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„Es gibt keinen Politiker der nachhaltig lebt“ – Olaf Scholz beim 32. N Klub Hamburg

G20 und das Protestcamp, Luftreinhalteplan, Wohnungsmarkt und Integration von Geflüchteten – Olaf Scholz diskutierte mit Hamburgs Nachhaltigkeitsszene über ein zukunftsfähiges Hamburg und Herausforderungen moderner Großstädte. Hierfür kamen bei der 32. Ausgabe des N Klub in Hamburg rund 140 Interessierte, Aktivisten, Engagierte, Wirtschafts- und Medienvertreter in der Johann Daniel Lawaetz-Stiftung zusammen.

Am 28. Juni lud der N Klub zu seiner 32. Ausgabe in Hamburg. Das Interesse war groß, denn angekündigt hatte sich Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz. Eröffnet wurde der Abend durch die Begrüßung des N Klub-Initiators Lars Meier und Grußworte von Karin Schmalriede, Vorstandsmitglied der Johann Daniel Lawaetz-Stiftung. Die Lawaetz-Stiftung eröffnet sozial- und wirtschaftlich benachteiligten Personengruppen Zugänge zum Wohn-, Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Ihr Leitsatz „Innovativ für das Gemeinwohl“ zeigt, wie lösungsorientiert, verlässlich und kreativ die Stiftung soziale Herausforderungen der Stadt angeht.

Der N Klub fragt nach?!“ hieß es im Anschluss und stellvertretend für diesen führte Lars Meier das Gespräch mit Olaf Scholz. „Es gibt keinen Politiker der nachhaltig lebt, allein aufgrund der Verkehrsleistungen“, räumte Hamburgs Erster Bürgermeister gleich zu Beginn ein. Für die Stadt zieht er eine positivere Bilanz: Wir sind, was Verkehrswende, Elektromobilität und den öffentlichen Nahverkehr betrifft, die Speerspitze in Deutschland. Es gibt bei uns keine Überschreitung der Feinstaubgrenzwerte. Wir haben ein Problem mit Stickoxyd, was mit den vielen Dieselfahrzeugen zusammenhängt.” Darin sieht Scholz die Möglichkeit eine Vorreiterrolle: Es ist unser Beitrag, Technologien zu entwickeln, die auf der ganzen Welt eingesetzt werden und reale Veränderungen ermöglichen.” Das kurz zuvor veröffentlichte Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu einem möglichen Protestcamp im Stadtpark zu G20 kommentierte Scholz: Das Bundesverfassungsgericht hat mir die Möglichkeit gegeben das Zelten zu erlauben, mir aber nicht vorgeschrieben, es zu tun.”

Gemeinsam mit der PSD Bank Nord feierte der N Klub eine Premiere: Für den erstmals verliehenen PSD Bank Nord-Förderpreis wählte eine Jury im Vorfeld der Veranstaltung unter rund 20 Bewerbungen eine förderungswürdige Initiative aus. Der mit 2.500 Euro dotierte Förderpreis wurde von Marco Pietsch, Bereichsleiter Vertrieb der PSD Bank, an die JOBLINGE gAG Hanse verliehen. „Es ist uns wichtig durch diesen Förderpreis die Nachhaltigkeit in Hamburg zu stärken“, so Pietsch in der Laudatio. Mithilfe des Förderpreises wird JOBLINGE Kreativworkshops für Jugendliche umsetzen. Die Idee dahinter: Eine positive Selbsterfahrung in kreativem Umfeld stärkt das Selbstbewusstsein der Teilnehmer und erhöht so Chanen und Auftreten auf dem Arbeitsmarkt.

Im Rahmen der traditionellen „100 Sekunden“-Beiträge präsentierte sich Hamburgs Nachhaltigkeitsszene in ihrer ganzen Vielfalt.

Migration auf lokaler Ebene ansprechen und sich europaweit darüber austauschen. Wie das geht erklärte das AMITIE CODE Youth Team in 100 Sekunden: „Wir möchten Jugendliche und alle Generationen für das Thema Migration sensibilisieren, weil es uns in Zukunft immer begegnen wird und es auch jetzt schon tut.“

Minitopia, so der Name einer Plattform für urbane Selbstversorgung in Wilhelmburg. Über das Projekt auf der Insel berichtete Stefanie Engelbrecht: „Wir nennen uns Plattform, Keimzelle, Spielplatz und wir laden ein: Experten, Pioniere, Querdenker, Freidenker. Wir wollen vordenken was wir erreichen können, wenn wir uns als Bürger- nicht als Politiker, nicht als Konzerne – zusammentun, Wissen und Ressourcen teilen.“

„In einer Nacht erstellen wir ehrenamtlich ein Kommunikationsprozess für nachhaltige Projekte. Wir helfen mit Kreativität“, so Daniel Hautmann, Initiator des Projekts Nachtschicht Hamburg.

Bio-Zutaten und vegane Gerichte sind auch aus vielen Restaurants in Hamburg nicht mehr wegzudenken. Einer der Vorreiter dabei ist schon immer Vistro. Susanne Nichell berichtet: „Wir nutzen nicht nur ökologische Zutaten, sondern verwerten diese vollständig, denn vor Allem in der Gastronomie wird zu viel weggeschmissen. Hier wollen wir Nachhaltigkeit möglich machen.“

 

SOCIAL: #nklubhh

 

Als Gäste des Abends waren u.a. dabei:

Ralf Behrens (Behörde für Umwelt und Energie), Mirco Beisheim (KEBAP – KulturEnergieBunker), Sebastian Buschmann (Environmental Justice Foundation), Hannah Gronwald (Otto GmbH & Co. KG), Karen Elvers (Loki Schmidt Stiftung), Lena Hansen (altonale goes green), Sonja Hiemisch (WWF Deutschland), Prof. Bernd Kniess (Hafen City Universität), Michael Lezius (Yagmur-Stiftung), Linda Mohlmann (agentur fair fashion), Prof. Dr. Peter Ostendorf (Praxis ohne Grenzen), Ingo Pohlmann (Sänger), Natalie Richter (leev), Tobi Schlegl, Dr. Claudia Schmitt (Kompetenzzentrum Nachhaltige Universität), Bastian Senger (Caté), Katrin Stolle (Zentraler Koordinierungsstab Flüchtinge), Ralf Ziegenhagen (Loki Schmidt Stiftung) und viele weitere…

32. N Klub Hamburg – PSD Bank Nord-Förderpreis feiert Premiere

Der N Klub Hamburg ruft – und zwar am 28.06.2017. Der 32. N Klub findet für die gelandenen Gäste in der Lawaetz-Stiftung (Neumühlen 16, 22763 Hamburg) statt. Eine Hamburger Organisation, die sozial- und wirtschaftlich benachteiligten Personengruppen Zugänge zum Arbeits-, Ausbildungs- und Wohnungsmarkt ermöglicht. Getreu dem Leitsatz „Innovativ für das Gemeinwohl“ denkt und handelt die Lawaetz-Stiftung lösungsorientiert, unbürokratisch und verlässlich. Als Intermediär bringt sie Akteure zusammen und fungiert als Berater, um mit und unter den Beteiligten kreative Lösungen in herausfordernden sozialen Konstellationen zu finden und umzusetzen.

Drei Jahre nach seinem letzten Besuch wird Hamburgs Erste Bürgermeister Olaf Scholz beim kommenden N Klub Rede und Antwort stehen. Im Modul „Der N Klub fragt nach?!“ wird N Klub Initiator Lars Meier Fragen zu vielen Themen aus dem N Klub-Kosmos stellen. Wir freuen uns ein spannendes Gespräch beim 32. N Klub Hamburg.

Bitte beachten Sie: Der N Klub ist eine geschlossene Veranstaltung mit begrenzter Gästekapazität. Wenn Sie Interesse haben, an einer der zukünftigen N Klub Veranstaltungen teilzunehmen, schreibe Sie gerne eine Nachricht an:
Paul Spethmann | herrspethmann@guteleudefabrik.de

PSD Bank Nord-Förderpreis:

Beim 32. N Klub Hamburg wird erstmalig der PSD Bank Nord-Förderpreis an ein Projekt oder eine Initiative aus Hamburg verliehen. Bewerbungen mit Vorstellung des Projektes, Wirkungsbereich und aktuellen Hürden & Zielen bitte an:

Paul Spethmann | herrspethmann@guteleudefabrik.de
Die Bewerbungsfrist für den mit 2.500€ dotierten Preis endet am 21.6. um 16.00 Uhr.
Bewerben kann sich jedes Projekt/Initiative mit einem nachhaltigen & zukunftsfähigen Ansatz sowie einem Bezug zu Hamburg.

Spontaner Beschluss: N Klub Hamburg unterstützt das Winternothilfeprogramm

Nachhaltigkeit in Zeiten des Weihnachtsgeschäfts. Auch darüber diskutierte der N Klub in seiner letzten Ausgabe 2016. Dabei zeigten die Gäste Ansätze und Ideen auf, das Thema Nachhaltigkeit aus der „Altwörtertonne“ zu holen. Beim 31. N Klub kamen Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammen und machten deutlich, dass nachhaltiges Denken vielfältig und aktuell ist.  Nachhaltigkeit und Netzwerk – das funktioniert, wie der Beschluss zeigt, sich aktiv in die Winternothilfe einzubringen.

Am Nikolaustag lud Gastgeber Sieghard Wilm für die 31. Ausgabe des mehrfach ausgezeichneten Formates N Klub in die St. Pauli Kirche ein. Gemeinsam mit N Klub-Initiator Lars Meier begrüßte er rund 140 Interessierte. In seinen Begrüßungsworten erinnerte Wilm, Pastor der St. Pauli Kirche, daran, dass Nachhaltigkeit und Religion Hand in Hand gehen können. Er freute sich, bereits das zweite Mal einen Treffpunkt für den N Klub und viele sozial engagierte Menschen bereitzustellen.

Eröffnet wurde der Abend mit dem beliebten Format „N Klub fragt nach?!“. Dabei gab Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche der Sozialbehörde. Auf die momentanen Herausforderungen bei der Arbeit mit Geflüchteten angesprochen meinte Leonhard: „Ging es im letzten Jahr noch um Ankommensversorgung oder ein Dach über dem Kopf, dann geht es jetzt darum, Menschen dabei zu helfen, sich in der Gesellschaft zurecht zu finden. Es geht darum, mit den Menschen auf Augenhöhe zu kommunizieren. Nicht mehr darum, zu sagen, was sie wollen sollen, sondern zu machen. Das ist schon etwas anderes.“ Ein weiteres Thema war das Winternotprogramm Hamburg für Menschen ohne Obdach. „Die Nöte sind so verschieden wie die Menschen“, erklärte Leonhard. Das Ergebnis: Lars Meier forderte die Gäste auf mit ihm gemeinsam aktiv zu werden. Spontan erklärten sich Anwesende bereit, an einem gemeinsamen Termin das Winternotprogramm zu unterstützen. Der Verein MenscHHamburg e.V. erklärte, das Programm mit 8000 Euro zu unterstützen.

Von der Beziehung von Nachhaltigkeit und der Finanzbranche berichtete Georg Schürmann, Geschäftsleiter Triodos Bank N.V. Deutschland: „Wenn ich in die Zeitung oder das Internet gucke, dann habe ich das Gefühl, „Nachhaltigkeit“, das ist ja auch eine Phrase geworden. Jeder ist ja heute nachhaltig. Es gibt da offensichtlich mittlerweile verschiedene Definitionen. So bedeutet Nachhaltigkeit für mich etwas werteorientiertes, etwas das für Werte steht, so wie meine Bank für ein werteorientiertes Bankgeschäft steht.“ Das Ergebnis müsse sein, „Wirtschaft wieder in den Dienst der Menschen zu stellen“, so Schürmann.

 

Im Rahmen der traditionellen „100 Sekunden“-Beiträge präsentierte sich Hamburgs Nachhaltigkeitsszene in ihrer ganzen Vielfalt.

Wie einfach es ist auch mit wenig Zeit soziale Projekte in Hamburg zu unterstützen erklärte Theresa Senk vom Verein tatkräftig e.V. – Hände für Hamburg: „Den Garten eines Kinderhospizes auf Vordermann bringen, pflegebedürftigen einen Ausflug ermöglichen oder einen Workshop für sozial benachteiligte Kinder veranstalten – aber wie geht man das an? Da kommen wir ins Spiel – meldet euch bei uns, wir organisieren diese Engagements für Euch!“

Waldmenschen eG heißt Hamburgs erste Waldgenossenschaft. „Unsere Genossenschaft wird in Panama drei Generationen Bäume pflanzen. Wir entnehmen die älteste Generation zum Verkauf, pflanzen aber direkt die nächste Generation nach. So erzeugen wir Gewinne mit dauerhaften Wäldern“, erklärte Arne Knöchel.

Fair Lötet e.V. verbindet das Thema Nachhaltigkeit mit unserer Elektronik. In jedem elektronischen Gerät wird Zinn verbaut. Der größte Teil davon wird umweltschädlich in Minen abgebaut. Matthias Niess zeigte die Alternative auf: „Wir haben fairen Lötzinn aus Recycling gewonnen und dabei viel gelernt. Wir bringen den Ball ins Rollen und werden mit dem europäischen Mittelstand an vielen Orten ins Gespräch kommen.“

In einer feierwütigen Stadt wie Hamburg erreicht das Thema Nachhaltigkeit auch die Clubszene. Der Clubmob Hamburg fördert dabei die grüne Clubkultur der Stadt. „Unser Energieberater deckt Verbesserungspotenziale auf. Dann mobilisieren wir den Mob – gefeiert wird unter der Voraussetzung, dass alle Einnahmen in die verbesserungsmaßnahmen des Clubs fließen“, berichtete Dominika Mazurkiewicz.

Viele weitere Fotos vom Abend gibt es hier!

Zu den Gästen des 31. N Klub zählten unter anderem: Olaf Altmann (Greenpeace Energy eG), Ulf Bodenhagen (Hamburg Leuchtfeuer), Thore Debor (Clubkombinat), Uwe Emmenthal (Nutzmüll e.V.), Arzu Erdogan (RA Erdogan), Michael Hagedorn (Konfetti im Kopf), Claudia Heinrich (Verein für alternative Versorgungskonzepte e.V.), Mareike Imbt (BIOBOB), Susanne Iost (Callis EIP), Jochen Kunz-Michel (Johann Daniel Lawaetz-Stiftung), Dr. Wolfgang Lührsen (BUND Hamburg), Klaudia Morkramer (EURIST – European Institute for Sustainable Transport), Farid Müller (Grüne Bürgerschaftsfraktion), Anike Peters (Greenpeace), Steffen Schulz (fritz-kulturgüter GmbH), Jannes Vahl (Clubkinder e.V.) und viele weitere mehr…

Der 30. N Klub Hamburg – „wollen uns da weiter einmischen“

Hamburg, 14. September 2016: Nachhaltigkeit. Schon beim Lesen hört man eigentlich auf, sich für das Wort oder seine Bedeutung weiter zu interessieren. Dasselbe gilt für Netzwerk, einen ebenso langweiligen Begriff, der irgendwann einmal hip war, aber längst in die Altwörter-Tonne gehört. Beim 30. N Klub Hamburg trafen sich Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit zukunftsweisender Denk- und Lebensweise. Es ging um neue Ansätze und Ideen für eine ökologische Zukunft in Bezug auf Natur, Tierschutz und Menschlichkeit. Nachhaltigkeit und Netzwerk – das funktioniert.

Gastgeber der 30. Ausgabe war BIOBOB – „Hamburgs Obstlieferservice für Menschen bei der Arbeit“. Gegründet vor 8 Jahren und seit der ersten Stunde im N Klub aktiv, beliefert BIOBOB die Hamburger Wirtschaft mit frischem Bio Obst. Tief in die lokale Bioszene verwurzelt, schlägt man mit seinem Konzept im Rahmen betrieblichen Gesundheitsmanagements eine Brücke zwischen Bio und dem B2B Sektor. Beliefert werden heute über 500 kleine, mittlere und große Unternehmen im Großraum Hamburg. Schon von Beginn an, wann und wo es geht mit dem Fahrrad.

Nach ein paar kurzen Begrüßungsworten durch N Klub-Initiator Lars Meier und Jonas Puschke-Rui von BIOBOB eröffnete Mathis Neuberger von der Hamburger Morgenpost den Abend mit seiner Impulsrede. „Wir wussten damals auch nicht, was uns erwartet“, gab Neuburger zu und ergänzte „Über Nachhaltigkeit schreibst Du nicht für Klicks oder Auflage – es gibt kein Glammer, kein Blut,  keiner streitet sich und trotzdem wollen wir uns da weiter einmischen“. Die Mopo ist als N Klub-Partner von Beginn an dabei.

Die folgenden, immer wechselnden „100 Sekunden“-Beiträge beim N Klub zeigen in deutlicher Weise auf, wie vielfältig und bunt die Hamburger Nachhaltigkeitszene ist.

„80 Prozent der Ressourcen müssen unter der Erde bleiben, ansonsten werden wir es nicht schaffen, die globale Erwärmung auf 2 Grad zu begrenzen“, verdeutlichte Julia Pösl von Fossil Free Hamburg. Fossil Free setzt sich weltweit gegen Investitionen mittels Kapitalanlagen in fossile Brennstoffe ein. Auch wird gefordert, dass bestehende Anlagen innerhalb der nächsten 5 Jahre abgestoßen werden müssen.

Ethnotek entwickelt hochwertige Rucksäcke und Taschen für lange Reisen und den Alltag. Jede Tasche wird mit einem handgefertigten Stoff von innen und außen verziert. „Wir unterstützen die Kunsthandwerker vor Ort, indem wir ihnen eine Mindestmenge an Stoffen langfristig abkaufen und erhalten dadurch die textile Webkultur in den Ländern, in denen tatsächlich noch gewoben oder geknüpft wird“, berichtete Gründer Jim Tichatschek

Viele Schiffe aus aller Herren Länder kommen in den Hamburger Hafen und bringen vielerlei spannende Ladung. Doch um diese Ladung zu löschen, braucht es die Hilfe und das Know-How in Hamburg! Mit dieser Metapher stellte Roland Becker  das Projekt Move:ON vor. Geflüchteten soll dabei geholfen werden ein eigenes Unternehmen zu gründen, sich selbstständig zu machen. Frei nach dem Motto der Teilnehmer: „We didn’t come to Germany to end up as refugees. We came to start up.“

Arnd Niemeyer von Die Tomatenretter lud spontan alle Gäste für das Wochenende zu sich auf den Hof ein: „Wir sind dabei, das komplette Saatgut als Kulturleistung der Menschheit zu verlieren, wenn wir jetzt nicht gemeinsam aktiv werden.“ Einen für alle frei zugänglichen Saatgutschatz aufbauen. Gutes Gemüse für alle, von den Höfen der Umgebung – das ist die Intention. Die Sortenvielfalt anderer Kulturpflanzen dabei zu erhalten und Land für nachhaltigen, unabhängigen Anbau freizukaufen, sind ebenfalls Ziele dieser Initiative.

In der zweiten Ausgabe des Formates „N Klub fragt nach?!“ stellte sich Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Dr. Andreas Dressel einigen Fragen des N Klubs. Auf die Frage, wie die Flüchtlings-Situation Hamburg im vergangenen Jahr entwickelt habe, schilderte der 41-Jährige, wie ihn die damalige spontane Anteilnahme und Bildung vieler ehrenamtlicher Initiativen wie Kleiderkammer und vieler Sportvereine beeindruckt hat. Aber auch, wie vorsichtig man in dieser Frage sein muss, damit das Thema in Hamburg, einer Stadt, in der verhältnismäßig viele Geflüchtete angekommen sind, sein muss. „Man darf auch nicht vergessen, dass wir nach wie vor ca. 8000 Menschen in Erstunterkünften haben, die nach unseren Gesetzten einen Anspruch auf die Unterbringung in Folgeunterkünften haben. Das Problem ist nicht weg.“, gab Dressel zu bedenken.

Der nächste N Klub Hamburg findet im Dezember, der nächste N Klub Frankfurt im November statt.

Zu den Gästen des 30. N Klub zählten unter anderem: Dr. Andreas Dressel (SPD Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft), Ralf Behrens (Behörde für Umwelt und Energie) Nina Hedricks & Christian Kuper (Vincent Vegan), Britta Rolle (CASA VERDE Immobilien), Dr. Onno Groß (DEEPWAVE e.V.), Petra Simoneit (GOODplaye), Marie Rienecker (Kinderhospiz Familienhafen e.V.), Wolfgang Schröder (netzweber GmbH), Susanne Günsch (Remida – das kreative Recycling Centro), Gottfried Eich (Stadtteilschule Wilhelmsburg), Frederik Vath (Umweltaktivist), Sabine Siehl (wellYunit), Kim Christopher (Surf Club Altona)

 

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29. N Klub Hamburg – Trinkwalder, Kerstan und viele andere trafen sich im „Haus der Familie“

Hamburg, 30. Juni 2016: Der N Klub, das mehrfach ausgezeichnete Netzwerkformat zum Thema Nachhaltigkeit, kam gestern Abend zum zweiten Mal in diesem Jahr zusammen. Die bunte Gästeliste verbindet Hamburger Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit zukunftsweisender Denk- und Lebensweise. Der N Klub fördert neue Ansätze und Ideen für eine ökologische Zukunft in Bezug auf Natur, Tierschutz und Menschlichkeit.

Nach ein paar kurzen Begrüßungsworten durch N Klub-Initiator Lars Meier und Martina Irmisch vom „Haus der Familie“ eröffnete Unternehmerin Sina Trinkwalder den Abend mit einer starken Impulsrede. Die Gründerin der Textilmanufaktur „manomama“, die am Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen beschäftigt, sieht Unternehmer generell in der Pflicht. „Arbeit ist Teilhabe an der Gesellschaft, also ist es meine Pflicht als Unternehmerin, allen Leuten Arbeit zu verschaffen. Eine talentfreie Zone gibt es nicht – man muss schauen, was wer kann. Wenn ihr etwas tut, das euch Spaß macht, ist der Erfolg gar nicht zu verhindern“, warb die 38-Jährige vor einem begeisterten Publikum.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stellte sich Umweltsenator Jens Kerstan einigen Fragen des N Klubs. So ließ der Senator auf die Frage nach der Elektromobiliät in  Hamburg wissen: „ Wir wollen die E-Mobilität ausbauen, die E-Flotte verdoppeln. In der Metropolregion Hamburg gibt es bis heute 2.000 E-Mobile, das ist also noch ein großer Weg.“ Auf die Frage nach Projekten, die Kerstan nach Wunsch bis zum Ende der Legislaturperiode gern umgesetzt hätte, sagte der Politiker unter anderem: „Ich würde die 2 Millionen Euro, die wir im Rahmen des Programms „Mein Baum – meine Stadt“ bereitgestellt haben gern bis dahin ausgeben und mich bereits mit einem Nachfolgeprojekt beschäftigen.

Die immer wechselnden „100 Sekunden“-Beiträge beim N Klub zeigen in deutlicher Weise auf, wie vielfältig und bunt die Hamburger Nachhaltigkeitszene ist.

Kay Dohnke hielt den Gästen gleich zu Beginn einen Spiegel vor: „Ihr beschäftigt Euch alle mit tollen, nachhaltigen Dingen, aber ihr seid alle Teil des Klimawandels, also tut etwas dagegen“, sagte der Gründer der Initiative 100ProKlima. Dohnke möchte  aufzeigen, dass unser wichtigstes Ziel die Klimaneutralität sein sollte. Schon mit niedrigen Investitionen und kleinen Veränderungen ist es möglich das eigene Leben und die eigenen Firma zuerst Ressourceneffizient und anschließend Klimaneutral zu machen.

Ben Brich von der Hamburger Non Profit Logistik-Organisation HLO-Humanilog bietet mit seinem Team Know-How im Bereich der Logistik an. Unter dem Motto „Helfern helfen“ organisiert Humanilog den Transport von Hilfsgütern in Krisengebiete.  „Wir unterstützen unter anderem soziale Logistikunternehmen bei ihrer Arbeit. Diese haben am Markt gegenüber konventionellen immer eine schlechtere Verhandlungsposition“, beschrieb er die aktuelle Situation rund um sich und sein Team.

Die Stiftung Aurelia versucht mit dem Ansiedeln von Bienenvölkern bei Landwirten für ein Umdenken zu sorgen. Claudia Marxen erklärte den Gästen, dass die Bienen, vor allem auf dem Land stark durch die Landwirtschaft bedroht sind: „Hamburger Honig ist sauber, aber schon an den Stadtgrenzen stoßen wir auf eine Gifte ausbringende Landwirtschaft.  Wir von der „Aurelia Stiftung“ kümmern uns um gesunde Bienen in einer gesunden Landwirtschaft“, informierte Marxen.

Im vierten und letzten „100 Sekunden“ Beitrag des 29. N Klubs sprach Constanze Klotz vom sozialen Designlabel „Bridge&Tunnel“ über die Ziele und Hürden des Projektes. „ Unser Ziel ist es, Menschen, die aus verschiedensten Gründen am Arbeitsmarkt nicht unterkommen, Brücken zu bauen. Wer arbeitet, lernt Menschen kennen und fühlt sich gebraucht.“

Alle „100 Sekunden“-Redner eint das gesellschaftliche und soziale Engagement für eine nachhaltige Lebens- und Denkweise ebenso das Haus der Familie. Von Frühe Hilfen über Familienförderung, schulische Unterstützung bis zum Übergang in selbstständige Lebensführung und Beruf stehen Kindern, Jugendlichen und Familien vielfältige  Angebote zur Verfügung: Offene Treffpunkte, soziale Gruppenarbeit, erzieherische Beratung/Sozialberatung, Sport, Arbeitsgelegenheiten und internationale Jugendbegegnungen. Und immer ein offenes Ohr: an sieben Tagen in der Woche ist das Haus geöffnet, es steht Stadtteilgruppen am Wochenende zur Verfügung und wird für private Feiern sowie jugendkulturelle Veranstaltungen genutzt.

Der nächste N Klub Hamburg findet im September, der nächste N Klub Frankfurt im November statt.

Zu den Gästen des 29. N Klub zählten unter anderem:

Mirco Beisheim (KulturEnergieBunker), Nicole Borgeest (Brot für die Welt), Anne Carls (Via Stella), Thore Debor (Clubkombinat), Christiane Dopp (Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein), Arzu Erdogan (Rechtsanwaltskanzlei Erdogan), Patrick Gleich (Gebrüder Gleich), Sven Grönwoldt (5fN – FÜNF FÜR NACHHALTIGKEIT), Dr. Dieter Großmann (Ökopol GmbH), Sylvia Hansen (Diakonie und Bildung), Ulrich Hermannes (Herz As Hamburg GmbH), Dirk Kronenberg (Hauni Maschinenbau AG),  Rüdiger Kruse (Wald e.V. Landesverband Hamburg), Christian Langrock (Das Geld hängt an den Bäumen), Elisabeth Michels (B.A.U.M. e.V.), Nikolas Migut (Strassenblues), Claudia Morkramer (EURIST), Anika Nehring (JOBLINGE gAG), Prof. Dr. Peter Ostendorf (Praxis ohne Grenzen), Paul Pauksch (altonale GmbH), Christian Prüß (FC St. Pauli – Kiezhelden), Hauke Rusbüldt (Gut Wulksfelde GmbH), Gudrun Stefaniak (passage gGmbH), Petra Steinert, (Umwelthaus am Schüberg), Mirko Wiegert (Fritz Kola – anjola) und Sieghard Wilm (St. Pauli Kirche) uvm.
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28. N Klub Hamburg – Das Thema Nachhaltigkeit ist kunterbunt

Hamburg, 2. März 2016: Der N Klub, das ausgezeichnete Netzwerkformat zum Thema Nachhaltigkeit, verbindet Hamburger Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit zukunftsweisender Denk- und Lebensweise. Es fördert neue Ansätze und Ideen für eine ökologische Zukunft in Bezug auf Natur, Tierschutz und Menschlichkeit.

Der Satz von Gastgeber Benjamin Adrion (Geschäftsführer Viva con Agua Wasser GmbH) „Wenn ich einen Beamer hätte…“ brachte die etwa 120 Gäste des gestrigen N Klub in den Elbe Werkstätten am Friesenweg zum Schmunzeln. Seine leidenschaftlichen Ausführungen über das inspirierende Trainingslager auf Kuba vor mehr als zehn Jahren, das man als Initialzündung für sein Wasserprojekt werten darf, brauchten nämlich keine Bilder. Mit „Wasser für alle ist keine Utopie“, forderte der Träger des Bundesverdienstkreuzes seine Zuhörer zu persönlichem Engagement auf. Inzwischen entstehen unter seiner Regie ständig neue Projekte. Mit dem von Viva con Agua geförderten und bewusst nicht Toilettenpapier genannten „Klopapier Goldeimer“, das in der vergangenen Woche auf den Markt kam, fließt weitere Unterstützung in die Trinkwasserhilfe.

Durch die „100 Sekunden“-Beiträge beim N Klub wird deutlich, welche vielfältigen Möglichkeiten sich für eine nachhaltige Lebensweise bieten.

Jörn Hartje etwa benutzt Seegras als Naturdämmstoff. Das vermeintliche Abfallprodukt verfügt über sehr gute Schallschutzwerte und eine kaum zu übertreffende Ökobilanz. Jedes Jahr werden mehrere tausend Tonnen Seegras an die Strände der Ostseeküste angeschwemmt und verursachen hohe Entsorgungskosten für Gemeinden und Städte. Getrocknet kann das Seegras jedoch als ausgezeichneter Dämmstoff für Häuser und Dächer genutzt werden. Als natürlicher und klimaneutraler Rohstoff fallen wenig Kosten und Schadstoffe bei der Produktion an. Daher ist das Naturprodukt eine tolle Alternative zu konventioneller Dämmung aus Styropor und Glas- oder Steinwolle. Mit seegrashandel.de holt er eine jahrhundertealte Tradition aus der Vergessenheit hervor.

Haris Sefo vom Hamburger Startup Breeze entwickelt neben seiner Lösung zur Überwachung und Verbesserung der Luftqualität am Arbeitsplatz auch ein System zum Einsatz in der urbanen Landschaft. „Luftqualität wird oft ohne realistisches Bild gemessen und Auswertungen sind nicht zugänglich, obwohl die EU jedem Bürger das Recht auf saubere Luft einräumt“, bemerkt Sefo. Hinter Breeze steht ein komplexes Expertensystem, das mit einem eigens entwickelten Luftmessgerät Städten und Büros die Möglichkeit gibt, die Luftqualität langfristig zu verbessern.

Das Land der Tiere, ein veganer Lebenshof auf 133.000 Quadratmetern Fläche in Mecklenburg, bietet die Möglichkeit Tiere zu pflegen, die Bianca Ulken mit ihrem Team Tiere aus schlechter Haltung befreit hat. Auf dem Tierschutzhof gibt es neben Ställen und großen Grünflächen auch Seminarräume, um den Umgang von Menschen mit ihnen zu schulen. Das Land der Tiere will seinen Teil dazu beitragen, den Tierschutz zu überdenken, willkürliche Grenzen zwischen verschiedenen Spezies abzubauen, das Recht auf Unversehrtheit Aller anzuerkennen und den Tierrechtsgedanken zu verbreiten.

Das Projekt Hilldegarden widmet sich der Begrünung des Bunkers an der Feldstraße. Tobias Boeing sucht für das bislang einzigartige Pilotprojekt für eine Naturlandschaft über den Dächern der Stadt noch Kooperationspartner. Es soll auch Raum zum aktiven und offenen Experimentieren mit alternativen Formen von Stadtgrün, Energiegewinnung, urbaner Lebensmittelproduktion und vielem mehr sein. Mehr als 40 Aktive planen in verschiedenen Arbeitsgruppen gemeinschaftlich nutzbare Innen- und Außenflächen.

Alle „100 Sekunden“-Redner eint das gesellschaftliche und soziale Engagement für eine nachhaltige Lebens- und Denkweise ebenso wie die Elbe Werkstätten. An mehr als 50 Standorten im gesamten Hamburger Raum bietet die Elbe-Werkstätten GmbH Menschen mit Behinderung Leistungen zu beruflicher Bildung und Arbeit, individuelle Unterstützung und pflegerische Hilfe in eigenen Werkstätten und Betrieben, die Menschen mit Behinderung integrieren möchten. Mit derzeit rund 3.200 behinderten Beschäftigten sind die Elbe-Werkstätten die größte derartige Institution im gesamten Bundesgebiet.

Zu den Gästen des 28. N Klub zählten unter anderem:

Benjamin Adrion (Geschäftsführer; Viva con Agua Wasser GmbH), Jan Kristof Arndt (Geschäftsführer, trend innovation), Robert Beddies (Geschäftsführer, betahaus), Reena Eddiks (Hanns R. Neumann Stiftung), Uta Gardemann (Greenpeace Energy eG), Carolin Hoyer (Sustainable Business Manager, Unilever Deutschland), Mareike Imbt (Inhaber BIOBOB), Kay Ingwersen (Förderverein Pik As e.V.), Vanessa Mühle (Joh. Wilh. Von Eicken GmbH), Marie Rienecker (Kinderhospiz Familienhafen e.V.), Jan Sadowsky (Geschäftsführer, Klimapatenschaft),  Anton Senner (Elbe Werkstätten GmbH), Johannes Tomczak (Viva con Aqua de St. Pauli), Frank Wieding (stellv. Chefredakteur Hamburger Morgenpost), Jens Wrage (Vorstand, Hamburger Tafel)

27. N Klub Hamburg: Der Einsatz für Nachhaltigkeit erfordert Mut

Beim N Klub in der St. Pauli Kirche kamen 100 Gäste zusammen, die das Thema Nachhaltigkeit voranbringen wollen.

Hamburg, 10. Dezember 2015 – „Sind wir alle noch zu retten?“ war eine der Fragen, die Gastgeber Tobias Schlegl (Moderator und Autor) an die rund 100 Gäste des N Klub richtete, die sich am gestrigen Abend in der St. Pauli Kirche versammelten. Schlegl stellte damit eine Verbindung zur Klimakonferenz in Paris her, deren Ausgang derzeit noch ungewiss sei. Er ist der Ansicht, dass die Zivilgesellschaft bei der Beantwortung der Klimafrage gerne eine größere Rolle spielen würde. Jedoch wurde der Protest derer, die ein entschlossenes Vorgehen in Sachen Klimaschutz fordern, aus Sicherheitsgründen untersagt und das sende genau die falschen Signale, so Schlegl. Diejenigen, die trotz des Verbotes den Mut aufbrachten für eine nachhaltige Klimapolitik zu demonstrieren, seien auf dem Place de la République mit Tränengas gestoppt worden – ausgerechnet an dem Ort, der für Freiheit stehe.

Die vier „100 Sekunden“-Beiträge beim N Klub machten deutlich, dass es insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen ökologischen und sozialen Herausforderungen viele Möglichkeiten gibt, selbst aktiv zu werden und seinen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten.

Jan Michler präsentierte den Gästen eine Möglichkeit, abseits von Onlineriesen wie eBay und Amazon – gerade in der Vorweihnachtszeit – Geschenke für die Liebsten zu finden. „Fairmondo“ heißt die Genossenschaft 2.0, hinter der laut Michler folgender Gedanke steckt: „Die Art und Weise, wie Großkonzerne funktionieren, ist aufgrund von Aspekten wie Gewinnmaximierung zu Lasten anderer oder Steuervermeidung nicht im Sinne der Fairness, Nachhaltigkeit und Gemeinwohlorientierung.“ Fairmondo zeichne sich dagegen durch faire Werte und Prinzipien und durch die Möglichkeit der Mitbestimmung der 2.000 Mitglieder aus. Die Plattform funktioniert wie ein großer Online-Marktplatz.

Claudia Unruh von Eben im Leben e.V. stellte das Projekt „Was ist bloß mit Opa los?“ vor. Sie gibt Workshops in Kindergärten und Kindertagesstätten, um Kinder im Umgang mit Demenzkranken zu schulen. Viele Eltern kämen zu ihr und seien der Meinung: „Nein, mein Kind soll nichts über Tod und Krankheit erfahren“. „Euer Kind verpasst etwas“, entgegnet Unruh dann. Sie führt Kinder behutsam an das Thema Demenz heran und besucht mit ihnen alte Menschen in einer Pflegeeinrichtung, wo immer wieder berührende Momente stattfänden. Das Ziel des Projektes sei es, Verständnis auf- und Berührungsängste abzubauen.

Peer Lütjens von „Hydrophil“ erklärte, was unter virtuellem oder verstecktem Wasser zu verstehen ist. „In Deutschland klopfen wir uns gerne auf die Schulter, weil wir nur 120 Liter Wasser pro Tag verbrauchen“, leitete er ein. Tatsächlich käme der Verbrauch eher an 3.900 Liter heran, wenn man das virtuelle Wasser einberechne. Für ein T-Shirt aus Baumwolle würden beispielsweise allein für die Bewässerung der Pflanzen 2.500 Liter benötigt. Lütjens möchte das Bewusstsein für den tatsächlichen Wasserverbrauch stärken und mahnt, dass zwar lokal Wasser gespart, global aber viel mehr verbraucht werde.

Elke Jacob präsentierte das Projekt „#Anfassen“, welches sie zusammen mit Axel Heimken ins Leben gerufen hat, um das Miteinander von Flüchtlingen und Einheimischen zu fördern. Über eine Plattform, die in Kürze online gehen wird, können Flüchtlinge Wünsche äußern, die ihnen dann von anderen Menschen erfüllt werden. Der persönliche Kontakt zwischen dem Wünschendem und dem Wunscherfüller soll für neue soziale Kontakte und eine gelebte Integration sorgen. „Es gibt so viele Flüchtlinge, an die keiner mehr denkt. Kern dieser Kampagne ist, dass man den Kontakt zu den Menschen herstellt, die zum Teil sehr abgeschottet leben.“ Jacob selbst wünscht sich, dass von zehn Schenkenden einer übrig bleibt, der sagt: „Der Mensch interessiert mich so sehr, da helfe ich weiterhin.“

All diese „100 Sekunden“-Redner eint das gesellschaftliche und soziale Engagement für eine nachhaltige Lebens- und Denkweise. Auch die St. Pauli Kirche ist in diesem Bereich aktiv und spätestens seit ihrem großen Engagement für die Lampedusa-Flüchtlinge auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Die Gemeinde sieht es als ihre Aufgabe, Freud und Leid mit den Menschen in den bunten Hamburger Stadtteilen zu teilen. Die sozialen Einrichtungen tragen Verantwortung für Kinder, Jugendliche und Senioren, für Pflege- und Hilfsbedürftige. Neben Gottesdiensten finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen in der Kirche statt.

Das Autohaus Schlegel vergibt beim N Klub einen Citroën C-Zero für einen Monat zur kostenfreien Nutzung an ein soziales Projekt. In den nächsten Wochen dürfen Anja Meyfarth und Anika Nehring von „Joblinge“ das E-Auto für ihr Projekt nutzen. Bei Joblinge engagieren sich Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft gemeinsam, um sozial benachteiligte junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren zu fördern. Jugendliche erhalten die Chance, sich abseits von Schulnoten und klassischen Bewerbungsgesprächen in der Praxis zu beweisen und sich aus eigener Kraft einen Ausbildungsplatz zu erarbeiten. In einem intensiven Programm erlernen sie dafür wichtige berufliche und soziale Kompetenzen.

Zu den Gästen des 27. N Klub zählten unter anderem:

Olaf Altmann (Leiter Vertrieb und Marketing, Greenpeace Energy eG), Yvonne Aßmann (Stv. Conviviumsleiterin, Slow Food Hamburg), Malte Bombien (Vorstand, Regionalwert AG Hamburg), Timo Büdenbender (Botschafter, Genossenschaft 2.0), Thore Debor (Geschäftsführer, Clubkombinat Hamburg e.V.), Stefan Dierks (Category Leader CR Product + Strategy Corporate Responsibility, Tchibo GmbH), Bianca Gellert (Pressereferentin, Hamburg Messe und Congress GmbH), Maximilian Heinrich (European Institute for Sustainable Transport), Britta König (Pressesprecherin, WWF), Christoph Laudon (Geschäftsführer, Hydrophil), Anja Meyfarth (Standortleiterin und Prokuristin, Joblinge gAG Hanse), Darjusch Nadjmi (Kitz4Kids e.V.), Frank Neitzel (Presse- und Vorstandssprecher, PSD Bank Nord eG), Julia Oertel (Geschäftsführung, Betahaus), Dr. Gesine Ohrt (Nachhaltige Stadtentwicklung), Josef Reppenhorst (Leiter Öffentlichkeitsarbeit, Hamburg Leuchtfeuer), Johannes Tomczak (Viva con Agua de St. Pauli e.V.)

26. N Klub Hamburg – Positive Wege aufzeigen statt mahnend den Zeigefinder zu heben

 

Hamburg, 10. September 2015 – „Wie können wir die Flüchtlingssituation nachhaltig gestalten?“, fragte Michael Fritz die rund 110 Gäste beim N Klub, der gestern Abend in der Hochschule Fresenius stattfand. Als Veranstaltungsgastgeber und Gründungmitglied von Viva con Agua de Sankt Pauli e. V. denke er sozial und nachhaltig, doch bei dieser Frage hätte auch er keine Antwort, gestand er – und lud damit die anwesenden Aktivisten, Interessierten und Unternehmensvertreter zu einem offenen Dialog über Zukunftsfähigkeit ein.

 

Vor dem Hintergrund der aktuellen sozialen Herausforderungen erklärte Initiator Lars Meier, dass nicht auf die Untätigen geschimpft, sondern Möglichkeiten aufgezeigt werden sollten. Es gäbe viele nachhaltige und soziale Projekte in der Hansestadt, die mit ihrer Strahlkraft Wege aufzeigten. Einblicke gaben auch die vier „100 Sekunden“-Beiträge beim N Klub:

Regisseur und Videojournalist Nikolas Migut (NDR) möchte zusammen mit seinem Team von „strassenblues.de“ Obdachlosen eine Stimme geben und ihre Talente fördern, so beispielweise Singen und Gedichteschreiben. Indem die Obdachlosen für ihre Arbeit mit Spenden entlohnt werden, wird ihnen eine Wertschätzung zuteil, die sie in der Gesellschaft verloren haben.

„Freude ist nachhaltig“, erklärte Micaela Sauber und fasste damit das Ziel des Projektes „Erzähler ohne Grenzen“ zusammen. Das weltweite Netzwerk aus professionellen Erzählern spendet sterbenden, trauernden und Not leidenden Menschen in Krisen- und Kriegsgebieten Trost mit Märchen und Geschichten.

Die Chancen der Nachhaltigkeit zu erkennen, dabei unterstützt die Klimapatenschaft GmbH Unternehmen und entwickelt wirkungsvolle Konzepte für aktives ökologisches Engagement. Mit der beispielhaften Aktion „Hamburg pflanzt Trinkwasser“ will Gründer Jan Sadowsky am 7. November 2015 „Nachhaltigkeit erlebbar machen“ und aufzeigen, wie Unternehmen ihr verbrauchtes Wasser kompensieren können. Das erklärte Ziel ist die Pflanzung von 20.000 Bäumen, die rund vier Millionen Liter Trinkwasser produzieren.

Eindrucksvolle Zahlen bot auch Sonja Meyer in ihrem „100 Sekunden“-Vortrag über die „Vegane Bewegung“: 15.000 Liter Wasser und 16 Kilo Weizen würden für die Herstellung von einem Kilo Rindfleisch benötigt; rund ein Drittel aller landwirtschaftlich genutzten Flächen weltweit dienten dem Futtermittelanbau. „Wir sind erstaunt, dass die vegane Ernährung nicht selbstverständlich ist für alle, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigen“, sagte sie.

 

All diese „100 Sekunden“-Redner eint das gesellschaftliche und soziale Engagement für eine nachhaltige Lebens- und Denkweise. Die Hochschule Fresenius steht mit ihrem Studiengang „Sustainable Marketing & Leadership“ dahingehend für die fachliche Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit. „Wir produzieren nachhaltigen Nachwuchs“, erklärte Hausherr Marco Klübenspies, Programmleiter des Studiengangs. Auch auf dokumentarische Weise möchte der N Klub zum Nachdenken anregen: Der Fotojournalist Miguel Ferraz präsentierte seine Bilder-Reihe „Abend-Land“, die sieben Hamburger Flüchtlingsunterkünfte in der brutalen Ehrlichkeit des nächtlichen Flutscheinwerferlichts zeigt – und die N Klub-Gäste darauf hinwies, wo soziales Engagement benötigt wird.

 

Ein kleines Jubiläum feierte die Aktion „N Klub macht mobil!“. Bereits zum zehnten Mal förderte der N Klub in Kooperation mit dem Autohaus Schlegel CO2-neutrale Mobilität und vergab einen Citroën C-Zero für einen Monat zur kostenfreien Nutzung an ein soziales Projekt. In den nächsten Wochen kann Marco Scheffler das E-Auto für sein Tauschhaus in Hamburg-Lurup, dem größten in Deutschland, nutzen. Getreu dem Motto „Gib was du hast und nimm was du brauchst“ können dort ohne Aufsicht und auf Basis guter Nachbarschaft Gegenstände des täglichen Bedarfs abgegeben und andere mitgenommen werden.

 

Zu den Gästen des 26. N Klub zählten unter anderem (in alphabetischer Reihenfolge): Deschna Afram (JYOTI – Fair Works), Kerstin Albers-Joram (Referentin des KDA, Evangelische Lutherische Kirche in Norddeutschland), Dr. Marina Beermann (Systain Consulting GmbH), Dagmar Engels (Mehrgenerationenhaus Nachbarschatz e.V.), Miguel Ferraz (Fotograf und Journalist), Martina Glauche (Ökomarkt – Verbraucher und Agrarberatung e.V.), Konrad Griep (Geschäftsführer, Konrad Fiets GmbH), Mareike Imbt (Inhaberin, BIOBOB), Christoph Laudon (Geschäftsführer, HYDROPHIL), Rainer Lenthe (Coordinator Web & Social Media, Sea Shepherd Deutschland e.V.), Astrid Lorenzen (Fablab – Fabulous St. Pauli e.V.), Anja Meyfarth (Standortleiterin/Prokuristin, JOBLINGE gAG Hanse), Klaudia Morkramer (Project Coordinator, EURIST – European Institut for Sustainable Transport), Andrea Nagel (Geschäftsführerin, Tofumanufaktur Christian Nagel GmbH), Tim Petermann (Vorstand, MenscHHamburg e.V.), Ingo Pohlmann (Musiker), Jonas Puschke-Rui (Inhaber, BIOBOB), Hanna Maria-Schlage (Wohngemeinschaft Trio21), Dr. Claudia T. Schmitt (Geschäftsführerin, Kompetenzzentrum Nachhaltige Universität), Frank Schweikert (Geschäftsführender Gesellschafter, ALDEBARAN Marine Research & Broadcast), Katja Tauchnitz (Projektkoordinatorin, Fair Trade Stadt Hamburg) und Doris Volk (Geschäftsführerin, Viva con Agua de Sankt Pauli e.V.).