel (SPD Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft), Ralf Behrens (Behörde für Umwelt und Energie) Nina Hedricks & Christian Kuper (Vincent Vegan), Britta Rolle (CASA VERDE Immobilien), Dr. Onno Groß (DEEPWAVE e.V.), Petra Simoneit (GOODplaye), Marie Rienecker (Kinderhospiz Familienhafen e.V.), Wolfgang Schröder (netzweber GmbH), Susanne Günsch (Remida – das kreative Recycling Centro), Gottfried Eich (Stadtteilschule Wilhelmsburg), Frederik Vath (Umweltaktivist), Sabine Siehl (wellYunit), Kim Christopher (Surf Club Altona)

 

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